SMS, wars das?

Der Kurznachrichtendienst hat schon einiges mitgemacht. Aktuell machen ihm die vielen Messenger zu schaffen. Unsere Grafik zeigt, wie sehr.

Ein paar wenige Zeichen, keine Fotos oder Emojis: So wurde das SMS zum Publikumserfolg.

Ein paar wenige Zeichen, keine Fotos oder Emojis: So wurde das SMS zum Publikumserfolg.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Über Neujahr gibt es viele Traditionen. Manche halten sich länger. Andere weniger.

Erinnern Sie sich noch, wie die Schweizer Telecomanbieter noch vor ein paar Jahren jeweils voller Stolz verkündet haben, wie viele Millionen SMS über die Jahreswende verschickt wurden?

Über 100 Millionen waren es beim Jahreswechsel 2010/2011. Ein Millionengeschäft, wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet titelte.

Doch dieser einstige Indikator für Marktmacht von Telecomanbietern und für die Verbreitung von Handys hat an Stellenwert verloren. Mit dem Aufkommen von Smartphones und damit der Verbreitung von Kurznachrichten-Apps – hierzulande allen voran Whatsapp – hat das SMS stetig an Stellenwert verloren, wie diese Zahlen, die uns die Swisscom zur Verfügung gestellt hat, zeigen:

Grafik: mfe, Interaktiv Team, Quelle: Swisscom

Auch in Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild, wie die Zahlen dieser kürzlich durchgeführten Umfrage zeigen:

Grafik: mfe, Interaktiv Team, Quelle: Deloitte

Was diese Grafiken zum Niedergang des SMS freilich nicht zeigen, ist, dass die Situation seither nicht etwa einfacher geworden ist. Das SMS wurde schliesslich nicht von einem einzigen besseren Dienst abgelöst. Zehn Jahre nach dem Start ins Smartphonezeitalter buhlen unzählige Dienste um das Erbe des SMS.

Wen erreicht man wo?

Musste man sich früher Telefonnummern merken, muss man heute wissen, wen man auf welchem Messenger am besten erreicht. Kollege L. ist ein Fan des Facebook Messengers, die Nachbarn bevorzugen Whatsapp und die eigene Familie nutzt Hangouts.

Seit den Snowden-Enthüllungen um die Machenschaften der Geheimdienste und seit der Whatsapp-Übernahme durch Facebook boomen zudem kleine Messenger, die mit verschlüsselter Kommunikation um die Gunst von Nutzerinnen und Nutzern werben.

Der Messengermarkt zerstückelt zusehends. Von den auf anderen Kontinenten gefragten Diensten wie Wechat oder Line ganz zu schweigen.

Auf allen Geräten

Die Erben des SMS können zwar deutlich mehr als der in die Jahre gekommene Dienst und sind auch meist kostengünstiger, doch übersichtlicher ist die Kommunikationslandschaft dank ihnen nicht geworden.

Das SMS ist weiterhin die einzige Kurznachricht, die auf allen Geräten funktioniert. Kein Wunder ist das SMS auch nicht verschwunden. Allein im Swisscom-Netz werden weiterhin täglich 3 Millionen Stück verschickt.

Solange es keinen Messenger-Dienst gibt, der garantiert bei jedem Empfänger funktioniert – und danach sieht es wahrlich nicht aus –, wird sich das SMS weiter halten können. Als Back-up zwar, aber als unverzichtbares.

Umfrage

Wie verschicken Sie am liebsten Ihre Kurznachrichten?





















(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.10.2017, 16:35 Uhr

Artikel zum Thema

Die vielen Erben des SMS

Hintergrund Zahlreiche Kurznachrichtendienste buhlen um Nutzer. Nach der Whatsapp-Übernahme wittern die kleinen Anbieter Morgenluft. Mehr...

Zu viele Dienste wollen das SMS beerben

Die neuen Kurznachrichtendienste versprechen, die Kommunikation zu vereinfachen, und machen doch alles komplizierter. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Der Boden ist Lava: Eine Frau schaut Kindern zu, wie sie auf beleuchteten Kreisen in einem Shoppincenter in Peking spielen. (22. Oktober 2017)
(Bild: AP Photo/Andy Wong) Mehr...