Mobile Schadensbegrenzung

Ist das Smartphone verloren, gestohlen oder irreparabel zerstört, sind auch die Daten weg. Nur wer gut vorbereitet ist, kann Verluste minimieren.

Es gibt nicht nur die iCloud von Apple: Auch Samsungdive.com verrät, wo das eigene Galaxy steckt.

Es gibt nicht nur die iCloud von Apple: Auch Samsungdive.com verrät, wo das eigene Galaxy steckt. Bild: Scree: TA

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bald stehen die Sommerferien und mit ihnen die grossen Reisen an. Mit in die Ferien kommt auch das Smartphone – manches kehrt allerdings nicht mehr zurück. Sie werden vergessen, geklaut oder landen im Swimmingpool. Auch wenn das Gerät einfach zu ersetzen ist: die darauf gespeicherten Daten sind es nicht, hinzu kommt die Gefahr, dass Unbefugte die Telefonrechnung belasten.

Der potenzielle Schaden lässt sich aber vorab minimieren. Grundsätzlich – nicht nur vor den Ferien – sollte man drei Dinge beachten: Bildschirmsperre einschalten, regelmässige Datensicherung und einen Lokalisations- und Fernzugriffsdienst einschalten. Für die grossen Smartphone-Plattformen iOS (Apple), Android (Google) und Windows Phone (Microsoft) gibt es entsprechende Dienste, meistens sogar kostenlos.

Meister der Einfachheit

Am einfachsten ist es für iPhone-Nutzer. Apple bietet alle wichtigen Sicherheitsdienste gleich mit an, als Teil von iCloud. Auf dem Gerät schaltet man unter «Einstellungen > iCloud» folgende Dienste ein: «Speicher & Backup > iCloud-Backup», ausserdem unbedingt «iPhone suchen». Via www.icloud.com und seine Apple-ID kann man fortan das Gerät lokalisieren, es klingeln und eine Nachricht darauf anzeigen lassen, es sperren und notfalls sogar komplett löschen. Die Tastatur-Sperre schaltet man unter «Einstellungen > Allgemein > Code-Sperre» ein. Man kann eine vierstellige Zahlenkombination oder ein Passwort aus Buchstaben und Zahlen verwenden. All das funktioniert auch beim iPad.

Diverse Hersteller setzten auf Android als Betriebssystem, wobei jeder seine eigene «Geschmacksrichtung» beisteuert. Deshalb können folgende Tipps je nach Hersteller leicht abweichen, wir beziehen uns primär auf das Galaxy S III von Samsung. Dessen Tastensperre schaltet man unter «Einstellungen > Sicherheit > Bildschirmsperre» ein, wobei man zwischen diversen Optionen wählen kann. Das beliebte Entsperren via Muster bietet bloss mittelmässige Sicherheit, ein Zahlencode oder Passwort ist besser und kann weniger einfach von Neugierigen abgeschaut werden.

Komplexer gestaltet sich das Backup von Android-Smartphones, denn von Haus aus gibt es keine Komplettlösung. Kontakte, Kalender und G-Mails werden zwar automatisch bei Google gespeichert, doch Fotos, Videos und die Daten von weiteren Apps nicht in jedem Fall.

Backup-Lösungen von Drittherstellern

Häufig kann man seine Fotografien und seine Videos auf einen Cloud-Dienst wie Dropbox automatisch speichern, somit hätte man im Notfall noch eine Kopie: «Einstellungen > Konten und Synchronisation > Dropbox > Kontoeinstellungen». Die Option «Meine Daten sichern» unter «Einstellungen > Sichern und zurücksetzen» hinterlegt App-Daten, Passwörter und Einstellungen bei Google.

Zusätzlich gibt es Backup-Lösungen von Drittherstellern. Weitherum einen guten Ruf geniesst die App My Backup, die in der Pro-Version 4.80 Franken kostet. Die Sicherheits-Suite von Lookout beinhaltet ebenfalls eine Backup-Option, der Service kostet 3 Franken pro Monat oder 30 Franken im Jahr. Viele kostenlose Backup-Apps erstellen nur eine Kopie der Daten auf einer SD-Karte, das nützt bei Diebstahl und dergleichen aber nichts.

Samsung als grösster Android-Hersteller bietet ausserdem einen Lokalisations-Dienst an. Diesen schaltet man unter «Einstellungen > Sicherheit > Fernzugriff» ein und erstellt ein Konto bei www.samsungdive.com. Über diese Website kann man das Telefon finden, es klingeln lassen, eine Nachricht anzeigen, den Bildschirm sperren oder das Gerät ganz löschen.

Die App Plan B von Lookout verrät ebenfalls, wo das Android-Handy ist. Speziell daran ist, dass man sie sogar noch installieren kann, nachdem man das Gerät verloren hat, via Googles Play-Store.

Windows Phone ohne Backup

Microsofts Smartphone-Plattform, vorwiegend durch Nokia vertreten, bietet unter www.windowsphone.com ebenfalls einen Lokalisations- und Sperrdienst an. Voraussetzung ist eine Live-ID und dass man den Dienst auf dem Gerät eingeschaltet hat: «Einstellungen > System > Mein Handy finden». Auf der Website werden auch die Kontakte und Kalender abgelegt. Unter «Einstellungen > System > Sperre & Hintergrund» aktiviert man ausserdem den Bildschirm-Sperrcode.

Ein automatisches Backup gibt es auch für Windows Phone 7 nicht (und es fehlt offenbar auch in der kommenden Version 8). Fotos und Videos kann man immerhin automatisch auf Sky Drive ablegen, indem man unter «Einstellungen > Anwendungen > Bilder und Kamera» die Option «Automatisch auf Sky Drive hochladen» einschaltet.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.06.2012, 12:10 Uhr

Artikel zum Thema

Wer kann noch abschalten?

Smartphone und mobile Geräte tragen die Firma in die eigenen vier Wände. «Stopp», sagt dazu jetzt die deutsche Arbeitsministerin. Die ständige Erreichbarkeit ist auch in der Schweiz ein Thema. Betroffene erzählen. Mehr...

Schweizer sind Europameister im mobilen Surfen

In keinem anderen Land in Europa suchen so viele Nutzer mit dem Smartphone nach Produkten und Dienstleistungen. Besonders nach Ferien und Reisen wird gesurft, zeigt eine Studie. Mehr...

«Das schnellste Abo halte ich für übertrieben»

Unbegrenzt mit dem Smartphone im Mobilfunknetz surfen: Telekom-Experte Ralf Beyeler von Comparis begrüsst die neuen Swisscom-Angebote. Sie halten aber unter Umständen nicht alles, was sie versprechen. Mehr...

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Grösste Wallfahrt der Welt: Eine Frau ruht sich während der jährlichen Pilgerfahrt zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe in Mexico City aus. (11. Dezember 2018)
(Bild: Carlos Jasso) Mehr...