Musik aus dem Internet, gratis & legal

Musikdienste im Web bieten ein vielseitiges Streaming-Programm, kostenlos oder im Abo. Mit den entsprechenden Apps findet die Musik auch den Weg auf Smartphones.

Neu auch auf dem Smartphone: Sophie Hunger ist seit Anfang Jahr auf der rasant wachsenden Musikplattform Simfy vertreten.

Neu auch auf dem Smartphone: Sophie Hunger ist seit Anfang Jahr auf der rasant wachsenden Musikplattform Simfy vertreten. Bild: Keystone

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Das Internet ist eine riesige Jukebox. «On demand» nennt sich das Neudeutsch, wenn man online nach Lust und Laune Pop, Rock oder alternative Klänge konsumiert. Musik-Webdienste mit grossem Repertoire machen den Kauf von Tonträgern oder Musikdownloads überflüssig – zumindest für Musikliebhaber, die sich mit mittelmässiger Tonqualität abfinden können und nicht das Bedürfnis haben, Aufnahmen zu besitzen und sie in den Plattenschrank zu stellen oder auf der Festplatte zu horten.

Die Internetmusik spielt kostenlos im Browser, steht aber nicht zum Download bereit. Das Repertoire der Dienste ist beachtlich. Simfy.ch beispielsweise hält rund acht Millionen Songs von Major- und Independent-Labels abrufbereit und baut das Angebot ständig aus. Seit Anfang Jahr ist beispielsweise als Vertreterin des heimischen Schaffens auch Sophie Hunger vertreten.

Community als zentraler Aspekt

Musik hört man über Wiedergabelisten, indem man Titel wählt, sie in Reihenfolge bringt und sein individuelles Programm zusammenstellt. Die zweite Möglichkeit ist, sich vom Musikdienst Vorschläge servieren zu lassen. Die automatische Playlist wird von der Software gemäss einer Vorgabe zusammenstellt, beispielsweise anhand eines oder mehrerer Lieblingskünstler.

Ein zentraler Aspekt bei den Musikdiensten ist die Community. Die erste Website, die Musikhören in einer virtuellen Gemeinschaft populär machte, war Last.fm. 2002 gegründet, bringt dieser Dienst anhand von Übereinstimmungen beim Musikgeschmack Leute zusammen. Die Idee: Wer in seiner «Nachbarschaft» auf Entdeckungstour geht, kann seinen musikalischen Horizont anhand der Vorlieben der Gleichgesinnten erweitern. Doch obwohl dieses Prinzip funktioniert, haben sich viele Nutzer von Last.fm abgewandt. Der Dienst ist hierzulande inzwischen nicht mehr kostenlos, und das Musikangebot wurde massiv ausgedünnt. Immerhin: Es gibt mehrere Webdienste, die sich als Alternative anbieten.

Rechtlich heikler Upload

Grooveshark.com ist eine US-amerikanische Online-Community, bei welcher der Nutzer seine Wiedergabelisten manuell bestückt oder von der Software auswählen lässt. Ob einem automatisch vorgeschlagene Stücke gefallen oder nicht, tut er durch Anklicken des lachenden oder des weinenden Smiley kund. Die Bewertung wirkt sich auf die weitere automatische Musikauswahl aus. Der Musikkonsum ist kostenlos und ohne Account möglich.

Grooveshark erlaubt auch das Hochladen eigener Titel. Das ist aus Urheberrechtsgründen alles andere als unbedenklich, und Grooveshark-User wurden auch bereits durch die Anwälte der Plattenlabels abgemahnt. Man darf als Grooveshark-Benutzer Musik zwar hören, sollte aber keine hochladen.

Aus dem Internet aufs Handy

Ein rechtlich unbestrittenes Angebot, das Lizenzgebühren an die Musikindustrie abführt und eine Schweizer Dépendance anbietet, ist Simfy.ch. Hier lässt sich kostenlos und legal Musik hören. Nebst manuell erstellten Playlists gibt es die «Radio»-Funktion, die eine meist gefällige Musikauswahl offeriert. Simfy ist kostenlos. Es existiert eine Premium-Mitgliedschaft, die Musikhören via iPhone, iPod Touch oder per Android-Smartphone ermöglicht.

Die Simfy-App erstellt Wiedergabelisten und synchronisiert die als «Offline-Playlist» markieren Listen mit dem Mobilgerät. Die Titel werden, vorzugsweise via WLAN, aufs iPhone oder Android-Handy kopiert und können ohne Datenverbindung angehört werden. Ausserhalb der Simfy-App stehen die Titel nicht zur Verfügung, und sie lassen sich auch nicht kopieren oder auf CD brennen. Für die App ist eine Premium-Mitgliedschaft nötig, die ab 14.50 Franken (145 Franken pro Jahr) zu haben ist. Ein weiterer Dienst mit Offlinesynchronisation ist Spotify.com. Er streamt aber bislang nicht in die Schweiz. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.03.2011, 20:02 Uhr

Mit der Simfy-App strömt Musik gratis auf das Smartphone. (Bild: Screen: TA)

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