Surface 3

Microsofts neustes Tablet nimmt Apple und Samsung ins Visier

Das neue Surface 3 ist kleiner, handlicher und günstiger geworden. Tagesanzeiger.ch/Newsnet konnte einen Prototyp ausprobieren.

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Microsofts eigene Tablet-Reihe war 2012 schlecht gestartet. Erst mit der dritten Generation und dem Fokus auf Profi-Anwender wurden die Surface-Tablets zum finanziellen Erfolg. Beim Surface Pro 3 wurde 2014 fast alles richtig gemacht, was bei seinen Vorgängern noch falsch war: Es wurde dünner und handlicher, der Bildschirm bekam ein praktischeres Format, und Tastatur und Stift wurden deutlich besser (Das Surface Pro 3 im Test).

Wenn man dem Surface Pro 3 etwas vorwerfen konnte, dann das: Es ist mit einer Diagonale von 35 Zentimetern und dem 12-Zoll-Bildschirm immer noch nicht ganz so handlich wie kleinere Tab­lets (das iPad Air etwa hat eine Diagonale von 29 Zentimetern). Zudem ist es mit seinen schnellen Prozessoren für viele Anwendungsbeispiele übermotorisiert und an der oberen Budgetgrenze.

Kleiner und handlicher

Dieser Kritik trägt Microsoft nun Rechnung. Das gestern vorgestellte Surface 3 ist mit einem 10,8-Zoll-Bildschirm und 622 Gramm handlicher, kostengünstiger als das grössere Pro-Modell und setzt auf einen budget- und akkufreundlicheren Prozessor von Intels Atom-Reihe.

Das günstigste Modell mit 64 GB Speicherplatz wird in der Schweiz ab dem 7. Mai 579 Franken kosten. Für das teurere mit 128 GB Speicherplatz verlangt Microsoft 699 Franken. Die magnetische Anklips-Tastatur (150 Franken) und der Stift (50 Franken) sind separat erhältlich. Eine Version, die sich mit LTE auch von unterwegs ins Internet einklinken kann, soll im Spätsommer folgen.

Ungeachtet des Zubehörs fällt auf, dass Microsoft sein neustes Tablet preislich im selben Territorium wie Samsung oder Apple ansiedelt. Ein iPad Air 2 mit gleich viel Speicher wie das günstigste Surface kostet beispielsweise bei Apple 659 Franken. Im Handel findet man das Apple-Tablet allerdings günstiger.

Das volle Windows

Wie schon auf dem grösseren Pro-Modell läuft auf dem Surface 3 das normale Windows ohne Einschränkungen. Man kann darauf alle möglichen Programme installieren, auch die Apps aus dem Microsoft Store. Da ist die Auswahl aber im Vergleich mit ­Google und Apple nach wie vor enttäuschend.

Aktuell ist Windows 8.1 installiert, aber das Tablet soll kostenlos auf Windows 10 aufdatiert werden können, wenn dieses irgendwann im Sommer auf den Markt kommt. Über einen normalen USB-Anschluss kann man Drucker und anderes Zubehör anschliessen. Geladen wird das Tablet über einen Micro-USB-Anschluss, wie man ihn von Android-Smartphones und -Tablets kennt.

Gleicher Stift, kleinere Tastatur

Tagesanzeiger.ch/Newsnet konnte einen Prototyp des neuen Tablets kurz testen. Es ist solid verarbeitet, und die Magnesiumhülle fühlt sich gleich hochwertig an wie beim teureren Pro-Modell. Dank geringerem Gewicht und handlicherer Grösse liegt es nun ähnlich gut in der Hand wie vergleichbare Tablets der Konkurrenz. Neu kommt das Tablet ohne Lüftungsschlitze aus. Leider ist der ausklappbare Ständer nicht mehr frei einstellbar. Er lässt sich auf drei Positionen arretieren. Ein Kompromiss, um das Tablet etwas dünner zu machen, wie Microsoft erklärt.

Die neue Tastatur wirkt gleich zuverlässig wie die des Pro-Modells. Die Magnete wurden nochmals verstärkt, damit sie besser am Tablet halten. Tippen kann man darauf, so der erste Eindruck, ebenso komfortabel wie auf der grösseren Tastatur des Pro-Modells. Die Tastatur des Surface Pro 3 funktioniert übrigens auch mit dem Surface 3. Allerdings lässt sie sich nicht per Magnet schräg stellen. Aber wegen der unterschiedlichen Grösse macht der Wechsel sowieso nur in Notfällen Sinn.

Was kann der Prozessor?

Der Stift ist dagegen derselbe geblieben (Die Handschrift hat nicht ausgedient). Auch wenn es sich um ein Prototyp-Tablet mit unfertiger Software handelte, konnte man mit dem Stift genauso gut schreiben wie auf dem Pro-Modell. Der schwächere Prozessor scheint damit keine Probleme zu haben. Doch das muss noch mal überprüft werden, wenn das fertige Tablet auf den Markt kommt. Dann wird sich auch zeigen, ob der Akku tatsächlich die versprochenen 10 Stunden durchhält und wie leistungsstark der Atomprozessor ist.

Interessantes Detail am Rande: Auf der Rückseite prangt nicht mehr wie bei den Vorgängern der Surface-Schriftzug, sondern das spiegelnde Microsoft-Logo mit den vier Quadraten. Berichte, wonach der Konzern künftig seine Hauptmarke Microsoft zuungunsten von Untermarken wie Office, Windows oder Surface stärker in den Vordergrund rücken könnte, scheinen sich zu bewahrheiten.

Fazit: Nachdem Microsoft mit dem Surface Pro 3 in erster Linie Premium-Laptops ins Visier genommen hat, zielt das Unternehmen mit dem günstigeren und handlicheren Surface 3 nun primär auf Premium-Tablets. Dank den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten verfügt Microsoft – soweit man das bis jetzt beurteilen kann – nun auch über eine gute Alternative zu den Samsung- und Apple-Tablets, die über 500 Franken kosten. Einzig beim App-Angebot besteht nach wie vor Verbesserungsbedarf. Man kann zwar auf Windows 8.1 installieren, was man will, dennoch vermisst man den Komfort von Apps, an die man sich auf den Plattformen von Google und Apple gewöhnt hat. Mit Windows 10 könnte sich das aber schon im Sommer merklich bessern.

Haben Sie Fragen zum neuen Surface? Digital-Redaktor Rafael Zeier beantwortet sie gerne in den Kommentaren.

Erstellt: 31.03.2015, 15:04 Uhr

Technische Innereien

Bildschirm: 10,8 Zoll, 1920x1280
Prozessor: Atom X7
Speicherplatz: 64/128 GB
Arbeitsspeicher: 2/4 GB
Akku: 10 Stunden
Gewicht: 622 Gramm
Grösse: 267 x 187 x 8,7 mm
Preis: 579/699 Franken (ohne LTE)

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