Ein Smartphone mit Akku-Wechsel-Option

Das Galaxy XCover Pro von Samsung ist äusserst robust und hat ein immer wieder gefordertes Feature. So schneidet es im ersten Test ab.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Januar sollte man mit Superlativen und Prognosen für die Jahresbestenlisten zurückhaltend hausieren gehen. Aber da müsste es schon ein sehr gutes Handyjahr werden, wenn das Galaxy XCover Pro (ca. 500 Franken, ab Ende Januar) im Dezember nicht auf der einen oder anderen Bestenliste auftaucht. Und sei es nur in der Kategorie «Publikumsliebling» oder «Vernunfthandy».

Und ja, es handelt sich dabei um ein Handy und nicht etwa um eine Hülle, wie es der etwas unglückliche Name vermuten lässt. Denn das ist ja der Clou: Das XCover Pro braucht keine Hülle, da die Konstruktion schon robust genug ist.

Handy, öffne dich!

Offiziell vorgestellt wurde das Android-Smartphone Anfang Monat. Gestern Mittwoch war es nun in Zürich an einem Medienanlass zum ersten Mal zu sehen.

Sehen und ausprobieren wollte man vor allem etwas: den austauschbaren Akku. Tatsächlich bringt Samsungs neustes Smartphone die in den Kommentarspalten immer wieder geforderte und vom Fairphone bekannte Funktion zurück.

Wie bei den Handys von früher kann man beim XCover Pro den Akku wieder selber wechseln. Das überrascht mehrfach. Vor allem aber weil Hersteller in den letzten Jahren jeweils argumentiert haben, dass Akkus wegen der Wasserfestigkeit nicht mehr auswechselbar seien (immer dünnere Geräte waren ein weiteres Argument.).

Fingernägel gefragt

Um den Akku zu tauschen, muss man mit dem Fingernagel die Plastikrückseite des Geräts anheben und abziehen. Dabei braucht es etwas Mut und Kraft. Aber wer das noch von früher gewohnt ist, hat den Dreh schnell wieder raus.

Was die Wechselakkus kosten, werden wir nachreichen, sobald Samsung den finalen Preis publiziert hat. Update: Laut Samsung wird ein Ersatz-Akku 59 Franken kosten.

Interessant sind übrigens auch zwei Kupfer-Pins links und rechts des USB-Ladeanschlusses unten am Handy. Damit kann das Handy ebenfalls geladen werden. Allerdings nicht per Kabel, sondern in einem Ladedock.

Das sei praktisch für Firmenkunden, die mehrere Geräte gleichzeitig laden müssen, argumentiert Samsung. Das XCover Pro ist nämlich in erster Linie für Arbeiterinnen und Arbeiter gedacht, denen ein Gerät auch mal runterfallen, nass werden oder gegen eine Kante schlagen kann.

Wie beim Festnetztelefon

Tatsächlich ist die Funktion auch für Leute praktisch, die ihr Handy einfach wie früher das Festnetztelefon in das Ladedock stellen wollen. Zu sehen war das Samsung-Dock allerdings noch nicht. Es ist also noch zu früh, zu sagen, ob es ähnlich komfortabel und zuverlässig funktioniert wie bei den gängigen Festnetztelefonen.

Falls ja, wäre das XCover Pro nämlich eine spannende Option für Seniorinnen und Senioren, wo das Laden per Kabel mühsam und per Drahtlos-Ladefläche zu fehleranfällig ist.

Mehr Tasten

Interessant sind auch die zusätzlichen und frei belegbaren Tasten. Samsung hat eine Partnerschaft mit Microsoft Teams (eine Businesssoftware, die Teams vernetzt und Slack Konkurrenz macht). So kann man eine Taste für die Walkie-Talkie-Funktion nutzen. Man kann aber auch, wie vorgeführt wurde, die LED-Blitz-Taschenlampe auf einen Knopf legen.

Ein ausführlicher Test muss zeigen, ob man die Tasten auch so programmieren kann, dass das Handy auf Knopfdruck eine bestimmte Nummer anruft.

Ansonsten bietet das Handy alles, was man heute von einem Smartphone braucht. Nichts in der aktuellsten, schnellsten und funkelndsten Variante. Aber – soweit der erste Eindruck – alles mehr als gut genug. Die Kamera schoss auch beim schlechten Licht nicht umwerfende, aber gute Fotos, die Bedienung war schnell, aber nicht ganz ruckelfrei, der Fingerabdrucksensor ist an der Kante statt unter dem Bildschirm, und das 6,3-Zoll-Display ist zwar nicht komplett randlos, aber beinahe.

Besonders praktisch im Winter: Der Touchscreen soll sich auch mit Handschuhen bedienen lassen. Wie und ob das funktioniert, muss ebenfalls ein ausführlicher Test zeigen.

Erster Eindruck: Wer immer das Neuste vom Neuen, das Eleganteste vom Eleganten und das Teuerste vom Teuersten gewohnt ist, wird beim XCover Pro die Nase rümpfen. Aber wer einfach nur ein Smartphone möchte, das nicht gleich kaputt geht und ein bisschen so funktioniert wie früher, als Handys noch Knöpfe und austauschbare Akkus hatten, dürfte immer noch mehr als zufrieden sein. So nicht doch noch gravierende Nachteile oder gar Fehler auftauchen, dürfte Samsung sehr viele davon verkaufen. Und das nicht nur an Firmen, Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter.

Haben Sie Fragen zum Galaxy XCover Pro? Unser Autor beantwortet diese gerne auf Twitter und Telegram:

Für Technologie- und Gadget-Aficionados

Interessieren Sie sich für Digitalthemen, haben Sie Fragen zu einem Artikel, oder wollen Sie einfach nur mit Gleichgesinnten diskutieren?

Für all diese Anliegen unterhält der Tamedia-Digital-Experte Rafael Zeier in der Telegram-App einen News-Kanal für die wichtigsten Neuigkeiten und einen Chat-Kanal, um darüber zu diskutieren.

News Telegram Chat Telegram

Erstellt: 23.01.2020, 11:16 Uhr

Artikel zum Thema

Happy Birthday, iPad!

Eine Hommage unseres Digital-Redaktors an das Apple-Tablet, das ihn seit zehn Jahren begleitet und ihm sogar einen neuen Job brachte. Mehr...

Die Mini-Festplatte mit Fingerabdruckleser im Test

Samsungs neuste SSD lässt sich mit dem Finger entsperren. Wir haben sie ausprobiert. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Kunst-Blumen: Zum Valentinstag schenkt Banksy der Stadt Bristol eine neues Werk. Das Blumen werfende Mädchen schmückt eine Wand im Stadtteil Barton Hill. (14. Februar 2020)
(Bild: Finnbarr Webster) Mehr...