Selbstversuch

Selbstversuch: Zehnfingersystem
und Rückenschmerzen

Am dritten Tag des Tablet-Experiments geht alles schon etwas besser.
Eine Frage bleibt: Was ist die beste Haltung beim Schreiben?

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Schluss mit Wochenende. Jetzt gilt es ernst. Würden die Tablets im Redaktionsalltag mithalten können?

Im Zug nach Zürich begann ich meine Sonntags-Zusammenfassung auf dem Nexus 7 zu schreiben. Für den Pendler-Alltag bleibt das kleine 7-Zoll-Tablet mein Favorit. Google Drive und Swiftkey sind einfach eine gelungene App-Kombination. Aus Neugierde wechselte ich aber nach ein, zwei Sätzen vom Nexus auf das fast so grosse Riesentelefon Xperia Z Ultra von Sony. Auch darauf liess es sich gut mit derselben App-Kombination tippen. Das Nexus bleibt aber mein Favorit. Es liegt einfach noch besser in der Hand und ist minimal grösser.

Keine Verbindung

Leider zeigte sich Google Drive im Zug für einmal nicht von seiner besten Seite. Obwohl der Text im Offline-Modus war, hiess es immer wieder: «Keine Verbindung zum Internet. Dieser Text kann im Moment nicht bearbeitet werden.» Ärgerlich, wenn man eine gute Idee hat und diese nicht niederschreiben kann.

Dieses Problem war mir auf dem Nexus 7 bis jetzt nur ganz selten begegnet. Trotzdem überwiegen die Vorteile von Google Drive. Man muss nicht mehr speichern und Texte sind sofort auf allen Geräten erhältlich. Microsoft und Apple bieten inzwischen zwar ähnliche Funktionen, aber hat man sich einmal an einen Dienst gewöhnt, sinkt die Lust auf einen Umstieg.

Verlockender PC

Auf der Redaktion angekommen, wäre der Selbstversuch beinahe frühzeitig gescheitert. Aus lauter Gewohnheit hätte ich um ein Haar meinen PC hochgefahren. Stattdessen habe ich dann Maus und Tastatur verräumt und den düsteren Bildschirm mit Leserpostkarten verschönert.

Als grösste Hürde des Tages entpuppte sich überraschend der Webmail-Zugang. Schon nach wenigen Mails vermisste ich Outlook bitterlich. Immer wieder bockten Textfelder. Wollte man weiter schreiben, half nur, die iPad-Tastatur zu minimieren, in ein anderes Textfeld zu klicken und erst dann das gewünschte Feld wieder anzuklicken. Aber schnell hatte ich einen Trick: Mails erst in der Apple-eigenen Text-App Pages schreiben und dann hinüber ins Webmail copypasten.

Safari macht Probleme

Ansonsten verlief der Arbeitstag mehrheitlich ohne negative Überraschungen. Selbst das Zehnfingersystem klappte auf dem iPad Air von Stunde zu Stunde besser. Einzig die Shift-Tasten treffe ich immer noch viel zu unzuverlässig. Mit etwas mehr Übung kriege ich das sicher in den Griff. Aber die ständigen Abstürze von Safari werden immer mehr zum Ärgernis. Nicht zuletzt deshalb möchte ich am Dienstag dem Surface 2 eine zweite Chance geben. Evtl. tippt es sich damit ja nicht nur zuverlässiger, sondern auch noch schneller.

Auch etwas Zweites werde ich ändern müssen: meine Arbeitshaltung. Das vornübergebeugte Arbeiten mit dem Tablet auf dem Arbeitstisch rächte sich gegen Abend mit leichten Rücken- und Nackenschmerzen. Mit einer zusätzlichen Tastatur liesse es sich sicher ergonomischer arbeiten. Aber das habe ich mir ja bis und mit Freitag verboten. Daher habe ich mir vorgenommen, das Tablet häufiger in die Hand zu nehmen und mit den zwei Daumen zu schreiben. Hoffentlich hilfts.

An der Stelle noch einen herzlichen Dank für die ermunternden, spannenden und kritischen Leserzuschriften per Mail und Twitter. Falls Sie weitere Hinweise oder Fragen haben, können Sie auch die Kommentar-Funktion unten an diesem Artikel benutzen.

Dieser Artikel wurde im Zehnfingersystem auf dem iPad Air geschrieben, produziert und publiziert.

Erstellt: 26.11.2013, 10:45 Uhr

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Digital-Redaktor Rafael Zeier arbeitet eine Woche nur mit Tablets und verzichtet auf Laptop und PC. Auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet und auf Twitter berichtet er über seine Erfahrungen. (Bild: Reto Oeschger)

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