Ist die iPhone-4S-Knappheit beabsichtigt?

Asiatischen Medien zufolge hat Apple Bestellungen von Smartphone-Zulieferern verschoben – obwohl Käufer zum Teil wochenlang auf das iPhone 4S warten müssen.

Der Apple-Konzern wehrt sich gegen den Vorwurf, er lasse iPhone-Käufer im Regen stehen: Wartende Apple-Kunden in Budapest.

Der Apple-Konzern wehrt sich gegen den Vorwurf, er lasse iPhone-Käufer im Regen stehen: Wartende Apple-Kunden in Budapest.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Gerücht ist so alt wie das Produkt, das es betrifft: Apple stelle absichtlich weniger iPhones her, als gemäss Nachfrage erwünscht wären. Die daraus resultierenden Lieferschwierigkeiten würden den Smartphone-Hype zusätzlich anheizen.

Neue Nahrung erhält diese Spekulation durch zwei Medienberichte. Laut dem für gewöhnlich gut informierten IT-Portal «Digitimes» aus Taiwan hat Apple einige Zulieferer angewiesen, weniger Komponenten für die iPhone-4S-Produktion herzustellen respektive die Herstellung auf das erste Quartal des kommenden Jahres zu verschieben. Die in China beheimatete «Commercial Times» (Artikel online nicht verfügbar) wiederum schreibt, Cupertino fahre iPhone-Bestellungen im vierten Quartal 2011 um 10 bis 15 Prozent herunter.

Das Dementi von Tim Cook

«Apple nimmt keine Stellung zu Gerüchten», so eine Apple-Sprecherin gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Im Sommer 2010 dementierte Apple-Chef Tim Cook, dass das Unternehmen eine Marketingstrategie der künstlichen Verknappung verfolge. Apple und seine Zulieferer würden im Gegenteil alles unternehmen, um Käufer zufriedenzustellen.

Swisscom-Chef Carsten Schloter kritisierte damals Apple massiv. Vor dem Verkaufsstart des iPhone 4 sei es nicht möglich gewesen, das Gerät zu reservieren. «Das frustriert die Kunden total», so Schloter gegenüber der «SonntagsZeitung». Auch ein sehr erfolgreiches Unternehmen müsse sich überlegen, «wie man eine Markteinführung eines neuen Geräts optimal gestaltet, dass der Kunde am Ende des Tages zufrieden ist». Apple müsse schauen, dass es nicht den «Bodenkontakt zu den Kunden verliert».

Swisscom: «Situation hat sich verbessert»

Wie ist die Situation heute? «Eine künstliche Verknappung können wir nicht bestätigen. Aus unserer Sicht haben sich die Lieferungen durch Apple gegenüber der Einführung des iPhone 4 deutlich verbessert», so Swisscom-Sprecher Olaf Schulze. Die Wartezeiten für das iPhone 4S betragen laut Schulze eine Woche (16-GB-Modell), vier Wochen (32 GB) und sechs Wochen (64 GB) ab Bestelldatum.

(rek)

Erstellt: 10.11.2011, 11:05 Uhr

Artikel zum Thema

Apple-Update gegen Akku-Schwäche

Hintergrund Nach langem Schweigen hat der iPhone-Hersteller zugegeben, dass es mit dem iPhone 4S Probleme gibt. Das Smartphone braucht neue Software – die bislang aber nur Entwickler bekommen haben. Mehr...

Warum Apple nicht mehr Nummer 1 ist

Samsung hat Apple als grösster Smartphone-Hersteller abgelöst, macht aber pro Gerät weniger Gewinn. Darum bleibt der iPhone-Hersteller der wertvollste Technologiekonzern der Welt. Mehr...

Die Wut der iPhone-4S-Käufer

Das Rätselraten um den schwachen Akku des neuen Apple-Smartphones geht weiter. In Userforen machen Kunden ihrem Ärger Luft. Apple will dem Problem nun auf den Grund gehen. Mehr...

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Blogs

History Reloaded Verschwörung in Virginia

Welttheater Splitter

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Auch ein Rücken kann entzücken: Ein Elefant zeigt sich im Joburg Zoo in Johannesburg nicht gerade von der besten Seite (18. August 2017).
(Bild: Kim Ludbrook) Mehr...