5G-Auktion in Deutschland bringt 6,5 Milliarden Euro ein

Deutschland hat mit der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen deutlich mehr Geld eingenommen als erwartet. Das Geld fehle nun beim Netzaufbau, wird kritisiert.

Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland und Drillisch: Die vier Teilnehmer der 5G-Auktion gaben deutlich mehr aus als erwartet. (Symbolbild) Keystone/Leandre Duggan

Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland und Drillisch: Die vier Teilnehmer der 5G-Auktion gaben deutlich mehr aus als erwartet. (Symbolbild) Keystone/Leandre Duggan

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Am Mittwoch endete die 5G-Auktion nach 52 Tagen und 497 einzelnen Bieterrunden, wie die deutsche Bundesnetzagentur mitteilte. Letztlich gaben die vier Teilnehmer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland und Drillisch deutlich mehr aus als erwartet.

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer erklärte, durch die Auflagen bei der Auktion werde der Grundstein für eine flächendeckende Mobilfunkversorgung gelegt. Versteigert wurden insgesamt 420 Megahertz an Frequenzen. Jeweils 130 Megahertz erwarben die Deutsche Telekom für knapp 2,2 Milliarden Euro und Vodafone für 1,9 Milliarden Euro. Die United-Internet-Tochter Drillisch, die erstmals bei einer Versteigerung teilgenommen hatte, legte für 70 Megahertz knapp 1,1 Milliarden Euro auf den Tisch. Telefonica Deutschland, bekannt unter dem Markennamen «O2», ersteigerte 90 Megahertz für 1,4 Milliarden Euro.

Analysten hatten mit einem Endergebnis zwischen drei und fünf Milliarden Euro gerechnet. Die Deutsche Telekom kritisierte die nun erreichte Höhe. Die Auktion hinterlasse einen bitteren Nachgeschmack, sagte ein Sprecher. In anderen Ländern sei deutlich weniger geboten worden. Das Geld für den Erwerb der Frequenzen fehle den Netzbetreibern nun beim Netzaufbau.

Bescheidener Wert in der Schweiz

Auch Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter sprach letztlich von einem katastrophalen Ergebnis. Wegen der Ausgaben für die Lizenzen hätten die Unternehmen nun kein Geld mehr für den Ausbau der Netzinfrastruktur. «Wir schlagen deshalb vor, dass der Bund die Einnahmen aus der Auktion in Form einer Förderung an die Unternehmen zurückgibt, um damit ein besseres Mobilfunknetz zu bauen», sagte er der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

In der Schweiz kamen die 5G-Lizenzen im Februar unter den Hammer. Swisscom, Salt und Sunrise erwarben die 5G-Frequenzen für 380 Millionen Franken. Das Bieterrennen um die Frequenzen in der Schweiz hatte bei 220 Millionen für alle Frequenzen begonnen. Fünf Frequenzblöcke à 5 Megahertz blieben jedoch ungenutzt. Die ComCom will diese zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausschreiben.

Österreich hatte bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen der neuen Generation 5G im März rund 188 Millionen Euro eingenommen. (sda)

Erstellt: 13.06.2019, 05:54 Uhr

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