Test

Null-null-Smartphone

Im 23. James-Bond-Film telefoniert Daniel Craig mit dem Sony Xperia T. «Skyfall» wird natürlich ein Blockbuster. Das neue Topagenten-Gadget jedoch droht ein Ladenhüter zu werden.

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Zugegeben: Der TV-Werbespot zum Xperia T ist cool. Sony fokussiert auf die Kamera-Features seines neuen Flaggschiffs mit 13-MP-Kamera, Schnellstartmodus, Full-HD-Video und 3-D-Sweep-Panorama-Funktion.

Der Clip stellt den Startschuss für eine Marketingkampagne dar, die ihresgleichen sucht. Der japanische Elektronikmulti kann dabei auf prominente Unterstützung zählen: Rechtzeitig zum 50-Jahr-Jubiläum von James Bond am 5. Oktober lanciert Sony eine Special Edition. Im neuen Agentenfilm «Skyfall» (Kinostart 1. November) leistet das Gadget Schauspieler Daniel Craig unverzichtbare Dienste. Xperia T und 007 werden – so viel steht fest – nicht nur wegen des Millionendeals mit Bierbrauer Heineken als Meilenstein des Product-Placements in die Kinogeschichte eingehen.

Durchschnitt, nicht mehr...

Doch wird das «Smartphone für besondere Aufträge» (Werbebroschüre) dem Rummel gerecht? Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat das Sony-Gerät mit 11,7-Zentimeter-Bildschirm unter die Lupe genommen.

Bonds neues Lieblings-Gadget wirkt zwar solide, aber sticht – mit Ausnahme der eingangs erwähnten Kamerafunktionen und der von Walkman-Hersteller Sony erwartbaren Musikfeatures (siehe Bildstrecke) – eben auch nicht aus der Masse der Android-Smartphones heraus.

Im Gegenteil: Bislang läuft darauf nur Version 4.0 (Ice Cream Sandwich). Ein Update auf Jelly Bean ist laut Sony in Vorbereitung. Wann genau die neusten Android-Funktionalitäten zum Tragen kommen, ist aber unklar. Ins Negativbild passt der eindeutig zu tief gehaltene Speicher von 16 GB (welcher aber zumindest per Speicherkarte erweitert werden kann).

...trotzdem kommen Bond-Fans auf ihre Kosten

Abstriche gibt es auch bei Design und Handhabung. Mit einer Dicke von 11 Millimetern (an der dünnsten Stelle misst es neun Millimeter) und einem Gewicht von 139 Gramm wirkt das Xperia T klobig und schwerfällig. Die abgeschrägten Kanten wiederum erwecken den Eindruck, der Fertiger sei beim Zuschneiden des Mobiles abgerutscht. Die gummierte Rückseite macht das Gerät griffig, passt aber so gar nicht zum ultimativen Lifestyle-Anspruch.

Immerhin: 007-Fans kommen auf ihre Kosten. Im Bond-Mobiltelefon-Inhalt inbegriffen sind unter anderem diverse Bilder mit Geotags, «Skyfall»-Trailer, Making-ofs, Sounds und Hintergrundbilder. Doch selbst wenn die stattliche 007-Fangemeinde sich in Massen auf das Multimediahandy stürzen sollte, wird dies nicht reichen, um die Samsung- und Apple-Phalanx zu brechen.

Ein Jahr nach dem Ende der Sony-Ericsson-Ära

Ein Jahr ist es her, seit Sony die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Mobilfunkausrüster Ericsson beendet hat. Die Japaner trugen damals mit einer Loslösung der Handysparte das Sony-Ericsson-Abenteuer zu Grabe und zahlten dafür rund 1,2 Milliarden Franken.

Vielleicht ist es einfach noch zu früh, bahnbrechende iPhone- und Galaxy-Alternativen zu erwarten. Viel Zeit bleibt Sony jedoch nicht: Kein Techsegment macht so schnelle Veränderungen durch wie die Smartphone-Branche. Wer hier zu spät aus den Startlöchern kommt, vermag den Rückstand kaum mehr aufzuholen, wie das Beispiel Nokia (siehe Berichte hier oder hier) zeigt.

Exklusiver Verkäufer des Xperia T in der Bond-Edition ist die Swisscom. Ohne Vertrag kostet das Gerät 649 Franken. Das Xperia T in der generischen Version wird in Schwarz, Weiss und Silber ab Mitte Oktober zu einem empfohlenen Verkaufpreis von CHF 579.- im Handel verfügbar sein.

Erstellt: 04.10.2012, 12:28 Uhr

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