Dumme Geräte smart machen

Der WLAN-Zwischenstecker von Mystrom soll bei der Heimautomatisierung helfen. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat sie ausprobiert.

Einmal eingesteckt, lässt sich auch ein in die Jahre gekommenes Gerät fernsteuern.

Einmal eingesteckt, lässt sich auch ein in die Jahre gekommenes Gerät fernsteuern. Bild: PD

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Der Mystrom-Adapter verbindet sich mit dem heimischen WLAN-Netzwerk und macht jedes angeschlossene Gerät «smart». Es lässt sich per Smartphone-App und via Browser über mystrom.ch steuern. Nachteil: Die Weboberfläche funktioniert mit Adobe Flash, was nicht mehr so ganz zeitgemäss ist.

In der App und in der Weboberfläche sieht man, ob das angehängte Gerät eingeschaltet ist und wie viel Strom es verbraucht. Man kann einen Zeitplan aufstellen, wann es automatisch ein- und ausgeschaltet werden soll.

Der Knopf «Stromsparen» stellt zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Über «Automatisch aus» wird der «Konsument» nach der vorgegebenen Zeit automatisch abgeschaltet. Praktisch zum Beispiel für die Kaffeemaschine, die nach dem Frühstück nicht unnötig Strom ziehen soll, wenn man vergisst, sie auszuschalten.

Strom aus!

Die Option «Standby eliminieren» stellt die Stromzufuhr automatisch ganz ab, wenn sie unter einen gewissen (einstellbaren) Wert fällt. Das senkt den Verbrauch bei Geräten, die im Standby-Modus relativ viel Strom benötigen – hindert sie aber natürlich auch daran, per Fernbedienung aufgeweckt zu werden. Über den Ferienmodus simuliert man nach dem Zufallsprinzip Aktivität, damit die Wohnung oder das Haus nach aussen nicht unbewohnt wirkt.

Der Stromverbrauch wird in der App über die Zeit protokolliert, sodass man gerade bei grossen Verbrauchern einen Eindruck bekommt, was sie an Energiekosten verursachen.

SMS von der Steckdose

Via «Alarme» lässt man sich (per Mail, SMS oder in der App) benachrichtigen, wenn ein Gerät ein untypisches Verhalten zeigt und zum Beispiel sehr viel Energie zieht oder wenn das Gerät eingeschaltet wurde – so ist zum Beispiel auch eine einfache Überwachung möglich, wann gewisse Apparate in Betrieb genommen werden.

Der Switch lässt sich auch über Szenen steuern, das heisst, im Verbund mit anderen Geräten gemeinsam ein- oder ausschalten. Ein simples Szenario wäre «Feierabend», bei dem alle Geräte im Haushalt auf off gehen. Auch eine Koppelung an Homekit von Apple und die Iftt-App ist möglich – allerdings ist die Registrierung des Geräts etwas knifflig.

Die Home-App am iPhone oder iPad fragt bei der Einrichtung nach einem Code, von dem man wissen muss, wo man ihn findet: nämlich in der Mystrom-App unter «Ihr Switch > Einstellungen > Apple Homekit». Ist der Schalter aber einmal registriert, kann man das angeschlossene Gerät via Siri steuern, zum Beispiel mit dem Befehl: «Hey Siri, schalte mein Küchenlicht ein.»

Automatisieren mit Iftt

Die Smartphone-App von Iftt.com ist dazu da, um Geräte und Webdienste miteinander zu verbinden, die von Haus aus nicht interagieren. Mystrom findet sich unter den sogenannten Applets, was es ermöglicht, das am Stecker angeschlossene Gerät zum Beispiel von den Ortsdiensten des Handys steuern zu lassen.

Das geschieht in der App über ein sogenanntes «Rezept», das zum Beispiel so aussehen könnte: Wenn ich mich mit dem Smartphone dem Haus nähere, schaltet das Gerät ein – auf diese Weise könnte man automatisch das Licht aktivieren oder den Computer aufstarten.

Fazit: Die Konfiguration ist noch nicht ganz so trivial, wie man sich das wünschen würde. Doch abgesehen davon ist mit diesem simplen Strom-Switch eine erstaunlich vielfältige Automatisierung möglich. Von einfachen Zeitplänen über verbrauchsabhängige Kontrollmechanismen bis hin zur Steuerung mithilfe des Webs und der Handy-Sensoren kann man schon recht viel bewerkstelligen.

Mystrom Wi-Fi Switch, um die 39 Franken. Das Testgerät hat uns Digitec.ch zur Verfügung gestellt.

Erstellt: 03.08.2017, 08:45 Uhr

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