Analyse

Der Traum vom Computer am Handgelenk

Google hat seine Idee für Smartwatches vorgestellt und vieles richtig gemacht. Aber ein grundlegendes Problem bleibt.

Technologiekonzerne wollen uns ans Handgelenk. Nur womit?

Technologiekonzerne wollen uns ans Handgelenk. Nur womit? Bild: Keystone

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Mit der Präsentation von Android Wear (Google zeigt seine Smartwatches) geht das immer wieder heraufbeschworene Rennen ums Handgelenk in die nächste Runde.

Doch das Rennen bleibt weit offen. Denn noch hat kein Unternehmen eine wirklich überzeugende Smartwatch vorgestellt. Grosse Firmen und Start-ups tüfteln um die Wette und versuchen sich zu übertrumpfen (Der Erste ist nicht immer der Beste).

Kein zwingendes Argument

So unterschiedlich die verschiedenen Konzepte auch sind – manche verzichten gar auf einen Bildschirm – etwas haben sie gemeinsam, sie spiegeln den Traum vom Computer am Handgelenk.

Und genau da liegt das Problem aller bisher vorgestellten Smartwatches. Es sind Träumereien. Ein wirklich zwingendes Argument für einen Computer am Handgelenk hat noch kein Unternehmen geliefert.

Alles, was eine Smartwatch bisher kann, kann auch ein Telefon, ohne das die meisten klugen Uhren und Armbänder sowieso nicht funktionieren. Schritte zählen kann man mit der Moves-App (Jeder Schritt zählt) mindestens so gut, und für Benachrichtigungen vom Smartphone braucht man keinen Klotz am Handgelenk.

Immerhin zwei Klippen hat Google gut umschifft. So sollen sich die Android-Uhren per Sprachsteuerung freihändig bedienen lassen. Denn sonst braucht man für eine Smartwatch immer zwei Hände (Eine kluge Uhr, aber eine Hand zu wenig).

Dank der Integration von Google Now sollte die Uhr zudem automatisch die richtige Information im richtigen Moment anzeigen, sodass man nicht mehr lange durch Menüs navigieren muss.

Noch nicht das letzte Wort

Trotzdem sehe ich weiterhin keinen Grund, mir einen dieser Handgelenk-Computer zu kaufen oder gar meine mechanische Uhr dafür aufzugeben. Einzig der kürzlich von Samsung vorgestellte Pulsmesser am Handgelenk könnte mich dereinst vielleicht zu einem Fitnessarmband überreden.

Das letzte Wort in Sachen Computer fürs Handgelenk ist allerdings noch lange nicht gesprochen. Während andere Hersteller weiter zuwarten, ist Google mit Android Wear schon einmal solid – wenn auch nicht revolutionär – ins Rennen ums Handgelenk gestartet.

Man erinnere sich jedoch: Als Google Android 2007 vorstellte, klang das auch wenig revolutionär. Und das erste Android-Smartphone, das HTC Dream, sah aus wie die wirre Träumerei eines Ingenieurs.

Wie halten Sie es mit klugen Uhren und Armbändern? Haben Sie ein Modell gefunden, das Ihnen einen Mehrwert bringt und das Sie nicht mehr missen möchten? Sagen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren.

Erstellt: 19.03.2014, 14:31 Uhr

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