Nexus 9: Das neue Google-Tablet im Schnelltest

Ein neues Format und eine neue Android-Version: Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat das Nexus 9 ausprobiert. Drei Probleme trübten den ersten Eindruck.

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Endlich ein Android-Tablet, das nicht mehr so lang und schmal ist. Natürlich ist das Geschmackssache. Filmfreunde bevorzugen Tablets im 16:10- oder 16:9-Format. Da ich Tablets hauptsächlich zum Lesen nutze und darum mehrheitlich im Hochformat halte, bevorzuge ich breitere Formate wie beim iPad oder dem neusten Surface (Die Krux mit dem Seitenverhältnis ).

Das lang gezogene Format von Android-Tablets ist seit Jahren einer meiner Hauptkritikpunkte und mit ein Grund, warum das iPad Air immer noch das Tablet meiner Wahl ist. Mit dem Nexus 9 schafft Google diese Kritik aus der Welt. Das neue Tablet hat dasselbe Seitenverhältnis wie die Tablets von Apple. Allerdings ist das Nexus-Tablet etwas kleiner als das iPad Air und etwas grösser als das iPad mini.

Neue Form und neue Idee

Persönlich hätte ich mir den Bildschirm des Nexus 9 etwas grösser gewünscht. Aber eine Bildschirmdiagonale von 22,5 Zentimetern ist immer noch gross genug, um das Tablet von einem grossen Smartphone abzuheben (Das Riesentelefon frisst die kleinen Tablets). Verglichen mit meinem privaten Surface Pro 3 sieht das Nexus 9 aber doch ziemlich klein aus.

Aber nicht nur das Format ist neu am Nexus 9, auch die Idee dahinter. Im letzten Jahr wollte Google mit dem Nexus 7 und dem Nexus 5 zeigen, dass es möglich ist, zu tiefen Preisen gute Android-Geräte zu bauen. Dieses Jahr zeigt Google mit dem Nexus 9 und Nexus 6, wie sich der Suchkonzern Premium-Geräte vorstellt. Die 16-GB-Version des Tablets kostet im Play-Store (inkl. Porto) 434 Franken, die 32-GB-Version 514 Franken. Damit bewegt sich Google klar im iPad-Territorium – wenn auch am unteren Rand. Ein letztjähriges iPad Air kostet mit denselben Speicherangeboten 439 resp. 499 Franken. Ein neues iPad Air 2 mit 16 GB kostet 549 Franken.

Hochwertiger Eindruck und kleine Probleme

Tatsächlich macht das Nexus 9 einen hochwertigen Eindruck. Dass die Rückseite aus Plastik ist, trübt den Eindruck allerdings ein bisschen. Auch hätte man vom Hersteller HTC erwarten können, dass es den Übergang von der Glasfront zum Metallrahmen weniger scharfkantig hinbekommt. Alles in allem liegt das Nexus 9 aber gut in der Hand und macht einen zuverlässigen Eindruck.

Drei Probleme hatte unser Testgerät allerdings. Zum einen vertrug es sich partout nicht mit meinem WLAN zu Hause. Mit anderen Netzen und Hotspots hatte es keine Probleme. Aber zu Hause gab es nur Internet im Schneckentempo.

Anfangs machte auch die NFC-Verbindung Probleme. Eine Google-Suche brachte aber die Lösung. In einem Entwicklerforum wurde geraten, unterhalb der Kamera auf die Plastik-Rückseite des Tablets zu drücken, bis man einen Klick höre. Tatsächlich klappte danach die NFC-Verbindung problemlos. Zumuten sollte man so was seinen Kunden natürlich nicht. Sollte das tatsächlich ein Problem sein, müssen Google und HTC nachbessern. Ebenfalls nachbessern müssten die zwei beim Bildschirm unseres Testgeräts. An der einen Kante schimmert das Licht der LED-Lampen durch. Hätte ich das Tablet gekauft und nicht ausgeborgt, ich hätte es zurückgegeben – auch wenn es nicht dramatisch ist, sollte auch das nicht passieren.

Die Tastaturhülle, die HTC und Google extra fürs Tablet entwickelt haben, konnten wir leider noch nicht testen, da die noch nicht verfügbar ist. Dass eine Tastatur zum Tablet Sinn macht, hat das Surface Pro 3 gezeigt. Man darf gespannt sein, wie gut das HTC und Google gelungen ist.

Ein Wort zur Software

Das Highlight des Nexus 9 ist aber nicht die Hardware, sondern die Software. Auf dem Tablet läuft die neuste Android-Version 5.0 alias Lollipop. So schön sah Android noch nie aus. Leider werden die meisten Nutzerinnen und Nutzer dies nie zu sehen bekommen, da die meisten Hersteller ihr eigenes Design drüberstülpen.

Besonders gelungen ist der neue Startbildschirm: Nachdem man zweimal auf den schwarzen Bildschirm geklopft hat, erwacht das Tablet und zeigt gleich auf den ersten Blick, was los ist (siehe Bildstrecke). Wer diesen Überblick bisher wollte, musste Apps wie AcDisplay nutzen (So wird Android noch übersichtlicher). Ebenfalls positiv aufgefallen ist die neue Kalender-App, die endlich auch in der Monatsansicht die Termine beschriftet. Auch dafür waren bisher spezielle Apps nötig (Ein Kalender für alle Fälle).

Der erste Eindruck: Das Nexus 9 machte in den wenigen Tagen einen guten und hochwertigen Eindruck. Die drei Hardware-Probleme sollten aber besser Einzelfälle bleiben, sonst werden es Google und HTC schwer haben, ihr neustes Tablet zu verkaufen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, ob sich andere Android-Hersteller vom Nexus 9 und dem neuen Android inspirieren lassen und nachziehen. Schon im Januar könnten an der CES-Messe in Las Vegas erste Neuheiten zu sehen sein.

Haben Sie Fragen zum Nexus 9 und Android 5.0? Digitalredaktor Rafael Zeier gibt in den Kommentaren gerne Auskunft. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.11.2014, 16:43 Uhr

Technische Innereien

Prozessor: Nvidia Tegra K1 64 Bit
Bildschirm: 8,9 Zoll / 22,7 cm
Speicher: 16/32 GB
Software: Android 5.0
Akku 6700 mAh
Gewicht 436 Gramm

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