Analyse

Kein Schnäppchen

Die grosse Überraschung ist Apple beim neuen iPhone schuldig geblieben. Gerade beim Preis gibt es Nachholbedarf.

Nicht so billig, wie vermutet: das neue iPhone 5c mit Schutzhülle.

Nicht so billig, wie vermutet: das neue iPhone 5c mit Schutzhülle. Bild: Reuters

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Nach einer langen Wartezeit ohne neue Produkte hat Apple seine neuen Smartphones vorgestellt. Im Gegensatz zu früher wurde nicht nur ein neues Spitzenmodell und ein verbilligtes Vorjahresmodell gezeigt, sondern preislich auch ein Gerät dazwischen. Im Vorfeld hatten Experten vermutet, dass das iPhone 5c mit seinem Plastikgehäuse als Alternative zu günstigen Smartphones der Konkurrenz lanciert würde.

Doch mit einem Verkaufspreis von 550 Dollar wird es kein Schnäppchen. Und auch das altgediente iPhone 4s für 450 Dollar wird die Konkurrenz kaum ängstigen. Speziell den Markt in Schwellenländern teilen sich Hersteller von Smartphones mit deutlich tieferen Preisen.

Die Überraschung beim Preis ist also ausgeblieben. In einem anderen Bereich hat Apple aber eine interessante Neuerung präsentiert. Der Fingerabdruckleser im Home-Knopf wirkt auf den ersten Blick wie eine Scheininnovation, erleichtert er doch nur das Entsperren des Geräts. Doch wenn ihn Apple in naher Zukunft mit den Kreditkartendaten seiner Kunden verknüpft, könnte das Telefon bald die gängigen Kreditkarten konkurrenzieren. Allerdings hat Apple bis jetzt wenig Interesse an diesem Markt erkennen lassen.

Ebenfalls denkbar ist, dass ein Apple-Gerät mit dem Betätigen des Home-Knopfs in Zukunft erkennt, wer es gerade benützt. So könnten mehrere Personen in einem Haushalt ein iPad nutzen. Jeder hätte automatisch seine Apps und seine E-Mails. Der Sensor birgt aber auch Risiken. Wenn er nicht so elegant und schnell funktioniert wie von Apple versprochen, wird er zum Ärgernis. Auch dürfte es nicht lange dauern, bis findige Hacker eine Sicherheitslücke finden.

Nun, da Apple vorgelegt hat, werden die ersten Nachahmer-Produkte wohl nicht lange auf sich warten lassen. Fingerabdruckleser sind zwar auch in Handys nicht neu, aber vielversprechend hat die Technologie bis jetzt noch keiner eingesetzt. Kurzfristig verschafft der neue Sensor Apple ein bisschen Luft und gute Presse. Längerfristig wird aber auch der erfolgsverwöhnte Apfel-Konzern nicht umhinkommen, über seine Preise nachzudenken.

Erstellt: 12.09.2013, 10:43 Uhr

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