Das neue Einsteiger-iPad im Alltagstest

Das neuste Apple-Tablet kann nun nahezu alles, was die deutlich teureren Geräte können. Wir haben es ausprobiert.

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Der Test der neuen iPhones stand unter dem Motto «Darf es etwas mehr sein?». Da das iPhone XR auch nach einem Jahr noch eine Empfehlung wert ist, braucht es schon gute Gründe, um sich die teureren neuen zu kaufen, bilanzierte ich.

Beim neusten iPad ist es nun genau umgekehrt. Hier lautet die Frage: «Darf es etwas weniger sein?»

Das neue iPad (ab 380 Franken) ist Apples neustes Budget-Tablet. Schon vor einem Jahr staunte ich im Testbericht, wie gut und vor allem preiswert das damalige Einsteiger-iPad war. Ich nannte es ein iPad Pro zum halben Preis.

Empfehlung für Freunde und Verwandte

Bei Aktionen und an Black Friday fand man das Tablet immer mal wieder für 300 Franken. Kein Wunder, empfahl ich das günstigste iPad reihenweise im Freundes- und Verwandtschaftskreis. Zu dem Preis kann ihm kein Windows- oder Android-Gerät das Wasser reichen.

Zu kritisieren hatte ich letztes Jahr nur etwas: «Hoffentlich gibt sich Apple nächstes Jahr einen Ruck und reicht den Tastaturanschluss nach. Erst Tastatur und Stift machen das iPad komplett – egal, zu welchem Preis.»

Genau das hat Apple nun gemacht. Das neue Einsteiger-iPad bietet neu auch den Tastaturanschluss und einen mit 10,2 Zoll (früher 9,7 Zoll) leicht grösseren Bildschirm.

Allerdings sieht die iPad-Landschaft heute deutlich anders aus als damals im Frühling 2018. Was damals noch das iPad Pro war, ist jetzt das iPad Air (ab 580 Franken), dazu gibt es rundum neue iPad Pro (ab 900 Franken), und selbst das iPad Mini (ab 450 Franken) ist zurück.

Die Qual der Wahl

So umfangreich war das iPad-Sortiment noch nie. Wie immer bei Apple sind die Preise so gesetzt, dass man ständig in Versuchung gerät, für etwas mehr noch etwas mehr zu bezahlen. Die Entscheidung für das richtige iPad ist komplexer denn je.

Aber, und das hat der Alltagstest des neuen iPads gezeigt, das günstigste iPad braucht sich nicht vor den teureren Geräten zu verstecken. Wer ein Tablet fürs Sofa oder einen günstigen Laptop-Ersatz für unterwegs sucht, macht mit dem Budgetgerät nichts falsch.

Natürlich muss man Abstriche machen. Der Bildschirm ist nicht ganz so gut wie der des Air oder Pro. Aber das merkt man nur, wenn man beide nebeneinanderhält und ganz genau hinschaut.

Alter Prozessor

Auch beim Prozessor hat Apple gespart. Im neuen iPad steckt der A10-Prozessor, der 2016 erstmals im iPhone 7 verbaut wurde. Wer aufwendige Grafikprogramme nutzt, merkt einen Unterschied. Im Alltag fällt es aber nicht auf.

Der nicht mehr taufrische Prozessor macht einzig, was die Langlebigkeit des Geräts angeht, etwas stutzig. Apple beliefert seine Geräte jeweils über Jahre mit Updates. Doch wie lange wird der bereits dreijährige A10 noch mit Updates versorgt?

Optisch unterscheidet sich das iPad kaum vom iPad Air. Da das Air einen minimal grösseren Bildschirm bei gleicher Gerätegrösse hat, hat es etwas weniger Rand ums Display. Beide Geräte sind jedoch mit Apples Magnettastatur kompatibel, die damals mit dem iPad Pro 10.5 vorgestellt wurde.

