Nokia präsentiert seine Windows-Geräte

Mit dem Flaggschiff Lumia 800 und dem günstigeren Lumia 710 will Nokia bei den Smartphones wieder Boden gut machen. In der Schweiz werden sie jedoch erst Anfang 2012 erhältlich sein.

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Der Name «Lumia» steht für «Licht» und repräsentiert, so sagte Nokia-CEO Stephen Elop am Mittwoch, «unsere Morgenröte». Nokia hat gegenüber dem Vorjahr massiv an Marktanteilen verloren, nun soll das neue Flaggschiff die Wende auf dem lukrativen Smartphone-Markt bringen.

Erstmals hat Nokia die Früchte der Anfang Jahres angekündigten Kooperation mit Microsoft gezeigt: das Lumia 800, das dieselbe Hardware wie das kürzlich lancierte N9 aufweist. Als Betriebssystem kommt allerdings nicht das exotische Meego, sondern Microsofts Windows Phone zum Zug, genauer gesagt dessen Mango-Variante.

Exklusive Dienste

Das Lumia 800 verfügt ausserdem über drei exklusive «Hubs», also Services, die andere Windows-Smartphones, etwa von Samsung oder HTC, nicht vorweisen können. Erstens das Nokia Drive, eine kostenlose Navi-Lösung mit Sprachanweisungen und Karten, die auf dem Gerät gespeichert sind, man braucht also unterwegs keine laufende Datenverbindung. Zweitens eine Musik-Lösung namens Nokia Radio, bei der vorgefertigte Playlisten kostenlos auf das Handy gestreamt werden können. Bei Bedarf kann man die Musik ebenfalls gratis aufs Handy laden und offline hören.

Wie viele Songs genau im Angebot sind, war auf Anhieb nicht zu erfahren. Drittens kommt noch ein exklusiver Sportkanal hinzu, eine Kooperation mit dem US-Sportsender ESPN. Damit will man wohl auf dem US-Markt punkten, wo Nokia in den letzten Jahren in die Bedeutungslosigkeit abgesunken ist.

Mit Amoled-Bildschirm

Das Lumia 800 wird es in Schwarz, Magenta und Cyan geben, es ist aus Polycarbonat gefertigt und verfügt über einen Amoled-Screen, wie man ihn vom N9 bereits kennt. Während oben das Nokia-Logo zu sehen ist, gibt es unten drei Software-Buttons: Retour, Home und Suche, wobei der Home-Button das Windows-Logo darstellt. Mit Windows Phone kommen die bereits bekannten Kacheln (Tiles), welche laufend aktuelle Infos aus Apps anzeigen (anders als statische Icons, wie man sie vom iPhone oder Android kennt). Die laufend interaktiven Tiles können aber auch überladen, nervös und hyperaktiv wirken, zumindest in der Präsentation am Mittwoch in London hatte man zwischenzeitlich diesen Eindruck.

Neben dem Lumia 800 gibt es auch eine günstigere Variante, das Lumia 710 mit austauschbaren bunten Gehäuserückseiten.

«Das erste echte Windows-Phone»

Nokia nennt das Lumia «das erste echte Windows-Phone». Tatsächlich gibt es nun endlich ein attraktives, einzigartiges Smartphone aus diesem Lager, das sowohl mit dem iPhone als auch mit aktuellen Android-Handys auf Augenhöhe konkurrenzieren kann, und zwar sowohl bei der Hardware als auch bei der Software-Plattform. Für Nokia wie für Microsoft steht viel auf dem Spiel. Gemeinsam mit Telcos und Händlern wird man dreimal so viel ins Marketing stecken als bei jedem früheren Nokia-Handy.

Erste Reaktionen der nach London gereisten Fachpresse und Nokia-Geschäftspartner auf die Lumia-Reihe sind durchaus wohlwollend und positiv. Eine dritte Kraft neben Apple und Google kann eigentlich alle Smartphone-Nutzer nur freuen – sie stellt sicher, dass sich alle Akteure auf diesem Markt weiterhin anstrengen müssen.

Erstellt: 26.10.2011, 13:04 Uhr

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