Hintergrund

Nein zur Brille, ja zu Uhr und TV

«Das Handgelenk ist interessant»: Tim Cook bestätigt indirekt, dass Apple an der iWatch arbeitet. Von einer Brille à la Google Glass will der Nachfolger von Steve Jobs indes nichts wissen.

«Ich kenne nicht viele Menschen, die Brillen tragen, die sie gar nicht brauchen»: Apple-Chef Tim Cook an der D11-Konferenz.
Quelle: Live.wsj.com


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Diesen Auftritt hat Tim Cook wohl genossen: Zum ersten Mal seit Monaten ging es in einem Interview mit dem Apple-Chef nicht primär um die Steuerpraktiken des Konzerns, die den iPhone-Hersteller in ein schlechtes Licht rücken. Der Fokus des Auftritts an der Konferenz D11 des «Wall Street Journal»-Blogs All Things Digital lag auf den Produkten und der Produktstrategie.

Dabei lehnte sich Cook für Apple-Verhältnisse – der Konzern gibt sich in der Regel sehr verschlossen – weit aus dem Fenster: Tragbare Computertechnik werde in naher Zukunft ein zentraler Bestandteil der Hardwarewelt sein, so der 52-Jährige. Die Aussage, das Handgelenk sei «interessant», wird als implizite Bestätigung der Projektarbeit an der sogenannten iWatch interpretiert.

100-köpfiges Projektteam

Das «Wall Street Journal» schrieb bereits im Februar dieses Jahres, dass Cook mit seinem Produktionspartner Foxconn über die Multimedia-Watch gesprochen habe (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Laut dem Konkurrenzblatt «New York Times» wird die mobile Hardware mit dem Betriebssystem iOS laufen sowie über eine Oberfläche aus gebogenem Glas verfügen. In Cupertino sollen bereits rund 100 Experten für das iWatch-Projekt tätig sein.

Von den Moderatoren Walt Mossberg und Kara Swisher auf die seit Jahren kolportierten TV-Pläne angesprochen, gab sich Cook zurückhaltender. Der oberste Apple-Mann sprach von einer «grossen Vision» in diesem Segment, der TV-Markt stelle definitiv ein interessantes Geschäft dar. Die Kontakte und Beziehungen, welche Apple aufgebaut habe, böten dem Unternehmen hier einen grossen Wissenspool, welchen man sonst nicht hätte.

Die grosse Aufgabe von Jonathan Ive

Google Glass, die internetfähige Brille des Konkurrenten aus Mountain View, hält Cook nicht für massentauglich: «Ich bin Brillenträger, weil ich eine Brille trage – ohne Brille sehe ich nichts. Ich kenne nicht viele Menschen, die Brillen tragen, die sie gar nicht brauchen.»

Sein Unternehmen, so Cook im Gespräch weiter, habe unter seiner Führung nichts an Strahlkraft eingebüsst. «Es sind immer noch dieselbe Kultur und weitgehend auch dieselben Leute anwesend, die das iPhone und das iPad auf den Markt gebracht haben.»

Eventuell werden an der am 10. Juni beginnenden Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) in San Francisco weitere Angaben zu neuen Apple-Devices folgen.

Gut möglich, dass sich der iKonzern aber auch nur auf die Präsentation des neuen mobilen Betriebssystems iOS 7 beschränkt. Übrigens bestätigte Cook zum ersten Mal den Einfluss von Jonathan Ive auf die iOS-Neuentwicklung: Ive solle sich nicht nur um Hardware, sondern auch um Software kümmern. (rek)

Erstellt: 29.05.2013, 09:46 Uhr

Sieht sie vielleicht so aus? iWatch-Konzept von Edgar Rios, auf 9to5mac.com veröffentlicht. (Bild: 9to5mac.com/Edgar Rios)

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