Bald können Düfte per Handy verschickt werden

Ein französisch-amerikanischer Erfinder entwickelt ein Smartphone, mit dem Nutzer Kaffeeduft oder den Geruch des Waldes verschicken können.

Neue Erfindung: Das oPhone soll Düfte per SMS verschicken können (Archivbild).

Neue Erfindung: Das oPhone soll Düfte per SMS verschicken können (Archivbild). Bild: Christian Beutler/Keystone

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Ein Smartphone, dessen Markteinführung für Anfang 2015 geplant ist, soll Düfte per SMS versenden und empfangen können. Ab 19. Juni kann in Paris das sogenannte oPhone getestet werden, das 32 Originaldüfte wie Kaffee enthält.

«Es geht darum, die weltweite Kommunikation von heute zu ändern», wirbt der Vater des Projekts, der Harvard-Professor David Edwards, für seine Geruchstechnologie.

Der französisch-amerikanische Erfinder arbeitet in einer Niederlassung in Paris unter anderem mit Parfümdesignern, Kaffeeproduzenten und Künstlern zusammen. Ab dem 19. Juni öffnet dort «Das Labor» seine Pforten für eine Demonstration des Geräts.

Kaffee- und Waldduft

Dieses funktioniert so: In kleinen, zylindrischen, weissen Behältern auf einer Art Basisstation werden Aromasignale aufgenommen und generiert, so wie ein Telefon Audioinformationen überträgt. Bei Annahme der Nachricht werden vom Gerät des Empfängers Duftwolken von Kapseln ausgegeben, den sogenannten oChips.

Aus den derzeit 32 Originaldüften, darunter Kaffee, kann der Nutzer individuelle Düfte zusammenstellen. Dabei können bis zu acht Düfte kombiniert werden.

Da im Alltag unermesslich viele Düfte vorhanden sind, war für die anfänglichen Experimente für das oPhone eine enge Auswahl notwendig. «Wir haben zwei Bereiche angepeilt, Kaffee und im weiteren Sinn den Lebensmittelbereich», erläutert Edwards, dessen Studenten die Idee in einem seiner Harvard-Kurse entwickelten.

Neue Duft-App

Ab dem 17. Juni sollen über die kostenlose App oSnap die ersten iPhone-Nutzer die Duftinnovation testen können. So könnte laut Edwards ein Spaziergänger im Wald ein Foto machen, dem er einen oder mehrere Düfte hinzufügt, die zu der Stimmung in der Natur passen. Er würde dann eine oNote, also eine Duft-SMS, an einen Freund verschicken, der sich zunächst erst einmal auf einer bestimmten Website die Zusammenstellung anschaut. Später würde er diese über das oPhone dann laden, um sie auch riechen zu können.

Edwards setzt darauf, dass durch eine breite Nachfrage die Preise für das oPhone rasch sinken und die Geräte auch bald kleiner gemacht werden können. Seine Vorstellung besteht darin, dass dann in einer zweiten Phase der Nutzer ein Foto macht, «aus dem eine Software den Duft ableitet» sowie «die Basisdüfte, deren Zahl erhöht wird, an andere Themengebieten angepasst werden».

Ein System, das einen tatsächlich vorhandenen Duft selbstständig analysiert und ihn dann quasi identisch umsetzt, sei aber «derzeit zu kompliziert», räumt er ein.

Zielgruppe Werbung

Das Anwendungsgebiet für Duftnachrichten scheint praktisch unbegrenzt - ob durch einfache SMS unter Freunden oder durch Unternehmen etwa für Werbung. «Seit Monaten führen wir Gespräche mit Vertretern der Branchen Nahrungsmittel, Kinos, Parfums, Reisen und Autos», berichtet Erfinder Edwards, der sein Vermögen schon vor Jahren mit einer Technologie für Medizinsprays gemacht hat.

Als Beweis für das Interesse an seiner Duftkommunikation - bisher wurde in einer rudimentäreren Form lediglich von einer Firma aus Japan etwas Ähnliches angeboten - führt der Harvard-Professor einen seiner Kapitalgeber an: den Gründer von Spark Capital, eines spezialisierten Investmentfonds, der in den vergangenen Jahren schon zum Erfolg von Twitter oder Tumblr beigetragen hat. (thu/sda)

Erstellt: 26.05.2014, 09:06 Uhr

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