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Das iPad mini im Test

Handlicher, erschwinglicher und dem klassischen iPad weitgehend ebenbürtig. Einzig beim Bildschirm macht das iPad mini einen spürbaren Kompromiss.

Ein fast rundum gelungenes Tablet: Digital-Redaktor hat das iPad mini getestet.
Video: Jan Derrer

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Es war eine harte Woche für mein iPad. Sämtliche Streicheleinheiten bekommt neuerdings ein anderes Gadget ab – das neue iPad mini. Das grosse Tablet muss sich vorkommen wie ein alternder Hund, in dessen Haushalt plötzlich ein Welpe auftaucht und alle Aufmerksamkeit und Zuneigung auf sich zieht.

Die kleinere Variante von Apples Tablet-Computer hat tatsächlich das Zeug zum vollwertigen iPad. Es kann – mit kleinen Abstrichen – alles, was sein grosser Vorgänger auch kann, ist aber leichter und handlicher. Die augenfälligsten Unterschiede sind die 5 Zentimeter kürzere Bildschirmdiagonale, sie beträgt rund 20 Zentimeter, sowie das um mehr als die Hälfte reduzierte Gewicht (310 Gramm).

Besser als Fotokamera geeignet

Mit dem handlicheren Gerät machen sowohl Text- wie Video-Chat mehr Spass. Als Fotokamera ist es besser geeignet (technisch sind vorne wie hinten exakt dieselben Kameras eingebaut) und als mobile Spielkonsole ebenfalls, mit Ausnahme einiger weniger Games, welche den hochauflösenden Bildschirm des grossen iPads auch voll ausnützen. Es gibt ausserdem einen hervorragenden Fernsehbegleiter ab, sei es mit der entsprechenden Fernsteuerungs-App oder als digitales Nachschlagewerk aller Art. Und die Batterie spielt bei all dem locker mehrere Tage mit.

Das iPad mini lässt sich locker in einer Hand halten – um es zu bedienen, braucht es allerdings die zweite Hand ebenfalls (anders als beim iPhone). Von der bequemen Handhabung profitiert fast alles, was man damit anstellen kann, insbesondere auch das Surfen im Web und das Lesen von E-Books.

Die Augen sind sich leider schon Besseres gewohnt

Allerdings fällt beim Lesen auf, dass Apple kein Retina-Display ins iPad mini einbaut. Der Screen des iPad mini (768 x 1024 Pixel, 163 dpi) ist nicht etwa schlecht, nur ist man sich mittlerweile einfach schon Besseres gewohnt – gerade von Apple. Wessen Augen bereits von einem iPhone 4/4S/5 oder einem iPad der dritten Generation verwöhnt worden sind, für den ist das iPad mini ein Rückschritt. Wer hingegen den Display des iPad 2 oder eines älteren iPhones gewohnt ist, darf sich auf eine höhere Bildqualität freuen.

Der Bildschirm ist denn auch der deutlichste Kompromiss, den Apple beim iPad mini eingegangen ist. Grund dafür dürfte der anvisierte tiefere Preis sein, den man mit einem Retina-Display wohl nicht erreicht hätte, denn die restlichen Material- und Produktionskosten dürften sich nur minimal von denen des grossen iPads unterscheiden. Ausserdem soll sich das grosse, teurere iPad mit dem Retina-Display (1536 mal 2048 Pixel, 264 dpi) nicht durch seine Grösse allein vom kleinen Neuling abheben. Und Apple bleibt noch Spielraum für eine künftige, verbesserte Version des iPad mini.

Kleiner ist meistens besser

Der alternde Hund hat also noch nicht ganz ausgedient. Bei gewissen Anwendungen hat das grosse iPad immer noch die Nase vorn. Etwa beim Schreiben von längeren Texten, beim Arbeiten mit Tabellen oder Präsentationen oder beim Bearbeiten von Fotos stellt das Plus an Arbeitsfläche einen grossen Vorteil dar, ebenso die grössere virtuelle Tastatur. Hochauflösende Videos oder Fotos sehen darauf einen Zacken besser aus, doch das iPad mini kann dabei gut mithalten.

Das grosse iPad wird übrigens ebenfalls neu aufgelegt, die vierte Generation unterscheidet sich äusserlich nicht von der Dritten, allerdings ist sie mit einem deutlich schnelleren Chip ausgestattet und verfügt über dieselbe LTE- und WLAN-Tauglichkeit wie das iPhone 5. Wer das iPad mehr als Arbeits- denn als Unterhaltungs-Gerät sieht, ist mit dem grossen Retina-Modell besser bedient.

