Das iPhone 4S im Blitztest

Kein grösserer Bildschirm, kein neues Design: Apple hat entgegen zahlreicher Mutmassungen kein komplett neu gestaltetes iPhone vorgestellt. Funktioniert wenigstens die Sprachsteuerung?

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Kein grösserer Bildschirm, kein neues Design: Apple hat heute entgegen zahlreicher Mutmassungen kein komplett neu gestaltetes iPhone vorgestellt. Dem trägt auch der Name Rechnung: iPhone 4S – nicht iPhone 5. Der Verkaufsstart ist in den USA am 14. Oktober, in der Schweiz wird das Smartphone ab dem 28. Oktober zu kaufen sein.

Tim Cook, der neue Firmenchef, wirkte gefasst und ruhig bei seinem ersten grossen Auftritt, überliess aber seinen Kollegen aus dem Topmanagement weite Teile der Neuankündigungen.

Die Sprachsteuerung ist vorerst nur eine Testversion

Um sich von der Konkurrenz abzuheben setzt Apple voll auf eine neue Sprachsteuerung namens Siri. Diese wird in Englisch, Französisch und Deutsch angeboten, ist aber vorerst Beta-Software.

«Bisher hat man uns dies nur immer versprochen», sagte Marketingchef Phil Schiller, mit Siri werde nun aber eine «natürliche» Steuerung des Smartphones möglich. Tatsächlich sind die demonstrierten Beispiele beeindruckend: Siri interpretiert Fragen im Kontext und innerhalb von Konversationen. «Brauche ich heute einen Regenschirm?» wird mit der Wetterprognose beantwortet.

«Wer bist du?»

«Finde mir ein gutes Chinesisches Restaurant in San Francisco» liefert eine nach Bewertungen sortierte Liste von Lokalen. Siri liest auch eingehende Nachrichten vor, auf die sich Antworten direkt diktieren lassen, ohne das Gerät anzufassen. Sich selbst bezeichnet das Programm als «Bescheidener persönlicher Assistent», fragt man es «Wer bist du?».

Und wie reagiert Siri auf deutschsprachige Eingaben? Ein Kurztest zeigt: Beeindruckend gut. Fragt man das iPhone «Brauche ich morgen einen Schirm?» antwortet die virtuelle Assistentin rasch und korrekt «Für morgen ist kein Regen gemeldet». Auf die Frage «Wie spät ist es in Tokio» liefert sie die passende Zeit.

«Habe ich am Freitag um 13 Uhr einen Termin?» – «Nein». «Trage einen Treffen um 14 Uhr ein» – Siri zeigt mir den neuen Termin an und fragt, ob ich ihn bestätigen will. Schon ist mein Freitag-Nachmittag verplant. «Habe ich neue E-Mails?» – «Du hast 12 neue E-Mails». Mehr Zeit bleibt nicht für den ersten Blitztest.

Die Resultate sind verblüffend und besser als erwartet - so etwas wie Siri hat man tatsächlich noch nicht gesehen. Das iPhone 4S soll übrigens mit der Zeit dazulernen, die Stimme seines Besitzers korrekt zu interpretieren. Siri funktioniert bisher auf Englisch, Französisch und Deutsch. Schweizerdeutsch indes dürfte Siri wohl kaum je verstehen.

Überarbeitete Antennen

Nebst Siri verspricht vor allem die Kamera eine Steigerung gegenüber dem aktuellen iPhone 4: 8 Megapixel, mehr Lichtstärke (Blende 2.4) und schneller «schussbereit» ist sie. Videos werden nun mit 1080p in HD geschossen.

Im neuen Smartphone steckt ein A5-Prozessor mit Dualcore plus Dualcore-Grafik (über mehr RAM wurde nichts gesagt).

Die Antennen wurden ebenfalls überarbeitet, nicht zuletzt verspricht Apple deutlich schnellere Up- und Daten-Downloads. Das neue iPhone ist zudem ein so genanntes World-Phone, es kann also weltweit sowohl auf GSM wie auf CDMA-Netzen roamen.

Wie reagieren die Kunden?

Apple betritt mit Siri zwar vielversprechendes Neuland, dass kein völlig neues iPhone 5 vorgestellt hat hingegen für Enttäuschung unter den angereisten Journalisten gesorgt. Ob die Kundschaft das ähnlich sieht, wird sich zeigen. Immerhin ist das iPhone 4 bisher das weltweit meistverkaufte Smartphone-Modell, doch die Konkurrenz schläft nicht.

Ab dem 12. Oktober sind ausserdem das neue Betriebssystem iOS 5 sowie der Cloudservice iCloud erhältlich. Beide sind kostenlos.

Erstellt: 04.10.2011, 21:38 Uhr

Alte Hülle, neue Elemente: Zurückhaltende Reaktionen. (Video: Reuters )

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