Die Smartphone-Routine

Grösser, schneller und immer weniger Unterscheidungsmerkmale. Die Smartphone-Bilanz des Mobile World Congress in Barcelona.

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Die grossen Smartphone-Überraschungen blieben dieses Jahr am Mobile World Congress in Barcelona aus. Viele Topgeräte wurden bereits im Vorfeld gezeigt. Oder man will die Show lieber gleich ganz für sich allein: Android-Smartphone-Dominator Samsung verzichtete in Barcelona auf die Ankündigung des Galaxy S4. Die Südkoreaner wollen das neue Smartphone am 14. März an einem eigenen Event vorstellen – und folgen damit der Apple-Philosophie. Immerhin präsentierte man in Barcelona das Galaxy-Note-Tablet 8.0.

LTE im Fokus

Für eine Premiere sorgte Huawei mit dem Ascend P2. Es ist voraussichtlich ab Mai in der Schweiz erhältlich, heisst es gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. LG tanzte am Mobile World Congress 2013 beinahe aus der Reihe: Der Hersteller hat die meisten neuen Geräte im Gepäck.

Der neue schnelle Mobilfunkstandard LTE gehört bei den Flaggschiff-Smartphones ebenso wie NFC und HD-Displays zum Standard. Besonders Elektronikhersteller LG setzt im Mobilfunkmarkt auf den schnellen Funkstandard LTE. «Wir sind bei den verkauften LTE-Smartphones jetzt schon führend», sagt LG-Sprecher Michael Wilmes am Montag an der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona.

Mit einem reichen Portfolio an LTE-Patenten sieht sich der koreanische Konzern gut gegen die Konkurrenz gerüstet. Seinen Entwicklungsvorsprung wolle LG nutzen und LTE vor allem für den breiten Massenmarkt anbieten.

Kaum noch Unterschiede auszumachen

Was sich bereits im Januar an der CES in las Vegas bereits abzeichnete: Smartphone-Hersteller setzten immer stärker auf Modelle mit grossen Displays. Zwischen 4,7 und 5,6 Zoll ist alles dabei. Die Zeichen standen an der Messe ingsegsamt auf Evolution statt Revolution. Die Premiummodelle unterscheiden sich technisch kaum voneinander, allenfalls beim Design differenziert man sich. Sony versucht mit dem Xperia Z, das seit einigen Tagen in der Schweiz erhältlich ist, beispielsweise den Wasserschutz sowie das Display mit Bravia-Engine in den Fokus zu rücken. Aber auch bei der Schutzfunktion ziehen bereits andere Hersteller nach. Andere bewerben die schmalen Dimensionen ihres Produkts.

Neben Googles Android sind auch erste Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Firefox OS präsentiert worden. Die ersten Geräte mit dem roten Fuchsschwanz-Symbol werden nach Angaben von Mozilla zuerst in Brasilien, Kolumbien und Mexiko eingeführt. Als erstes westeuropäisches Land wird Spanien genannt.

Die Europafrage

Bei einigen Präsentationen in Barcelona wurde gar nicht erst ein Erscheinungsdatum für Europa genannt. Das gilt etwa für das ZTE Memo (5,6 Zoll) oder das LG Optimus G Pro (5,5 Zoll) – beides valable Phablet-Konkurrenten für Samsungs Galaxy Note 2. Auch bei anderen Smartphones und Phablets bleiben Fragen offen zu einem europäischen Verkaufsstart.

Manchmal ist nicht einmal klar, ob die Modelle überhaupt in Europa erscheinen. Andererseits machen die Telcos je nach Land den chinesischen Neulingen den Einstieg nicht gerade einfach, insbesondere im Flaggschiff-Bereich. Und erst recht nicht, wenn sie preislich unter den Etablierten wie Apple und Samsung liegen. Doch auch wenn diese Fragezeichen vorab auf die chinesichen Hersteller wie ZTE, Huawei oder Lenovo zutreffen: Der Mobile World Congress zeigte auch, dass der Druck von neuen Mitbewerbern weiter steigen wird.

Erstellt: 01.03.2013, 13:24 Uhr

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