Samsung geht mit seinem Android-Konkurrenten hausieren

Die Südkoreaner arbeiten mit Intel an einer Alternative zu Googles Betriebssystem. Steigen auch App-Entwicklern darauf ein?

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Anfang Woche hat Samsung in San Francisco seine erste eigene Konferenz für Android-Entwickler abgehalten. Die grosse Mehrheit der Veranstaltungen drehte sich dann auch um Android. Schliesslich setzt Samsung bei seinen Smartphones und Tablets im grossen Stil auf das Betriebssystem aus dem Hause Google.

Doch wie CNET berichtet gab es an der Konferenz auch eine Android-Alternative zu sehen: Tizen.

Zusammen mit Intel arbeitet Samsung an einem eigenen Linux-basierten Betriebssystem. Angekündigt wurde das Tizen-Projekt bereits im September 2011 als Nachfolger für das bei Nokia versandete und gescheiterte Mee Go.

Etwas Schwung bekam das Unterfangen im Januar 2013, als deutlich wurde, dass Samsung und Intel es vorantreiben wollen. Ein erstes Tizen-Telefon wurde immer wieder verschoben und dürfte nun wohl erst im nächsten Jahr offiziell vorgestellt werden.

Entwickler anlocken

Nun hat Samsung seine Konferenz in San Francisco genutzt, um Android-Entwicklern das neue System schmackhaft zu machen. Für den 11. und 12. November plant Samsung in Südkorea bereits die nächste Konferenz speziell für Tizen-Entwickler (Tizen Developer Summit Korea 2013).

Die Idee dahinter ist klar: so schnell wie möglich und vor dem Start von Tizen so viele relevante Apps und ihre Entwickler wie möglich an Bord zu holen. Noch nicht klar scheint allerdings, ob sich Tizen an Premiumgeräte oder doch eher an preiswertere Smartphones für aufstrebende Märkte richtet, wie CNET schreibt.

Welchen Weg Samsung mit seinem Betriebssystem auch einschlägt, es dürfte das Verhältnis zu seinem bisherigen Softwarelieferanten Google spannend machen. Denn dank Tizen hat Samsung einen veritablen Plan B für den Fall, dass Google seine Geschäftspolitik unerwartet ändern sollte. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich Tizen nur als grosser Bluff im Poker um das Android-Ökosystem herausstellt.

Erstellt: 31.10.2013, 12:52 Uhr

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