Test

Dünnstes Smartphone mit kleinen Schwächen

Huaweis neues Topmodel Ascend P6 macht vieles richtig, leistet sich aber auch Patzer, wie sich im Test zeigt. So befindet sich zum Beispiel der Kopfhöreranschluss an einer denkbar ungünstigen Stelle.

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Seit wenigen Tagen ist in der Schweiz das Ascend P6 erhältlich. Bei der Enthüllung im Juni pries Huawei sein neues Topmodel als dünnstes Smartphone der Welt an. In der Tat sind die Daten des Gadgets, das für circa 490 Franken erhältlich ist, eindrücklich: Das Smartphone ist nur 6,18 Millimeter dünn und mit 120 Gramm auch sehr leicht. Das Galaxy S4 kommt auf 7,19 mm, das iPhone 5 auf 7,6 mm. Legt man die Smartphones nebeneinander, ist der optische Unterschied jedoch minim.

Das Android-Smartphone mit 4,7-Zoll-Display (1280 x 720 Pixel) schmeichelt sich nach dem Auspacken sofort beim Nutzer ein: Die gebürstete Alurückseite gefällt, das Unibody-Gehäuse macht einen hochwertigen Eindruck – das elegante Smartphone wirkt überhaupt nicht fragil. Beim Design hat man sich allerdings auch deutlich vom iPhone inspirieren lassen.

Schnell warm

Das HD-Display macht einen guten Eindruck, die Farben sind lebendig, und der Touchscreen reagiert flott. Er lässt sich sogar mit Handschuhen bedienen. Topmodelle von Sony oder Samsung bieten aber mit Full-HD eine höhere Auflösung. Das Ascend P6 verrichtet im Alltagsbetrieb rasch und zuverlässig seine Arbeit. Was bald auffällt: Bei prozessorintensiven Anwendungen wie Games wird die Rückseite schnell warm. Die Acht-Megapixel-Kamera ist keine Offenbarung, schiesst aber trotzdem gute Bilder. Je nach Lichtverhältnissen wirken die Fotos etwas blass. Die Frontkamera kommt mit satten fünf Megapixeln daher.

Ohne LTE und wenig freier Speicher

Bei der Ausstattung vermisst man gerade als Schweizer Kunde einen LTE-Chip. Wer sich mit Topmodellen messen will, muss den Netzstandard in seinem Handy bieten – zumal man mittlerweile bei allen drei Schweizer Mobilfunkanbietern vom schnellen Netz profitiert und entsprechende 4G-Smartphones fast im Monatsrhythmus auf den Markt kommen. Auch NFC fehlt übrigens. Mit acht Gigabyte zeigt sich Huawei beim internen Speicher nicht sehr spendabel, denn davon sind nur etwa 4,2 Gigabyte auch effektiv nutzbar. Der Rest ist durch das Betriebssystem belegt.

Design-Fragezeichen

Einige Desingentscheide am Gehäuse erweisen sich in der Praxis als nachteilig. An der rechten Seite befinden sich identisch grosse Slots für die SIM- und SD-Karte, die jedoch unbeschriftet sind. Das wird zu Verwechslungen führen, andererseits wechselt man ja auch nicht permanent die Karten aus. Die USB-Buchse liegt an der Oberseite, was für übliche Lautsprecher-Docks zum Nachteil werden kann. Unten links am Gehäuse ragt ein Metallknopf aus dem Gehäuse – ein herausziehbarer Stift, mit dem man Speicher- und SIM-Slot öffnet. Eine gute Idee, allerdings besteht beim Herausziehen die Gefahr, dass der kleine Stift aus den Fingern flutscht. Das kleine Teilchen könnte also schon bald zum gefragtesten P6-Ersatzteil werden. Die frei gewordene Öffnung fungiert als Kopfhörerbuchse. Eine Anordnung, die wir im Test als sehr unpraktisch empfunden haben. Linkshänder und Nutzer, die das Smartphone zweihändig bedienen möchten, haben ein Problem. Zudem lässt sich das Handy beim Musikhören nicht mehr so einfach in der Hosentasche verstauen.

Das Android-Betriebssystem (4.2.2) hat Huawei mit der eigenen Oberfläche Emotion UI ausgestattet. Sie hat uns gefallen, erinnert vom Prinzip stark ans iPhone. So fehlt eine Menü-Unterebene (App Drawer) mit allen installierten Apps. Heruntergeladene Anwendungen landen direkt auf dem Homescreen. Huawei spendiert dem angepassten Android einige Zusatzfunktionen wie Profil oder den Energiesparmodus (siehe Bildstrecke). Mit einem Klick wird jeder Song im Musikplayer zum Klingelton.

Fazit

Das Ascend P6 ist ein optisch gelungenes Smartphone, dessen innere Werte es aber nicht mit den Klassenbesten aufnehmen können. Die angepasste Android-Oberfläche mit einigen Zusatzfunktionen überzeugt. Wer auf den 4G-Standard verzichten kann und auch sonst mit den erwähnten Mängeln (Stichwort Kopfhörerbuchse) kein Problem hat, erhält ein solides Mittelklasse-Smartphone mit schickem Design.

Das Ascend P6 wurde uns von Digitec.ch zur Verfügung gestellt und ist dort ohne Abo für 488 Franken erhältlich.

Erstellt: 19.07.2013, 10:24 Uhr

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