Galaxy S5: Was Pulssensor und Fingerabdruckleser taugen

Ab Freitag ist das neue Flaggschiff von Samsung in der Schweiz erhältlich. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat es getestet.

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Bei den Smartphones passiert, was bei den Laptops schon länger der Fall ist. Man kann fast keine schlechten mehr kaufen. Zu immer tieferen Preisen gibt es gute bis sehr gute Geräte. Währenddessen tun sich die Hersteller schwer, sich mit ihren hochpreisigen Flaggschiff-Smartphones Jahr für Jahr zu übertreffen. Vor diesem Hintergrund wurde das neue Topgerät von Samsung mit Spannung erwartet.

«Back to basics» lautete das Motto, als der grösste Handyhersteller der Welt im Februar das neue Galaxy S5 in Barcelona präsentierte (Applaus für wasserdichtes Samsung-Handy). Doch entgegen dem Motto zeigten die Samsung-Manager ein neues Feature nach dem anderen: Pulssensor, wasserdichte Hülle, Fingerabdruckleser und zahlreiche Software-Neuerungen. «Back to basics» sieht anders aus.

Wenn man das neue Galaxy S5 nun aber in Betrieb nimmt, fallen diese vielen Neuerungen nicht negativ auf. Sie fallen gar nicht auf. Der Fingerabdruckleser wird erst aktiviert, wenn man ihn in den Einstellungen einschaltet. Auch die anderen Neuerungen springen einem nicht gleich ins Gesicht. Das S5 gibt sich Mühe, neue Nutzer nicht mit der Vielzahl an Optionen und Funktionen zu erschlagen. Wer die vielen Features des S5 dennoch ausprobieren möchte, findet diese in den umfangreichen Einstellungen. Diese Zurückhaltung ist tatsächlich «back to basics».

Ansprechende Oberfläche

Den Eindruck verstärkt die neue Benutzeroberfläche. Hier hat Samsung offensichtlich Zeit und Geld investiert, um den Anschluss an die so schönen wie effizienten Oberflächen der Konkurrenz nicht zu verlieren. Ein kleiner Schönheitsfehler bleibt aber: So findet man auf dem Galaxy S5, wie schon bei den Vorgängern, mehrere Apps doppelt. Besonders auffällig sind die zwei Browser. Einer ist von Samsung, der andere von Google (Chrome). Wirklich übersichtlich ist das nicht – weiter schlimm aber auch nicht. Liegt es doch in der Idee von Android, dass sich die besten Apps und nicht die offiziellen Apps durchsetzen sollen.

Bei der Hardware muss sich Samsung einmal mehr die Plastikkritik anhören. Auch mit dem S5 wird es diese nicht entkräften können. Immerhin muss man Samsung zugutehalten, dass die Rückseite nicht länger aus dem Plastikleder anderer Galaxy-Geräte ist. Die neue Rückseite, die Konkurrenten mit der Oberfläche eines Pflasters verglichen haben, fühlt sich in der Hand griffig an. Sie fühlt sich an wie feines Styropor. Beim Rand ist sich Samsung treu geblieben. Der ist immer noch aus dem glänzenden Plastikchrom.

Ob einem das neue S5 gefällt, ist Geschmackssache. Fest steht, dass es sich sehr leicht und doch vertrauenswürdig anfühlt. Bei unserem Testgerät knarzte nichts und die abnehmbare Rückseite hielt zuverlässig. Selbst den obligaten Tauchtest überstand das Telefon schadlos.

Fingerarbeit

So diskret Samsung die vielen Features präsentiert, so dürfen diese doch nicht unerwähnt bleiben. Der Fingerabdrucksensor befindet sich wie bei Apple im Home-Knopf. Allerdings muss man bei Samsung den jeweiligen Finger darüberziehen und nicht nur drauf legen. Das ist nicht ganz so intuitiv und einfach wie beim iPhone, aber mit etwas Übung immer noch relativ einfach und zuverlässig. Allerdings geht es bedeutend besser, wenn man das S5 in der einen Hand hält und mit einem Finger der anderen den Sensor bedient.

Der zweite vielbeachtete Sensor ist auf der Rückseite des Telefons, gleich unterhalb der Kamera: der Pulsmesser. Bedient wird der Sensor ebenfalls mit einem Finger. Wenn man den Finger lang und ruhig genug auf den Sensor hält, erfährt man seinen aktuellen Puls. Am Telefon ist der Sensor aber nur eine Spielerei. Am Körper, etwa am Handgelenk, macht so ein Sensor deutlich mehr Sinn.

Abtauchen

Die dritte wichtige Neuerung ist die wasserdichte Hülle des Telefons. Anders als bei Sony ist der Wasserschutz bei Samsung aber nur für Missgeschicke und nicht für Tauchgänge im Pool gedacht. Aus eigener Erfahrung möchte der Autor ein wasserdichtes Telefon nicht mehr missen. Denn im Regen, beim Sport und besonders in der Küche ist es sehr beruhigend, wenn man nicht ständig auf sein Telefon aufpassen muss.

Die Kamera des S5 hat neu einen 16-Megapixel-Sensor. Megapixel an sich machen zwar noch keine guten Fotos, aber auch bei seinem neusten Telefon zeigt Samsung, dass es sehr gute Handykameras bauen kann. Die Kamera ist einfach zu bedienen. Auf Wunsch kann man aber auch zahlreiche Einstellungen von Hand vornehmen (siehe Bildstrecke).

Bei all den Features geht fast eine der wichtigsten Funktionen eines Telefons, der Akku, vergessen. Der hielt im nicht wissenschaftlichen Alltagstest, mit übermässigem Gebrauch und häufig voller Helligkeit, mit 75 Prozent sehr gute 11 Stunden durch.

Fazit: Das Galaxy S5 ist eine gelungene Weiterentwicklung. Besitzer des Vorgängers wird es zwar kaum zu einem Wechsel bewegen können, aber wer aktuell ein neues Mobiltelefon sucht, sollte einen Blick auf das neue Samsung werfen. Vorausgesetzt, es ist einem nicht zu gross und man kann sich mit einem Plastiktelefon zu dem Preis anfreunden.

Alternativen: Wer auf der Suche nach einem neuen Flaggschiff-Telefon ist und lieber eines mit Metallhülle möchte, sollte das neue HTC One (M8) in seine Überlegungen miteinbeziehen. Wem das neue Galaxy zu gross ist, sollte unter anderem einen Blick auf das Sony Z1 Compact oder ein iPhone werfen.

Haben Sie Fragen zum neuen Galaxy S5? Der Autor beantwortet in den Kommentaren gerne Leserfragen.

Erstellt: 09.04.2014, 10:59 Uhr

Technische Innereien

Bildschirm: 5,1 Zoll (1080x1920)
Prozessor: 2.5 GHz
Speicher: 16/32 GB (mit Micro-SD erweiterbar)
Arbeitsspeicher: 2 GB
Akku: 2800 mAh
Betriebssystem: Android 4.4
Kamera: 16 Megapixel
Gewicht: 145 g
Preis: 799 Franken

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