Wenn Werbung Websites unterwandert

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Lästig: Pop-ups mit Werbung. Foto: PD

Lästig: Pop-ups mit Werbung. Foto: PD

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Beim Surfen erscheint bei vielen Worten im Text ein kleiner Pointer, hinter dem lästige Pop-ups stecken. Diese führen auf irgendeine andere Website und können nicht gelöscht werden! Bis jetzt habe ich die Ursache für diese Belästigung nicht herausgefunden!
Kosta Ilic, Zug

Diese Werbeform nennt sich In-text advertising. Die Werbung wird an ein Wort in einem Artikel geknüpft. Ist von einem PC die Rede, würde der Link zu entsprechenden Angeboten von Computerherstellern führen. Die In-Text-Werbung gilt als wirksam. Bei journalistischen Angeboten ist sie jedoch problematisch, weil sie Inhalt und Werbung vermischt. Falls Sie die Werbe-Links auf News-Sites vorfinden, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass auf Ihrem Computer eine Adware vorhanden ist.

Eine Adware nach dem klassischen Verständnis ist ein kostenloses Programm, das sich über Werbung finanziert. Heute verwendet man den Begriff meistens für eine Schadsoftware, die sich mit den Mitteln eines Virus auf dem Computer einschleicht, um Werbung anzuzeigen. Dem Urheber einer solchen Software verschafft das Einnahmen – für den User ist es lästig. Zum einen ist diese Werbung aggressiv und omnipräsent. Zum anderen kann die Software auch die Surf- und Nutzungsgewohnheiten nachverfolgen. Sie unterläuft somit auch die Privatsphäre.

Auch die Betreiber von Websites gehören zu den Geschädigten. Ihnen gehen Einnahmen verloren, weil die Adware vorhandene Banner durch eigene ersetzt. Eine solche Software muss daher wie ein Virus bekämpft werden:

  • Führen Sie mit einer aktuellen Antivirensoftware eine vollständige Prüfung Ihres Computers aus. Ausführliche Tipps dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Fehlerbehebung bei Windows: bit.ly/systrouble.
  • Verwenden Sie Spybot Search & Destroy von Safer-networking.org. Diese Software erkennt auch die lästigen Programme aus dem Bereich der «Grauware». Sie werden von Antivirenprogrammen meist gebilligt, weil sie sich nicht eingeschlichen haben, sondern zusammen mit einer legitimen Software installiert wurden.
  • Entfernen Sie Ballast aus den Browsern: Deinstallieren Sie Toolbars, Add-ons und Plug-ins, die Sie nicht benötigen. Aufräumtipps für alle gängigen Browser finden Sie in meinem Beitrag unter bit.ly/browsertrouble.
  • Gewöhnen Sie sich an, Software nur aus sicheren Quellen zu beziehen. Tipps dazu finden Sie in der Kummerbox vom 24. Februar: bit.ly/softwaresuche.

Da Werber immer wieder neue Formen ausprobieren, kann es schwierig sein, zu entscheiden, ob eine Adware Ihnen das Leben schwer macht oder ob Ihre Lieblingswebsite die Werbung geschaltet hat. Ein Anzeichen für Adware ist, wenn Werbung aus dem Nichts auftaucht oder Sie beim Surfen über mehrere Websites mit den entsprechenden Botschaften bombardiert werden.

Sie können auch die legitime Werbung blockieren. Dazu gibt es für die meisten Browser Erweiterungen wie Adblock Plus. Proxomitron ist ein universeller Webfilter. Er prüft den Datenaustausch des Betriebssystems mit dem Internet und funktioniert daher Browser-unabhängig. Auch Erweiterungen wie NoScript für Firefox bringen Werbung zum Verschwinden. Diese Erweiterung führt aktive Inhalte wie Scripts, Java-Programme, Flash erst nach einer Freigabe aus. Das erhöht die Sicherheit und hält Werbeinhalte fern, da diese über Scripts eingebunden werden.

Denken Sie beim Einsatz eines Werbefilters daran, dass die Werbung hilft, das Angebot zu finanzieren, das Sie per Browser konsumieren. Adblock Plus blockiert daher standardmässig nur die lästige Werbung. Dazu zählt laut der Liste unter Adblockplus.org solche Werbung, die Inhalte verdeckt oder ungefragt Klänge von sich gibt.


Mit dem Formular kläglich gescheitert

Ich habe ein PDF-Formular für eine Website entwickelt. Es ermöglicht, am Bildschirm Bestellungen aufzugeben. Wenn ich das Formular mit Firefox öffne, können keine Eingabe gemacht werden. Ein Versuch auf einem iPad endete ebenso kläglich. Was kann ich tun, dass mein Produkt auf den verbreitetsten Browsern funktioniert?
Peter Diggelmann, Zimmerwald

Firefox zeigt PDF-Dateien standardmässig nicht mit dem Adobe Reader an, sondern mit einem eingebauten PDF-Viewer. Dieser unterstützt jedoch nicht alle Eigenschaften der PDF-Datei, weswegen sich Ihr Formular nicht am Bildschirm ausfüllen lässt.

Sie können den Viewer abschalten, was den Adobe Reader reaktiviert. In den «Einstellungen» unter «Anwendungen» suchen Sie nach «PDF» und ändern bei «Aktion» den Eintrag von «Vorschau in Firefox» auf «Adobe Reader verwenden». Bei Google Chrome geben Sie «chrome://plugins» in die Adresszeile ein. Suchen Sie nach «Chrome PDF Viewer» und deaktivieren sie ihn.

Beim iPad lässt sich das Problem nicht lösen, da Apple für den Browser keine Plugins erlaubt. Um kompatibel zu allen Browsern und mobilen Geräten zu sein, müssten Sie aufs PDF verzichten und stattdessen ein HTML-Formular zur Verfügung stellen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.05.2014, 09:47 Uhr

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