Doch Vorsicht: Das neue iPad hat leicht andere Kanten als das Pro von damals. Das merkt man, wenn man die Logitech-Tastaturhülle des 10.5er-iPad Pro anklipsen möchte. Die passt nämlich nicht ans neue iPad.

Sparen mit Secondhandtastatur

Da Tastatur (180 Franken) und Stift (110 Franken) nicht im Preis inbegriffen sind, muss man nochmals mit einem stolzen Aufschlag rechnen, wenn man alle Möglichkeiten des iPads nutzen möchte. Da Tastatur und Stift aber schon länger im Handel sind, lohnt es sich, einen Blick auf Secondhandplattformen zu werfen.

Bei der Tastatur ist je nach Anforderungen auch eine günstigere Bluetooth-Tastatur eine Überlegung wert. Wer das iPad sowieso nur zu Hause nutzt, sollte sich die Logitech- K780-Tastatur (unter 100 Franken) anschauen. Beim Stift dagegen sollte man keine Experimente wagen und den von Apple kaufen, da nur der perfekt mit dem iPad harmoniert.

Wer wie ich täglich an einem iPad Pro arbeitet, kommt auch mit dem weniger als halb so teuren iPad gut durch den Tag. Dass der Bildschirm wieder mehr Rand drum rum hat, dass es einen Home-Knopf gibt und dass man sich wieder per Fingerabdruck anmelden muss, kann ich alles problemlos verschmerzen.

Kein USB-C

Gestört hat mich in meinem Alltag einzig, dass das iPad nach wie vor einen Lightning-Anschluss hat. Ich bin in den letzten Monaten zum USB-C-Fan geworden und schätze es ausserordentlich, dass ich das iPad Pro mit demselben Kabel laden kann wie meine Fotokamera oder meine Kopfhörer. Ja, ich kann Kamera und Tablet sogar über dasselbe Kabel verbinden und Fotos aufs iPad ziehen.

Über den USB-C-Anschluss kann ich auch einen externen Monitor oder Festplatten und USB-Sticks anschliessen. Beim iPad (ohne Pro) ist das nicht ganz so einfach. Die Software hat zwar dieselben Möglichkeiten wie auf dem iPad Pro, allerdings verfügt der Lightning-Anschluss nicht über genug Leistung, um externe Geräte wie Festplatten mit Strom zu versorgen.

Es gibt aber (wie so oft bei Apple) einen entsprechenden Adapter: den Lightning auf USB-3-Kamera-Adapter (45 Franken). Nicht zu verwechseln mit dem Lightning auf USB- Kamera-Adapter (35 Franken), den ich mir dummerweise für diesen Test gekauft habe. Der hilft in der Situation nichts. Es muss der grössere und teurere Adapter sein. Denn nur bei dem kann man zusätzlich eine Stromquelle verbinden und bringt so eine Vielzahl von USB-Geräten zum Laufen.

Wer mit all diesen Steckern, Adaptern und externen Speichermedien nichts am Hut haben will, kann sich dagegen über den Lightning-Anschluss freuen. Entsprechende Kabel hat man dank dem iPhone fast sicher schon im Haushalt, und man muss nicht auf USB-C umstellen.

Fazit: Das günstigste iPad im Apple-Sortiment kann nahezu alles, was die teils deutlich teureren iPads schon länger können. Man muss nun schon eine Eigenschaft des Air (besserer Bildschirm), des Mini (handlichere Grösse) oder des Pro (grosses Display, USB-C, Topleistung) unbedingt wollen, um tiefer in die Tasche zu greifen.

Billiger gehts übrigens auch: Es lohnt sich, das 2018er-iPad im Auge zu behalten. Da dürften die Preise fallen, nun, da es einen Nachfolger gibt. Wer die Apple-Magnettastatur nicht braucht, kann so nochmals ein paar Franken sparen.

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Erstellt: 05.11.2019, 14:37 Uhr

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