Das iPhone 5 bleibt ein Phantom

Das neue Apple-Smartphone unterscheidet sich äusserlich nicht vom iPhone 4, verfügt aber über eine Sprachsteuerung. Dennoch sind viele Apple-Fans enttäuscht.

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Wie geht es Steve Jobs derzeit? Diese Frage lassen sowohl Apple als auch Jobs selber unbeantwortet. Bekannt ist nur, dass er 2004 an Krebs erkrankt ist, 2009 eine Lebertransplantation hinter sich ergehen lassen musste und im August 2011 den Chefposten definitiv abgab.

Der Apple-Guru hat bislang aus jeder Produktpräsentation ein Event gemacht, eine Party, an dem selbst Journalisten Beifall klatschten. Zum ersten Mal hat aber nicht der Firmenmitgründer eine wichtige Veranstaltung präsentiert, sondern Tim Cook.

«Es ist mir eine Ehre»

Der neue Apple-Chef gilt als «Genie hinter Jobs» mit grosser IT-Erfahrung: Der 51-Jährige hat vor Apple bei IBM und Compaq gearbeitet und sowohl Wirtschaft als auch Maschinenbau studiert. «Ich freue mich über meine neue Rolle», so Cooks erste Worte heute Abend. «Es ist mir eine Ehre, Gastgeber zu sein.»

500'000 Apps im App Store

Laut Tim Cook findet man im App Store derzeit eine halbe Million Apps, 140'000 davon sind Applikation für das iPad. Apple habe insgesamt drei Milliarden Dollar an App-Entwickler bezahlt. Ihre Apps wurden 18 Milliarden Mal heruntergeladen.

Das neue Betriebssystem iOS 5 kommt am 12. Oktober und enthält eine Twitter-Integration. Was iOS 5 sonst noch kann, lesen Sie hier. Der 12. Oktober ist auch der Startschuss für den Online-Speicherdienst iCloud. 5 GB Speicherdienst erhalten Nutzer gratis, wer mehr braucht, muss zahlen.

4S: Keine Änderung am iPhone-Design

Um 19.55 Uhr folgte dann die von vielen Apple-Fans sehnlichst erwartete Bestätigung: Es gibt ein neues iPhone und es heisst iPhone 4S, das sich äusserlich nicht vom iPhone 4 unterscheidet.

Wie erwartet sind ein A5-Dualcore-Prozessor, eine 8-MP-Kamera (bis zu 3264 mal 2448 Pixel) und eine Sprachsteuerung eingebaut. Sie heisst aber anders als im Vorfeld spekuliert nicht Assistant, sondern Siri. Neben englisch versteht das iPhone offenbar auch französisch und deutsch.

Jetzt auch als 64-GB-Variante

Laut Apple sollten beim iPhone 4S keine Empfangsprobleme mehr auftreten, das Antennendesign wurde entsprechend geändert. Der Preis ist für Apple-Verhältnisse eher tief: In den USA kostet das ab Freitag vorbestellbare 4S 199 (16 GB), 299 (32 GB) oder 399 Dollar (64 GB). Das Gerät kommt in einigen Ländern am 14. Oktober in den Handel, in der Schweiz zwei Wochen später.

In den ersten Reaktionen auf die Vorstellung des neuen Smartphones überwiegt bei Apple-Fans die Enttäuschung: In vielen Bereichen hat Apple nur nachgezogen (etwa bei der Kamerafunktion), die Bildschirmgrösse jedoch und das Handydesign bleiben unverändert.

Offenbar war sich der Konzern der hohen Erwartungshaltung bewusst und hält darum die Preise tief. Enttäuscht zeigen sich auch die Anleger: Der Apple-Kurs fiel laut der Agentur DAPD an der Wall Street im nachmittäglichen Handel um 17,15 Dollar oder fast fünf Prozent auf 357,45 Dollar. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.10.2011, 18:01 Uhr

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