Wie archiviert man Internetseiten?

Was tun, wenn gespeicherte Webseiten nicht mehr geöffnet werden können? Und wie soll man sich verhalten, wenn die eigene Apple-ID deaktiviert wurde? Die Kummerbox hilft.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Surfen
Die Kunst, Internetseiten zu archivieren

Ich habe aus dem Internet verschiedene Webpages runtergeladen und als HTML gespeichert. Wenn ich mir die Seiten am Compi wieder anschauen möchte, geht es sehr lange, bis sie erscheinen. Es kommt auch oft zu Fehlermeldungen. Zum Beispiel heisst es, es sei ein Fehler im Script aufgetreten. Müsste ich den Internet-Explorer auf seinen Urzustand zurücksetzen? Was habe ich wie falsch gemacht? Ihr Rat täte meinen Nerven gut.
Peter Klein, Kilchberg

Wer ernsthaft im Internet recherchiert, macht es sich zur Gewohnheit, wichtige Informationen lokal abzulegen. Jeder «Knowledge Worker» hat es schon einmal erlebt, wie Seiten gänzlich unzeremoniell aus dem Web verschwanden und wichtige Informationen nicht mehr greifbar waren. In solchen Fällen hilft mit etwas Glück der Google-Cache weiter. In den Suchresultaten erscheint hinter der Adresse ein Dreiecksymbol, über das der Befehl «Im Cache» eine bei Google zwischengespeicherte Fassung anzeigt. Manchmal lässt sich die Seite auch über Archive.org aufspüren.

Zuverlässiger ist es auf jeden Fall, die Informationen selbst abzulegen – sei es als Ausdruck oder über einen Dienst wie Evernote.com, der mit dem «Webclipper» Informationen automatisch ins digitale Notizbuch überträgt. Man kann die Seite auch via «Ctrl» + «s» vom Browser speichern lassen, was der Fragesteller regelmässig tut.

Dabei treten häufig die beschriebenen Probleme auf. Websites sind heute nur noch selten statische Dokumente, die ohne weiteres archiviert werden können. Die Seiten werden vom Server dynamisch generiert und integrieren Inhalte aus diversen Quellen, zum Beispiel Werbung oder eingebettete Elemente zum Beispiel von Youtube, Facebook, Soundcloud oder von anderen Diensten. Inhalte werden direkt über Scripte generiert oder manipuliert, und es gibt viele Sites, die auf komplexen Anwendungen auf dem Server basieren. Diese Seiten funktionieren nach der lokalen Speicherung nicht oder nur teilweise, weil die ursprüngliche Serverumgebung fehlt.

Mit anderen Worten: Bei der Methode sind Probleme mit fehlenden Inhalten, Scriptfehlern oder anderen unliebsamen Effekten unvermeidlich. Minimieren lassen sie sich wie folgt:

  • Speichern Sie die Seiten nicht als HTML, sondern als PDF. Die PDF-Datei entspricht einem virtuellen Ausdruck in Dateiform und stellt eine Momentaufnahme der Website dar. Beim Mac finden Sie eine PDF-Speicheroption im Druckdialog. Bei Windows müssen Sie einen virtuellen Drucker installieren, der die Druckausgabe in eine PDF-Datei umleitet. Verwenden Sie zu diesem Zweck Do PDF (Dopdf.com) oder Free PDF (Freepdfxp.de). Beide Programme sind gratis. Es existieren auch Browser-Erweiterungen, beispielsweise Save as PDF für Chrome oder Print pages to Pdf für Firefox.
  • Die Erweiterung «Mozilla Archive Format» (MAFF) für Firefox versucht, Seiten so aufzubereiten, dass sie lokal ohne Fehlermeldungen und andere lästige Begleiterscheinungen benutzbar sind. Sie können mit dieser Erweiterung auch mehrere offene Seiten in einer einzigen Datei speichern.


Sicherheit
Hacker, Cracker und Identitätsdiebe

Seit längerer Zeit erhalte ich die Meldung, meine Apple-ID sei deaktiviert worden. Ich finde nicht heraus, weshalb. Soll ich mir eine neue ID zulegen?
Renato Gobbi, Kloten

Apple deaktiviert Apple-IDs, wenn bei Anmeldeversuchen mehrfach ein falsches Passwort eingegeben wurde. Das kann versehentlich passieren. Es ist aber auch denkbar, dass jemand versucht hat, in Ihr Benutzerkonto einzudringen. Apple-Konten sind attraktiv für Hacker, Cracker und Identitätsdiebe. Bei vielen Konten ist eine Kreditkarte hinterlegt, und es besteht die Chance, an sensible persönliche Daten zu gelangen. Eine neue Apple-ID einzurichten, löst das Problem nicht und verursacht zusätzlich Schwierigkeiten beim Update von Apps oder bei der Datensynchronisation.

Reaktivieren Sie die Apple-ID, indem Sie auf Iforgot.apple.com Ihre ID angeben und sich dann als Besitzer authentifizieren. Sie tun das über die hinterlegte E-Mail-Adresse oder durch Beantwortung der Sicherheitsfragen. Danach vergeben Sie ein neues Passwort. Wählen Sie ein starkes Passwort. Es muss mindestens acht Zeichen lang sein und sollte Buchstaben in Klein- und Grossschreibung und auch ein, zwei Zahlen enthalten und in keinem Wörterbuch zu finden sein. Und verwenden Sie das Passwort nicht mehrfach! Hacker probieren ermittelte Zugangsdaten routinemässig bei anderen Diensten aus. Beim Verwalten der Daten helfen Passwortmanager wie Keepass oder 1Password.

Zusatzsicherheit erlangen Sie, wenn Sie unter Appleid.apple.com/de das zweistufige Login aktivieren. Es erhöht die Sicherheit, indem Sie Ihre Identität am Gerät, z. B. per SMS-Code, bestätigen müssen. Falls Sie bei Ihrem Konto eine Kreditkarte hinterlegt haben, kontrollieren Sie die Einkäufe (Support.apple.com/kb/HT2727). Wenn Einkäufe auftauchen, die Sie nicht getätigt haben, ist das ein Anzeichen für einen erfolgreichen Hackerangriff! Lassen Sie Ihre Kreditkarte sperren und machen Sie Meldung über Getsupport.apple.com/Issues.do!

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.08.2014, 07:14 Uhr

TA-Experte Matthias Schüssler beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia. Senden Sie uns Ihre Fragen an kummerbox@tages-anzeiger.ch

Artikel zum Thema

Wenn uns der Computer aussperrt

Windows 8 verlangt schon nach wenigen Minuten Inaktivität ein Passwort. Was kann man dagegen tun? Mehr...

Wofür die automatischen Fehlerberichte gut sind

Wie verhindere ich, dass der Mac Daten an Apple sendet? Was tun, wenn Apple Mail keine Postfächer mehr anzeigt? Wie schalte ich in Windows 7 das «Basisdesign Windows» klassisch aus? Die Kummerbox hilft. Mehr...

Ein Dokument in Marmor meisseln

Wie kann eine Datei vor Änderungen geschützt werden? Wie schaltet man auf dem Mac zwischen minimierten Fenstern um? Die Kummerbox hilft. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Frage an die Kummerbox

TA Marktplatz

Kommentare

Die Welt in Bildern

Wandelnder Busch: Ein Model zeigt die Frühling Sommer Kollektion 2018 des chinesischen Designers Viviano Sue an der Fashionweek in Tokio. (19. Oktober 2017)
(Bild: EPA/FRANCK ROBICHON) Mehr...