Schluss mit der Speicher-Knauserei

Die neusten Smartphones von Samsung und HTC haben endlich mehr Speicherplatz. Andere Hersteller sollten sich daran ein Beispiel nehmen.

Genug Platz für Apps und Mediendateien: Die neuen Samsung-Smartphones Galaxy S6 (rechts) und S6 Edge. Foto: Manu Fernandez (Keystone)

Genug Platz für Apps und Mediendateien: Die neuen Samsung-Smartphones Galaxy S6 (rechts) und S6 Edge. Foto: Manu Fernandez (Keystone)

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Bei all dem Fokus auf Äusserlichkeiten auf den Showbühnen des Mobile World Congress (Das Handy muss vor allem schön sein) ist eine erfreuliche Neuerung fast untergegangen. Samsung und HTC verabschieden sich im Gleichschritt von einem der grössten Ärgernisse aktueller Smartphones. Ihre neusten Telefone haben nicht mehr mindestens 16 GB Speicherplatz, sondern 32 GB.

Fast alles ist in den letzten Jahren wenigstens ein bisschen besser und mehr geworden, nur der Speicherplatz nicht. Immer blieb die Einstiegsgrösse bei 16 GB. Ein Twitterer witzelte darum im letzten Jahr treffend: «Das sind die Speichergrössen für das iPhone im Jahr 2025: 16 GB, 5 TB, 10 TB.»

Wer ein neues Smartphone kaufen will, steht darum noch heute in vielen Fällen vor der Wahl: Entweder man nimmt das preisgünstigere Modell mit 16 GB Speicherplatz, oder man geht auf Nummer sicher und kauft ein teureres mit mehr Speicherplatz, oder man kauft sich – so das überhaupt möglich ist – eine zusätzliche Speicherkarte.

Mag sein, dass für Wenignutzer und Cloud-Profis 16 GB heute noch aus­reichen. Das wird aber unsicherer, je länger man ein Smartphone behält. Je höher die Auflösung der Handykameras steigt, desto mehr Platz brauchen Fotos. Aber auch für System­updates und neue Apps ist freier Speicher nötig. Apple hat kürzlich die Maximalgrösse von Apps von 2 GB auf 4 GB erhöht. Vor diesem Hintergrund sind 16 GB mehr als knapp bemessen.

Auch Speicherkarten sind keine ideale Lösung. Mit einem Preis von 20 Franken für 32 GB sind sie zwar billig, aber im Alltag nicht gleichwertig mit verbauten Speichern. Bei vergangenen Android-Versionen hat Google die Funktionen von Speicherkarten eingeschränkt und erst mit der neusten Version wieder gelockert. Das nützt Nutzern freilich nichts, die auf einer älteren Android-Version festsitzen.

Samsung und HTC ersparen neuen Kunden diesen Ärger. Mit Prognosen zum Speicherplatz sollte man sich zwar zurückhalten, wie die Vergangenheit gelehrt hat, aber 32 GB dürften nur die wenigsten in den nächsten Jahren ausschöpfen. Wer dennoch mehr Speicher möchte, kann sich bei HTC immer noch eine Speicherkarte kaufen. Bei Samsung gibt es immerhin noch die 64- und 128-GB-Option. Der Aufpreis von 100 Franken ist zwar angesichts von aktuellen Speicherpreisen hoch, aber dafür ist die Einstiegsgrösse kundenfreundlich. Fortan sind 16 GB bei einem Smartphone dieser Preisklasse nur noch dreist.

Erstellt: 20.03.2015, 15:29 Uhr

Umfrage

Wie viel festverbauten Speicherplatz (ohne zusätzliche Speicherkarten) hat Ihr Smartphone?

weniger als 8 GB

 
9.3%

8 GB

 
9.7%

16 GB

 
35.0%

32 GB

 
17.8%

64 GB

 
18.2%

128 GB

 
10.1%

1046 Stimmen


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