«Kommunikation an einem Ort gebündelt»

Swisscom-Leiter Urs Schaeppi im Interview über den neuen Messenger iO, Video-Chats und was die Software von Whatsapp unterscheidet.

Chatten, telefonieren, Bilder verschicken: Messenger iO.

Chatten, telefonieren, Bilder verschicken: Messenger iO. Bild: Keystone

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Mit iO ist die Swisscom spät dran. Viele Schweizer, die via Messenger kommunizieren, nutzen bereits Whatsapp. Für sie gibt es keinen Grund, auf iO zu wechseln.
Das wird sich zeigen. 40'000 iPhone-Downloads nach einem Tag zeigen schon einmal, dass das Interesse vorhanden ist.

Was macht iO anders als Whatsapp?
Mit iO ist Ihre gesamte Kommunikation an einem Ort gebündelt, Sie können Nachrichten und Bilder austauschen und direkt aus der App heraus ihren Chat-Kontakt anrufen. Das bieten andere Messenger nicht.

Mit einem neuen Dienst möchte man auch Geld verdienen. Wie generiert die Swisscom Einnahmen bei iO?
Die Nutzung an sich ist kostenlos. Kostenpflichtig wird es für Kunden nur, wenn sie klassische Telefonnummern anrufen wollen. Aber für Kunden, die ein Infinity-Abo haben, sind sogar auch solche Anrufe inklusive.

Bei Messengerdiensten ist auch die Sicherheit ein Thema. Wie sieht es bei iO mit dem Datenschutz aus?
Die Daten sind verschlüsselt, werden auf Servern in der Schweiz gespeichert und unterliegen somit dem strengen Schweizer Datenschutz. Das ist ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus den USA. Und die Kontakte der User werden nicht auf die Server hochgeladen, sondern nur auf dem Gerät gespeichert. Wir speichern nur Handynummer, Name und Vorname und die Chat-Chronik. Für uns ist das Thema Sicherheit und die Privatsphäre unserer Kunden sehr wichtig.

Wer bereits ein Infinity-Abo hat, der braucht iO gar nicht.
Ja, das kann man so sehen. In der Schweiz haben sie keine Preisvorteile, können aber mit iO integriert kommunizieren, also Messages und Bilder verschicken sowie direkt aus der App telefonieren. Und im Ausland können Infinity-Kunden mit iO via Internetverbindung weltweit gratis kommunizieren und damit ebenfalls sparen.

Wird die iO-App auch für Tablets erscheinen?
Ja, im Herbst – mit den gleichen Funktionen. Und wir werden die Funktionen von iO schrittweise erweitern. Geplant sind Gruppen-Chats innerhalb der Community, Video-Anrufe und die Möglichkeit, dass die Chronik auf allen verwendeten Geräten synchronisiert wird. Wir planen auch eine App für Windows Phone.

Auf dem Galaxy S2 und vielen anderen Smartphones kann man iO nicht installieren. Das ist ein Nachteil.
Wir können zunächst nicht alle Geräte berücksichtigen und konzentrieren uns derzeit auf die aktuellen und weit verbreiteten Geräte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.06.2013, 08:41 Uhr

Urs Schaeppi.

App für iOS und Android

Mit der Smartphone-App iO will die Swisscom Whatsapp- oder Skype-Nutzer wieder für das eigene Angebot zurückgewinnen.

Die App funktioniert etwa wie Skype: Wenn man mit dem Internet verbunden ist, kann man telefonieren oder Nachrichten schicken. Dies funktioniert im Gegensatz zu Whatsapp auch bei Kontakten ausserhalb der Gemeinschaft von Leuten, die zugestimmt haben mitzumachen. Damit können auch Kunden anderer Anbieter wie Orange oder Sunrise oder sogar ausländischer Mobilfunkanbieter diese App nutzen.

Unter den Nutzern der iO-App sind diese Anrufe oder Nachrichten gratis. Es fällt allerdings der Datenverkehr an, wenn man sich in einem Mobilfunknetz befindet. Je nach Abo oder Prepaid-Karte kann das zu Buche schlagen. Dies gilt aber auch für den Angerufenen, was eine Überraschung für viele Prepaid-Kunden hierzulande sein könnte. (sda)

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