Das iPhone wird zum Fingerscanner

Apple hat zwei neue iPhones vorgestellt: Ein farbiges und eins mit einem Fingerabdruckscanner. Wie gut dies Apple gelungen ist, liess sich an der Pressevorführung nur ansatzweise testen.

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Die spannendste Neuerung präsentierten die Apple-Manager ganz zum Schluss. Das neue iPhone 5s hat im Home-Knopf einen Sensor, der den Nutzer an seinem Fingerabdruck erkennt. So braucht man seinen Finger nur noch auf den entsprechenden Knopf zu halten und das Telefon wird entsperrt. Bis jetzt war dazu eine Wischgeste oder ein Zahlencode notwendig.

Beworben als Sicherheits-Feature, dürfte der Scanner vor allem auch dem Komfort dienen. Damit der Scanner aber wirklich nützlich ist, muss er rasend schnell und äusserst präzise sein.

Wie gut das Apple gelungen ist, liess sich an der Pressevorführung nur ansatzweise testen. Ein einfacher Knopfdruck reichte nicht. Der Apple-Angestellte musste den Finger doch etwas länger als bei einem gewöhnlichen Knopfdruck auf der Taste lassen, wie das Video von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt. Per Fingerabdruck soll es zusätzlich auch möglich werden im Apple-eigenen iTunes-Store Zahlungen zu autorisieren.

Später in der Schweiz

Nebst dem neuen Spitzenmodell hat Apple auch das kostengünstigere iPhone 5c vorgestellt. Das Gerät mit Plastik-Gehäuse wird es in den Farben Blau, Grün, Pink, Gelb und Weiss geben. «Es ist bemerkenswert, dass es sich vertraut anfühlt, aber zugleich ganz neu ist», meinte Marketingchef Phil Schiller. Tatsächlich fühlt sich die Hülle relativ hochwertig an – für Plastik.

Mit dieser Doppelstrategie zielt Apple klar auf die Wachstumsmärkte in Asien ab. Zum ersten Mal lanciert der Konzern die neuen iPhones in China am gleichen Tag wie in grossen westlichen Märkten. Zudem schloss Apple mit der Nummer eins in Japan, der NTT Docomo, einen ersten Liefervertrag und erschliesst sich einen Markt von 62 Millionen Kunden. Doch weit wichtiger für Apple ist China: Zwar verkauft Apple das iPhone bereits an Unicom und China Telecom, doch kontrollieren die beiden Anbieter nur knapp ein Drittel des Smartphone-Marktes.

Apple drängt es auf den chinesischen Markt

Seit zwei Jahren versucht Tim Cook deshalb, mit China Mobile ins Geschäft zu kommen. Chinas Marktführer zählt rund 750 Millionen Kunden und kontrolliert mehr als zwei Drittel des Smartphone-Marktes in China. Weil Apple seinen kleinen Marktanteil von unter fünf Prozent erhöhen will, ist der Konzern auf China Mobile angewiesen.

Doch bisher zogen sich die Verhandlungen um einen Abnahmevertrag wegen der hohen Apple-Preise und technologischer Unterschiede dahin. Wer erwartet hatte, dass Cook inzwischen den Vertrag in der Tasche habe und ihn gemeinsam mit den neuen iPhones vorstellen würde, sah sich getäuscht. Die Unklarheit über eine Kollaboration mit China Mobile dürfte gestern ein Grund gewesen sein, weshalb die Apple-Aktie zunächst um zwei Prozent nachgab und die Marke von 500 Dollar unterschritt.

Verkauf spätestens im Dezember

Verkauft werden die neuen iPhones ab dem 20. September. Die Schweiz ist allerdings nicht in der ersten Ländergruppe. Spätestens im Dezember – aber vermutlich schon früher – dürfte es die Geräte aber auch hierzulande zu kaufen geben.

Das 5s wird in den USA mit einem Zweijahresvertrag ab 199 Dollar zu haben sein und das 5c für 99. Auch wenn die Schweizer Preise noch nicht bekannt sind, ist schon jetzt klar, dass das 5c nicht die vorab vermutete Billig-Version, sondern eine etwas preisgünstigere Alternative ist. Nebst den zwei neuen iPhones wird auch das altgediente 4s im Sortiment bleiben und in den USA beim Abschluss eines Zweijahresvertrags gratis erhältlich sein.

Ein kleiner Trost für ungeduldige Schweizer: Zwei Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart, am 18. September, wird das neue iOS-7-Betriebssystem zum Download freigegeben.

Erstellt: 10.09.2013, 22:28 Uhr

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Bevor das Gerät entsperrt wird, braucht der Scanner einen Augenblick, um den Finger zu erkennen. Ob man das im Alltag merkt, muss ein ausführlicher Test zeigen.

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