Verschwinden die Handymasten?

Es braucht nur Strom und einen Internetanschluss: Sendestationen schrumpfen zu kleinen Würfeln. Die Revolution des Mobilfunknetzes könnte in drei Jahren abgeschlossen sein.

Können vielleicht schon in wenigen Jahren überflüssig sein: Streitpunkt Mobilfunkmasten.

Können vielleicht schon in wenigen Jahren überflüssig sein: Streitpunkt Mobilfunkmasten.

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Es wäre untertrieben zu behaupten, dass Mobilfunkantennen unbeliebt sind: Für viele stellen sie aufgrund der hochfrequenten Strahlung einen gesundheitlichen Risikofaktor dar. Selbst wer nicht an nachteilige Auswirkungen auf den menschlichen Organismus glaubt, kann nicht leugnen, dass die Tausenden von Basisstationen in der Schweiz wenig Ästhetik ausstrahlen.

Kleiner als ein Modem

Zumindest letzteres Problem könnte in wenigen Jahren kein Thema mehr sein. Der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent hat am Montag eine Sendeanlage-Hardware vorgestellt, welche auf jedem Tischchen Platz hat: Das Gerät namens Lightradio ist in Länge, Höhe und Breite gerade mal fünf Zentimeter lang und erfordert nur Strom sowie einen Internetanschluss.

Wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt, könnte mit dieser Erfindung, welche die Mobilfunknetze 2G, 3G (UMTS) und 4G (LTE) unterstützt, der Stromverbrauch des Mobilfunknetzes um die Hälfte reduziert werden. Lightradio mache die bisherige Mobilfunkarchitektur überflüssig, bei der die einzelnen Komponenten der Basisstation voneinander getrennt und dann auf die Antenne oder das Netzwerk verteilt werden.

Start in drei Jahren?

Erste Lightradio-Tests beginnen im nächsten Jahr. Wie Alcatel-Lucent schreibt, sind bereits mehrere grosse Telekomunternehmen involviert, darunter Orange, Verizon und France Telecom.

Bereits in drei Jahren, hofft das Unternehmen, könnten die Minisender die Handymasten ersetzen. Ob sie auch in der Schweiz getestet werden, steht noch nicht fest. «Die Evaluation von Ligthradio findet auf Gruppenebene statt. Ob und wann Orange Schweiz Lightradio einsetzen wird ist derzeit noch völlig offen», sagt Orange-Sprecherin Marie-Claude Debons.

Erstellt: 08.02.2011, 12:20 Uhr

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