Die spannendsten Neuerungen von iOS 5

Flugtickets dabei? Brot eingekauft? Wie das iPhone hilft, dank GPS-Erinnerungen an Dinge zu denken. Tagesanzeiger.ch/Newsnet konnte diese und weitere Funktionen des neuen Betriebssystems testen.

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Im Herbst lanciert Apple iOS 5. Tagesanzeiger.ch/Newsnet konnte auf einem iPhone 4 bereits eine Vorversion des mobilen Betriebssystems unter die Lupe nehmen. Hier die Eindrücke der getesteten Features:

Erinnerungen: Mit der App Erinnerungen können Nutzer Aufgaben von Outlook oder iCal mit dem iOS-Gerät synchronisieren. Viel interessanter ist jedoch die Möglichkeit, ortsbezogene Erinnerungen zu erstellen. Das heisst, man wird nicht zu einer bestimmten Zeit an etwas erinnert, sondern nur dann, wenn man sich an einem zuvor festgelegten Ort befindet. Dazu tippt man beim Erfassen der Aufgabe (etwa Laptop im Büro nicht vergessen) zusätzlich die Adresse ein. Das iPhone merkt dank via GPS, wenn man sich in der Nähe des Standorts befindet und erinnert einen an das verknüpfte Ereignis (in unserem Beispiel die Laptop-Erinnerung).

Die Einsatzmöglichkeiten der To-do-Liste mit GPS-Daten sind vielfältig. Befindet man sich ein paar Strassen von der Buchhandlung entfernt, meldet das iPhone, dass man dort sein Buch abholen sollte. Oder man lässt sich auf dem Nachhauseweg beim Vorbeigehen an der Bäckerei daran erinnern, ein Feierabendbrot zu kaufen. Praktisch ist die Funktion auch, wenn man verreist: Dann könnte einen das iPhone beim Verlassen der Wohnung fragen, ob man auch wirklich Pässe, Tickets und weitere wichtige Dinge eingepackt hat. Oder man besucht einen Kollegen und will endlich die vor Monaten ausgeliehenen DVDs wieder mitnehmen. Die App meldet dies bei der Ankunft oder beim Verlassen (der Nutzer kann dies bestimmen) der Adresse. Einzige Voraussetzung für die Geo-Erinnerungen: Die Funktion Ortungsdienste muss aktiviert sein. Jeder Nutzer wird sich hier entscheiden müssen, ob er sich für die Erinnerungen-App orten lassen will.

iCloud: Der Schwerpunkt des iOS-Updates liegt natürlich auf dem Dienst iCloud. In den Einstellungen legt man fest, welche Daten an die Apple-Server übertragen und auf die eigenen Geräte gespielt werden. Wer Daten vom iPhone auf sein iPad übertragen will, muss so nicht mehr den lästigen Umweg via iTunes gehen. So kann man beispielsweise die Smartphone-Schnappschüsse dank einer Fotostream-Funktion umgehend auf dem Apple-Tablet anzeigen lassen. Überhaupt braucht man nach dem Aktualisieren auf iOS 5 kein iTunes mehr, um Daten zu aktualisieren. Auch System-Updates werden künftig via WLAN installiert. Der iCloud-Dienst wird mit dem iTunes-Login (Apple-ID) verwaltet. Zum Start stehen einem fünf Gigabyte Speicher zur Verfügung. Backups werden vollautomatisch via iCloud vorgenommen. Wer die Daten nicht an Apple schicken will, kann auch im heimischen WLAN-Netzwerk drahtlos mit iTunes synchronisieren, sobald das Gerät ans Stromkabel gehängt wird.

Benachrichtigungszentrale: Mit einer Wischbewegung von der oberen Bildschirmseite öffnet sich eine Übersicht mit Wetterdaten, Kalendereinträgen, Mails oder eben Breaking News der installierten Nachrichten-Apps. Letzteres funktionierte bereits in der von uns getesteten Vorversion - die Meldungen der «Tages-Anzeiger»-Applikation wurden chronologisch aufgelistet.

Kamera mit Auslöserknopf: Wer hat mit dem Apple-Smartphone nicht schon wunderbar verwackelte Fotos geschossen. Das Problem ist der Auslöser via Touchscreen. Ab iOS5 hat man zusätzlich die Möglichkeit, den Lautstärke-Button als Auslöser zu nutzen. Pikant: In der Vergangenheit hatte Apple entsprechende Foto-Apps immer abgelehnt oder entfernt. Nun bietet man das Feature also selber an. In der App Fotos kann man neu auch Bilder bearbeiten und zum Beispiel rote Augen entfernen. Die Kamera lässt sich neu direkt über den Sperr-Bildschirm nutzen - zweimal den Home-Button drücken und neben dem Musikplayer erscheint das Kamera-Symbol. Sollte man das iPhone einmal verlieren, hat der Finder aber keinen Zugriff auf das komplette Fotoalbum, sondern nur auf die Bilder, die via Sperr-Display gemacht wurden.

Twitter fix eingebaut: iMessage, welches von Techcrunch.com bereits als kostenloser SMS- und MMS-Killer gehandelt wird und auch die Whatsapp-App ablösen könnte, funktionierte in der Vorversion noch nicht. Unter den 200 Neuerungen, die Apple verspricht, findet man auch viele kosmetische Anpassungen. So erhalten Musik und Videos jeweils eigene Apps, die bisher unter iPod vereint waren. Neu ist der Kurznachrichtendienst Twitter integraler Bestandteil des iOS-Betriebssystems, hat in den Einstellungen einen eigenen Menüpunkt erhalten. Hier meldet man sich mit einem bestehenden Account direkt an oder legt einen neuen an. Die Nutzung der Twitter-Apps ist natürlich weiterhin möglich.

Eines wird viele Nutzer besonders freuen: Ab iOS 5 hat der Nutzer die Wahl, auf iTunes zu verzichten. Um alle Geräte untereinander zu aktualisieren, benötigt man nur noch die iCloud (siehe oben) und WLAN. Auch System-Updates lädt man sich via drahtlosem Internet herunter. Das Update auf iOS 5 funktioniert allerdings noch auf dem klassischen Weg über iTunes. Und die Software steht trotz iCloud weiterhin als Backup- und Aktualisierungsstation zur Verfügung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.09.2011, 10:47 Uhr

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