Das iPad mini dürfte zweifelsohne eines der am heissesten begehrten Weihnachtsgeschenke sein und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Apple mehr iPad minis als iPads verkauft. Zugreifen oder sich beschenken lassen dürften vor allem jene, die schon länger mit einem iPad geliebäugelt, aber noch nicht zugegriffen haben, sowie Besitzer eines iPads der ersten Generation von 2010. Wer ein iPad 2 hat, bekommt mit dem iPad mini ein Tablet mit exakt derselben Leistung und Bildschirmauflösung, das handlicher, schärfer und günstiger ist. Wer bereits ein iPad der dritten Generation hat, dürfte eher zuwarten, bis auch das kleine iPad mit Retina-Display aufgelegt wird.

iPad mini, ab 379 Franken (16 GB, WLAN), erhältlich in Weiss oder Schwarz

Erstellt: 31.10.2012, 02:00 Uhr

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Das iPad mini

Das iPad mini Der Apfel-Konzern hat in San Joé das iPad mini vorgestellt.

Die 7-Zoll-Konkurrenz

Das iPad mini ist Apples Antwort auf die wachsende Konkurrenz im lukrativen Tablet-Markt. Allen voran Amazon und Google haben mit ihren 7-Zoll-Tablets im Heimmarkt USA für einiges Aufsehen gesorgt. Wir haben beide Geräte ebenfalls kurz in der Hand gehabt und hier unsere Eindrücke:

Kindle Fire HD

Amazons E-Book-Reader und Multimedia-Tablet ist primär ein Abspielgerät für digitale Inhalte, die man direkt mit dem Gerät beim Online-Händler beziehen kann. Zwar laufen zahlreiche weitere Apps (Amazon betreibt einen eigenen App-Store und hat eine eigene Android-Variante entwickelt), dennoch spielt der Kinlde Fire HD in einer etwas anderen Kategorie als das iPad mini. Das Gerät wirkt mit seinem Kunststoff-Gehäuse deutlich weniger hochwertig und der dicke schwarze Rand rund um den Bildschirm ist wenig elegant. Das Display hat eine Diagonale von 17 cm mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, ist also etwas kleiner, hat aber eine höhere Pixeldichte (216 dpi). Es wiegt mit 395 g deutlich mehr als das kleine iPad. Die 16-GB-WLAN-Version kostet 249 Franken.

Google Nexus 7

Das handliche Google-Tablet ist derzeit die stärkste Konkurrenz des iPad mini. Es wiegt ein bisschen mehr (340 g) und verfügt über ein Kuststoff-Gehäuse. Dieses fühlt sich aber, anders als beim Kindle Fire HD, dennoch sehr angenehm und hochwertig an. Punkten kann das Nexus 7 vor allem mit seinem Bildschirm (1280 x 800 Pixel), der mit 216 dpi auch schärfer ist. Als Betriebssystem kommt Android 4.1 zum Einsatz, das gesamte Android-Ökosystem steht einem offen. Die 16-GB-WLAN-Version kostet 249 Franken.

Die Konkurrenz bietet höher aufgelöste Displays und ist in beiden Fällen für weniger Geld zu haben als das iPad mini. Im Fall von Amazon bekommt man dafür aber auch ein Gerät, das auch deutlich billiger wirkt. Das Gerät von Google fühlt sich hochwertiger an, ganz ans iPad mini mit seinem Alu-Gehäuse kommt es aber nicht heran. Wie sehr die Kundschaft bereit ist, den höheren Apple-Preis hinzublättern, wird sich zeigen.

Beim Ökoystem im Vorteil

Apple Stärke bleibt das grösste Ökosystem von speziell optimierten Tablet-Apps, derzeit sind es 275'000 iPad-Apps plus weitere 425 000 iPhone-Apps, die ebenfalls darauf laufen. Android bringt es hingegen nur auf ein paar tausend Apps, die für Tablet-Screens angepasst und optimiert sind (insgesamt gibt es in etwa gleich viel Apps wie für iOS). Oftmals sind die iOS-Apps jedoch sorgfältiger gestaltet als ihre Android-Pendants. Welcher Plattform man zugeneigt ist, ist deshalb letztlich vor allem Geschmacksache.

Erfreulich für alle Kunden ist, dass es bei den handlichen 7-Zoll-Tablets eine echte Auswahl an brauchbaren Tablets gibt, hier spielt die Konkurrenz. Mehr jedenfalls als dies im 10-Zoll-Bereich der Fall ist, wo Apples iPad weiterhin den markt nach Belieben dominiert.

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