Werbebelästigungen beim Mac

Die Zeit der Unschuld ist vorbei: Malware gibt es jetzt auch bei Apple-Computern.

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Ich habe seit drei Tagen auf meinem MacBook Pro Yosemite installiert. Seitdem erhalte ich fast bei jedem Mausklick ein neues Fenster, meist Werbung. Das, was ich sehen will, bleibt dagegen im Hintergrund. Wie kann ich das in den Einstellungen vermeiden – wenn überhaupt?
Angelo Tamburini, via Mail

Unerwünschte Werbung, die auch ausserhalb des Browsers erscheint, deutet auf eine Infektion mit einer Adware hin. Das ist typischerweise ein Problem aus der Windows-Welt, dessen sich die Kummerbox im Beitrag unter adware.tagesanzeiger.ch angenommen hat. Seit einiger Zeit bleiben auch Mac-Anwender nicht mehr verschont. Apple spricht von «ad-injection software» und behandelt das Problem in der Supportdatenbank. Die Empfehlungen kurz zusammengefasst:

  • Vergewissern Sie sich über «Safari > Einstellungen» bei «Allgemein», dass die richtige Start-Homepage eingetragen ist.
  • Stellen Sie sicher, dass Safari die richtige Suchmaschine benutzt. Diese Option befindet sich, je nach Safari-Version, unter «Allgemein» oder «Suche».
  • Entfernen Sie unter «Erweiterungen» alle Dinge, die Sie nicht benötigen. Entfernen Sie insbesondere Erweiterungen, die Sie nicht selbst installiert haben.

Apples Supportdokument beschreibt auch die Beseitigung typischer Mac-Adware wie «Downlite», «Conduit» und «Genieo». Wenn Sie sich die manuelle Entfernung nicht zutrauen, verwenden Sie ein Produkt wie das Adware Removal Tool for Mac von Bitdefender.

Die Situation bezüglich Schadsoftware beim Mac ist nach wie vor nicht gravierend, zumindest im Vergleich zu dem, was sich Windows-Anwender alles gefallen lassen müssen. Wie Thomas Reed von thesafemac.com aufzeigt, erfolgt die Infektion mit Adware-Programmen beim Mac typischerweise über Installationen aus dem Netz. Im Verdacht steht die Browser-Erweiterung GoPhoto, aber auch sogenannte Codec-Pakete, die für die Wiedergabe bestimmter Videos angeblich notwendig sein sollen.

Zum Schutz vor Infektionen empfiehlt es sich aus diesem Grund, Software nur aus dem Mac-App-Store oder mit Signatur zu beziehen. Das lässt sich gewährleisten, indem Sie in den System­einstellungen bei «Sicherheit» unter «Allgemein» die Option «App-Downloads erlauben von» nicht auf «Keine Einschränkungen» setzen. Der Einsatz einer Antivirensoftware ist sinnvoll. Kostenlos ist zum Beispiel ClamXav im App Store, mit dem Sie bei Bedarf eine Überprüfung durchführen.


Multimedia
Belästigung des Users durch Musikberieselung?

Mein Computer spielt in zeitlich unregelmässigen Abständen Musik ab, ohne dass ich ein Musikprogramm geöffnet hätte. Handelt es sich hier um ein Virus oder Ähnliches?
Fritz Vogt, Oberlunkhofen

Typischerweise versuchen Viren, unauffällig zu bleiben. Eine Schadsoftware, die ungefragt Musik spielt, müsste daher wohl zu der «Ransomware»-Kategorie gezählt werden. Mit etwas Fantasie kann man sich eine Spezies ausmalen, die vom Benutzer Geld erpresst, indem erst nach einer Zahlung wieder Ruhe einkehrt.

Solange also keine monetären Forderungen auf Ihrem Bildschirm auftauchen, halte ich eine Schadsoftware für unwahrscheinlich. Noch am ehesten käme eine Adware infrage – also eine Software, die Sie mit Werbung bombardieren will. Die Musik könnte zu einem Werbevideo gehören, das durch einen technischen Fehler irgendwo im Verborgenen läuft. Wie Sie gegen Adware vorgehen, hat die Kummerbox früher besprochen.

Am wahrscheinlichsten scheint mir ein legitimes Programm, das irgendwo im Hintergrund spielt. Viele Tastaturen haben Tasten für Multimedia-Steuerung. Wenn Sie versehentlich die Wiedergabe-Taste betätigen, hat das eine unerwartete Wirkung. Die Stopp-Taste bereitet diesem Spuk ein Ende!

Wenn das nicht hilft, grenzen Sie bei Windows die Ursache der musikalischen Belästigung wie folgt ein:

  • Neuere Windows-Versionen zeigen an, welche Anwendung Klang wiedergibt. Klicken Sie auf das Lautsprechersymbol im Infobereich am rechten Rand der Taskleiste. Betätigen Sie den Link «Mixer». Der Mixer zeigt pro Klang- ausgebende Anwendung einen Regler: Sie identifizieren die lärmende Anwendung nicht nur, sondern schalten sie auch stumm. Häufig erfolgt die Klangausgabe im Browser über das Flash-Plug-in, das mit einem separaten Regler erscheint.
  • Der Browser ist eine häufige Lärmquelle. Wenn Sie viele Reiter offen haben, ist es schwierig, zu erkennen, in welchem die Musik spielt. Firefox und Google Chrome zeigen eine Multimedia-Wiedergabe durch ein kleines Dreieck neben dem Website-Symbol in der Reiterlasche an. Falls Sie Facebook-Nutzer sind, sollten Sie auf der Seite des sozialen Netzwerks nachsehen, ob ein Video automatisch zu spielen begonnen hat.
  • Schalten Sie nicht benötigte, automatisch startende Programme ab. Das Vorgehen ist hier bei Punkt 4 beschrieben.
(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.12.2014, 18:52 Uhr

Der TA-Experte beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia.

Senden Sie uns Ihre Fragen an kummerbox@tages-anzeiger.ch.

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