Galaxy Tab S 10.5 – das taugt Samsungs neustes Tablet

Es geht um Millimeter- und Gramm-Unterschiede: Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat das neue Samsung-Tablet mit dem iPad Air oder dem Z2 von Sony verglichen.

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Samsung macht es seinen Kunden nicht einfach, den Überblick zu behalten. Erst im März hat Samsung neue Tablets in die Schweizer Läden gebracht. Nebst zwei extra grossen 12-Zoll-Geräten (Das Schreibtischtablet von Samsung im Schnelltest) wurden auch handlichere Modelle der 4er-Reihe vorgestellt, wie sie auch Apple und andere Konkurrenten im Angebot haben.

Und nun, kein halbes Jahr später, kommt bereits die nächste Generation in die Läden (Wo Samsungs neue Tablets das iPad übertreffen).

Diese hohe Kadenz macht es auch den Händlern nicht einfach. So bewirbt ein Schweizer Telecomunternehmen ein Tablet der 4er-Reihe immer noch als «das neuste von Samsung», und bei Onlinehändlern gab es teilweise grosse Rabatte auf die schon wieder übertrumpften Geräte. Aber was hebt die neuen S-Tablets von den Vorgängern ab?

In erster Linie setzt Samsung auf den neuen Bildschirm mit Super-Amoled-Technologie. Doch sind die Tablets auch dünner und leichter geworden. Überrascht hat Samsung mit dem Preis der neuen Tablets. So kostet die 10-Zoll-Variante mit empfohlenen 579 Franken mehr als das vergleichbare iPad Air (549 Franken).

Dünner und leichter

Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat das Galaxy Tab S 10.5 ausführlich getestet. Dass das neue Tablet leichter und dünner ist als seine Vorgänger, fällt einem vielleicht noch auf. Vergleicht man es aber mit Konkurrenzangeboten wie dem iPad Air oder dem Z2 von Sony, spürt man die Millimeter- und Gramm-Unterschiede kaum mehr. Von Auge sind die Unterschiede sowieso kaum zu sehen, wie die Bildstrecke zeigt.

Willkommen sind das geringe Gewicht und die schlanke Form aber alleweil. So kann man das Tablet auch über längere Zeit bequem in einer Hand halten. Auch der Akku machte trotz der Einsparungen bei Gewicht und Form einen soliden Eindruck und reichte selbst bei fleissiger Beanspruchung für einen Pendler- und Arbeitstag.

Ansonsten fühlt sich das Tablet trotz Plastik sehr solid und wertig an. Da knarzt und biegt sich nichts. Die Farbe unseres Testtablets nennt Samsung Titanium-Bronze. Verglichen mit den schwarzen, weissen und silbernen Tablets der Konkurrenz war das auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung und ein Hingucker dazu. Ob diese Farben aber auch in einem Jahr noch gefallen und nicht doch zu ausgefallen sind, muss sich weisen.

Geschmackssache Bildschirm

Farben sind auch das Hauptargument, das Samsung für die neuen Tablets ins Feld führt. Das Prunkstück der Galaxy-Tab-S-Reihe ist der hochauflösende Super-Amoled-Bildschirm. Der bietet tatsächlich sehr satte Farben und bessere Schwarztöne als andere Technologien.

Eine kleine Umfrage auf der Redaktion zeigte aber auch, dass manchen Kolleginnen und Kollegen die Farben bei Fotos gar zu satt und stark sind. In der Bildstrecke kann man die Unterschiede der verschiedenen Bildschirmtechnologien nur erahnen. Am besten macht man sich daher vor einem Kauf selbst ein Bild und vergleicht die Tablets.

Kein NFC

Eine bedauerliche Entwicklung fiel erst kurz vor dem Ende des Alltagstests auf. Samsung hat bei den neuen Tablets den NFC-Chip weggelassen. Damit kann man etwa eine kompatible Digitalkamera einfach mit einer Berührung mit einem Tablet verbinden. Warum diese Funktion weggelassen wurde, wollte Samsung gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet nicht sagen und verwies stattdessen auf die Wi-Fi-Direct- und Bluetooth-Funktion.

Schade, denn Samsung hat inzwischen ein umfangreiches Angebot an Geräten mit NFC-Funktion: darunter Kopfhörer, Lautsprecher und Fotokameras (Mit Apple-Charme und Jöö-Effekt). Sogar Apple könnte, verschiedenen Gerüchten zufolge, die neuste iPhone-Generation endlich mit dem praktischen Chip ausrüsten.

Doppelmoppel bei der Software

Apropos Apple: Samsung hat in den neusten Tablets einen Fingerabdruckleser eingebaut, wie ihn schon das Galaxy S5 und das iPhone 5s aufweisen. Der hat im Test zuverlässig funktioniert. Allerdings muss man ihn erst im Menü aktivieren. So erhält ihn nur, wer ihn auch wirklich will. Sowieso hält sich Samsung mit technischem Schnickschnack löblich zurück und erschlägt neue Nutzer nicht gleich mit all den vielen Funktionen.

Nicht zurückgehalten hat sich Samsung einmal mehr bei der Software. Wie schon bei anderen Galaxy-Tablets und -Telefonen kommt wieder die eigene Touchwiz-Oberfläche zum Zug. Auch bei den Apps gibt es wieder zahlreiche Doppelmoppel (siehe Bildstrecke). Für fast jeden Google-Dienst hat Samsung eine Alternative parat.

Mit dieser Strategie versucht sich Samsung von Google abzugrenzen. Das mag aus unternehmerischer Sicht sinnvoll sein. Doch für neue Nutzer ist es verwirrend, wenn mehrere Apps dasselbe machen, und für erfahrene Nutzer ärgerlich, wenn sie erst unnötige Apps wegräumen müssen. Immerhin kann man bei Android das Design fast beliebig den eigenen Vorlieben anpassen und unliebsame Apps verschwinden lassen.

Fazit: Mit dem höheren Preis als beim iPad hat Samsung ein Zeichen gesetzt. «Schaut her, wir können Premium und brauchen uns nicht zu verstecken.» In weiten Teilen ist das auch tatsächlich gelungen. Das Galaxy Tab S 10.5 ist ein schönes, solides Tablet mit ausreichend Leistung und Batterielaufzeit. Verschlimmbessert hat Samsung die Software. Die eigene Benutzeroberfläche bietet zwar viele praktische Funktionen, wirkt aber insgesamt nicht annähernd so elegant und ausgereift wie Apples iOS oder Googles Android. Da kann das nächste Galaxy-Tab nachbessern.

Haben Sie Fragen zum neusten Samsung-Tablet? TA-Autor Rafael Zeier beantwortet sie gerne in den Kommentaren.

Erstellt: 29.07.2014, 06:35 Uhr

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Galaxy Tab S 10.5

Prozessor: 1,9 GHz, 1,3 GHz (Octa-Core)
Arbeitsspeicher: 3GB
Speicherplatz: 16 / 32 GB (erweiterbar)
Bildschirm: 10.5” 2560x1600(WQXGA)
Kamera: 8 Megapixel
Software: Touchwiz / Android Kitkat (4.4)
Akku: 7900mAh

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