Wenn uns der Computer aussperrt

Windows 8 verlangt schon nach wenigen Minuten Inaktivität ein Passwort. Was kann man dagegen tun?

Die Benutzeroberfläche von Word kann den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Screenshot: TA

Die Benutzeroberfläche von Word kann den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Screenshot: TA

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Windows 8
Wie man sich gegen den Sperrbildschirm sperrt
Bei meinem Computer mit Windows 8 erscheint nach wenigen Minuten der Inaktivität der Sperrbildschirm. Ich habe versucht, das beim Bildschirmschoner abzuschalten. Aber trotzdem muss ich jedes Mal wieder das Passwort eingeben, was mühsam ist. Rolf Wattinger, Rikon im Tösstal

Antwort: Die Computersperrung soll neugierige Blicke fernhalten, wenn der Besitzer nicht vor dem Bildschirm sitzt. Bei früheren Windows-Versionen war diese Sperrung standardmässig nur bei den Businessvarianten aktiv. Windows 8 ist ganz auf Tablets zugeschnitten, und bei diesen mobilen Geräten ist der Schutz der Daten sehr viel wichtiger als bei stationären PCs. Darum sperrt Micrsosoft nun standardmässig.

Die Sperrung wird nun nicht mehr über den Bildschirmschoner gesteuert, wie das bis anhin der Fall war (über die Option «Kennworteingabe bei Reaktivierung»). Bei Windows 8 betätigen Sie die Windows-Taste und «x». Es erscheint in der linken unteren Bildschirmecke ein Menü, aus dem Sie «Systemsteuerung» auswählen. Klicken Sie auf «Hardware und Sound > Energieoptionen». Klicken Sie in der Leiste links auf «Kennwort bei Reaktivierung anfordern» oder, falls die Option nicht zur Verfügung steht, auf «Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll». Es erscheint eine Konfigurationsseite, auf der Sie erst auf den blauen Link «Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar» klicken müssen, um die Konfigurationsänderung zu legitimieren. Dann aktivieren Sie die Option «Kennwort ist nicht erforderlich».

Windows 8 sperrt den Computer nicht nur, dieses System zeigt auch einen Sperrbildschirm an. Dieser funktioniert ähnlich wie der Sperrbildschirm beim Mobiltelefon, indem er Benachrichtigungen, Kalendereinträge, Skype-­Nachrichten und andere Status­informationen anzeigt – welche Informa­tionen Sie sehen, legen Sie über die Charms-Leiste und «PC-Einstellungen > PC und Geräte > Sperrbildschirm» fest. Nun ist dieser Sperrbildschirm bei mobilen Geräten sinnvoll, bei Desktop-­Computern hingegen überflüssig. Um ihn abzuschalten, betätigen Sie die Windows-Taste und geben «gpedit.msc» ins «Ausführen»-Feld ein. Im Editor für die Gruppenrichtlinie klappen Sie links den Ast «Computerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Systemsteuerung > Anpassung» aus. Sie klicken rechts auf «Sperrbildschirm nicht anzeigen» und ändern den Wert auf «Aktiviert». Nun erscheint direkt die Anzeige, über die Sie den Computer entsperren.

Update vom 12.8.

Der Editor für lokale Gruppenrichtlinien («gpedit.msc») ist nur bei den Varianten Windows 8 Pro und Windows 8 Enterprise enthalten. Bei der Basisversion von Windows lässt sich der Sperrbildschirm nur über die Registry abschalten. Dazu verwenden Sie beim Ast «HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Personalization» den Dword-Eintrag «NoLockScreen» mit dem Wert «00000001».

Hinweise zum Umgang mit der Registry liefert unser Beitrag «Der Windows-Konfigurations-Moloch».


Word
Textverarbeitung mit mehr oder weniger Chrom
Wenn ich Dokumente in Word 2007 öffne, sehe ich nicht die normale Darstellung, sondern eine reduzierte Anzeige nur mit Menüs. Auch das Lineal und der Abstand zum Dokument ist verschwunden. Was muss ich tun, um wieder normal arbeiten zu können? Julia Fux, Wetzikon

Antwort: Word ist flexibel, was die Darstellung des Programmfensters angeht. Puristen richten sich das Programm so ein, dass sie fast nichts vom Chrom sehen. Im Entwickler-Jargon werden die sichtbaren Elemente der Benutzerfläche gelegentlich als «Chrome» bezeichnet. Das ist eine Anspielung an die Stossstangen und Kühlerhauben, die Automobile zum Glänzen bringen.

Die Minimaltextverarbeitung hat ihren Sinn. Nicht nur das: Ich halte sie sogar für eine der besten Neuerungen der letzten Versionen überhaupt. Denn Sie ermöglicht einen unverstellten Blick aufs Wesentliche: den Text. Wenn man sich auf Formulierungen und Inhalte konzentriert, braucht man nur sehr wenige Befehle, die man allesamt über Tastaturkürzel oder über die rechte Maustaste abruft – die vielen bunten Schaltflächen sind dann schlicht nicht nötig. Sie können elementare Befehle auch links oben neben dem Word-Logo platzieren. Dazu klicken Sie neben dem Speichern-, Rückgängig- und Wiederholen-Befehl auf das nach unten zeigende Dreieck und aktivieren die Befehle, die sie an der Stelle gerne nutzen möchten.

Das Tastaturkürzel «Ctrl» + «F1» blendet die Menüleiste aus – und bei Bedarf auch wieder ein. Sie können auch auf den nach oben zeigenden Winkel in der rechten oberen Ecke klicken, um den Ursprungszustand wiederherzustellen. Der Seitenrand fehlt, wenn Sie im Entwurfsmodus arbeiten – auch der eliminiert ablenkende Elemente, beispielsweise die Bilder im Dokument. Die Standardansicht ist «Seitenlayout». Zwischen den Darstellungsmodi wechseln Sie über das Menüband «Ansichten» im Abschnitt «Dokumentansichten». Das Lineal daneben schalten Sie gleich rechts davon im Abschnitt «Anzeigen» ein. Und der Abstand zum Dokument, das ist der Leerraum (manchmal auch etwas seltsam als «Leerzeichen» benannt): Er beinhaltet nicht nur den oberen und unteren Seitenrand, sondern auch die Kopf- und Fusszeilen – Dinge, die manche Leute beim Schreiben ebenfalls nicht sehen möchten. Diesen Leerraum blenden Sie ein oder aus, indem Sie den Mauszeiger direkt auf die Trennlinie zwischen den zwei Seiten platzieren: Der Cursor ändert seine Form zu zwei Pfeilen, die vertikal gegeneinanderzeigen. Wenn Sie nun doppelklicken, wechseln Sie zwischen den beiden Darstellungsmodi für die Leerräume hin und her. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.08.2014, 07:14 Uhr

TA-Experte Matthias Schüssler beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia. Senden Sie uns Ihre Fragen an kummerbox@tages-anzeiger.ch

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