Test

Das Nokia Lumia 1020 im Test

Im neuesten Nokia-Smartphone Lumia 1020 steckt eine Kamera mit rekordverdächtiger Auflösung. Tagesanzeiger.ch/Newsnet testete das Hightech-Gerät.

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Die erste Reaktion ist immer dieselbe: Pfui! Auch die zweite Reaktion auf das knallgelbe Kameratelefon ist immer dieselbe. Die anfängliche Abneigung weicht einem Staunen. Denn die Bildqualität der kleinen Kamera, die es auch in diskreterem Schwarz und in Weiss gibt, überrascht Laien und Profifotografen gleichermassen.

Das fotografische Herz des Lumia 1020 (798 Franken, ohne Vertrag) ist ein Sensor, der eine Auflösung von aberwitzigen 41 Megapixeln ermöglicht. Das ist weit mehr als bei anderen Mobiltelefonen, Kompaktkameras und sogar Profikameras. Aber Megapixel und hohe Auflösung bedeuten nicht zwingend höhere Bildqualität.

Nokia nutzt die hohe Auflösung für zwei Tricks. Zum einen kann man so weiter zoomen, ohne dass das Bild verpixelt. Zum anderen lässt sich so die Qualität von kleineren Fotos verbessern, die nicht die volle Auflösung brauchen. Die Technologie hinter der Kamera ist nicht neu. Bereits vor über einem Jahr hatte Nokia ein solches Handy im Angebot. Dem Vorgänger haftet der Makel an, das letzte Gerät mit dem inzwischen veralteten Symbian-Betriebssystem gewesen zu sein. Damals kam die Technologie zu spät, um das Betriebssystem zu retten, und nun kommt die Neuauflage zu spät, um Nokia vor dem Teilverkauf an Microsoft zu retten.

Weniger wäre mehr

So gut die Kamera auch ist, so gewöhnungsbedürftig ist ihre Bedienung. Auf dem neuesten Lumia finden sich nämlich gleich drei Kamera-Apps: Kamera, Nokia Smart Cam und Nokia Pro Cam. Die erste ist eine minimale Kamera-Software ohne Schnickschnack, die zweite bietet verschiedene Effekte und Spielereien, und die dritte bietet Funktionen wie Verschlusszeit oder manuellen Fokus. Wenn auch nicht bei der Bedienung, in Sachen Bildqualität hat Nokia die Messlatte für die Konkurrenz sehr hoch gelegt.

Auch ein Smartphone

Angesichts der guten Kamera geht fast vergessen, dass das Lumia auch ein Smartphone ist. Und in dem Bereich gibt es deutlich mehr zu kritisieren.

Ob man sich dabei für Apples iOS, Googles Android oder Microsofts Windows Phone entscheidet, ist Geschmackssache. Jedes Betriebssystem hat seine Vor- und Nachteile. Beim alltäglichen Benutzen des Lumia fällt auf, dass Windows Phone noch nicht so ausgereift ist wie die Konkurrenten. Immer wieder stolpert man über kleine Ungereimtheiten. Mal lässt sich ein Bild nicht in soziale Netzwerke stellen, mal stürzt das Gerät beim Versuch, ein Panoramafoto zuzuschneiden, ab. Als iOS- oder Android-Nutzer vermisst man zudem eine Liste, in der neue Mails, Termine und andere Hinweise gebündelt werden können.

Das grössere Problem sind aber fehlende oder mangelhafte Apps von Dritten. So fehlen das Fotografienetzwerk Instagram oder das Textarchiv Pocket. Die Kurznachrichtenspezialisten Twitter und Whatsapp unterstützen zwar Windows Phone. Man merkt ihren Apps aber an, dass sich Entwickler für Android und iOS deutlich mehr ins Zeug legen.

Ein weiteres Problem des Lumia hat nichts mit der Software, sondern mit der Hardware zu tun. So schön das Gerät verarbeitet und so ausdauernd sein Akku auch ist, so rutschig ist die glatte Plastikoberfläche. Wenn man also nicht aufpasst, liegt das Telefon schnell einmal auf dem Boden.

Erstellt: 30.09.2013, 08:51 Uhr

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Das Foto in voller Auflösung gibt es hier. Achtung, das Bild ist 10 Megabyte gross.

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