Spiele für Hitmänner und Zen-Snowboarder

Von minimalistisch bis opulent: Games für Smartphones und Tablets machen auch optisch etwas her. Elf Tipps von Digital-Redaktor Rafael Zeier.

Zug um Zug rückt der Attentäter in «Hitman Go» seinem Ziel näher.

Zug um Zug rückt der Attentäter in «Hitman Go» seinem Ziel näher.

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«Hitman Go»Schach für die Generation Ballergame

Genauso wenig wie aus jedem guten Buch ein guter Film wird, wird aus einem Konsole- und PC-Spiel eine gute App für Tablets und Smartphones. Wie es dennoch funktionieren kann, zeigt das gelungene «Hitman Go». Für die ­mobilen Geräte wurde das Baller- und Schleich-Game Hitman als Brettspiel neu erfunden. Wie bei der Vorlage geht es darum, als Auftragsmörder seine Opfer diskret um die Ecke zu bringen. Nur wird nicht gerannt oder geschlichen, sondern rundenbasiert taktiert.

Wie beim Schach muss man immer schon ein paar Züge im Voraus im Kopf haben: Was passiert, wenn ich auf dieses Feld vorrücke? In welche Richtung schaut der gegnerische Wachmann? Was nützt es, wenn ich diese Figur aus dem Spiel nehme? Der Schwierigkeitsgrad ist gerade richtig, dass man nie unter­fordert aber auch nie gelangweilt ist.

Optisch passt «Hitman Go» zum Spielprinzip. Es sieht tatsächlich aus wie ein Spielbrett mit Figürchen, die man hin- und herschiebt. Das erinnert eher an Tipp-Kick und so gar nicht an ein blutiges Action-Spiel. Android (5.90 Fr.), iOS (5 Fr.), Windows 10 (5.30 Fr.)

«Halo: Spartan Strike»Rennen,schiessen, Panzer fahren


Auf der Suche nach richtiger Action wird man bei Microsoft fündig. Die Firma hat ihre Halo-Spiele fürs Tablet neu aufgelegt. Gespielt wird wie bei «Hitman Go» aus der Vogelperspektive – aber hier in Echtzeit. Es wird gerannt, geschossen und Panzer gefahren. Die Grafik ist opulent, die Missionen sind abwechslungsreich und die Steuerung ist intuitiv. Dank Belohnungen versucht man Missionen gerne auch ein zweites Mal. Wenn Action auf dem Tablet dann so!

iOS (6 Fr.), Windows 10 (6.40 Fr.)

«Crossy Road»Aus dem Frosch wird ein Huhn


«Frogger» ist einer der Videospielklassiker schlechthin. Ein Frosch muss über befahrene Strassen oder reissende Flüsse hüpfen. «Crossy Road» greift das Spielprinzip aus den 80er-Jahren auf und ersetzt den Frosch durch ein Huhn. Spass macht es trotzdem. Die Grafik wirkt frisch, und auf dem Touchscreen klappt es mit der Steuerung sehr gut – wenigstens so lange, bis das hüpfende Huhn vom nächsten Lastwagen oder Schnellzug erfasst wird.

Gratis: Android, iOS, Windows 10

«Broken Age»Mit Geduld ins kurlige Abenteuer


Alle, die sich wehmütig an Adventure-Spiele wie «Monkey Island» oder «Grim Fandango» erinnern, können sich freuen. Der an beiden Spielen beteiligte Entwickler hat nach langer Pause ein neues Spiel gemacht. Die Geschichte ist kurlig wie bei den Klassikern, und die Dialoge haben Witz. Ein Spielchen für Zwischendurch ist «Broken Age» aber nicht. Lesen und Zuhören brauchen Zeit und Geduld.

Android (9.15 Fr.), iOS (10 Fr.), Windows/Mac (ca. 24 Fr. bei Steam.com)

«Alone»Geschwindkeitsrausch im All


Spätestens seit dem Film «Gravity» weiss man, dass es im Weltall nicht nur in schwereloser Zeitlupe zu- und hergeht. Die Hektik, die im Film aufkommt, setzt «Alone» fort. In rasendem Tempo fliegt man eine Raumkapsel an Asteroiden vorbei. Dass die Grafik atemberaubend wäre, geht dabei gänzlich unter. Denn wehe, man lässt seinen Blick nur herumschweifen: Dann kracht man auch schon in die nächste Wand.

Android (2.25 Fr.), iOS (2 Fr.)

«Kami»Farbige Knobelei


Wem es bei Kreuzworträtsel zu viele Buchstaben und bei Sudokus zu viele Zahlen hat, aber dennoch gerne knobeln möchte, der sollte einen Blick auf «Kami» werfen. Ziel des Spiels ist es, eine mehrfarbige Fläche in so wenig Zügen wie möglich einfarbig zu machen. Schafft man es in der Mindestanzahl ­Zügen, gibt es eine Goldmedaille. Die ersten paar Rätsel sind noch einfach, dann wird es sehr schnell sehr knifflig.

Android (gratis), iOS (2 Fr.)

«Does Not Commute»Immer diese Sonntagsfahrer!

Schuld sind im Strassenverkehr ja immer die anderen. Nicht so bei diesem Spiel. Der Reihe nach steuert man verschiedene Fahrzeuge an ihr Ziel. Was einfach anfängt, wird schnell kompliziert. Denn nach jeder Fahrt spult die Zeit zurück und man übernimmt ein anderes Fahrzeug mit einem neuen Ziel. So muss man bald sich selber ausweichen und wünscht, man wäre vorher nicht so frech abgebogen. Köstlich!

Gratis: Android, iOS

«Brain Dots»Zeichnend spielen


Der Stift ist bekanntlich mächtiger als das Schwert. In «Brain Dots» wird das besonders deutlich. Ziel des Spiels ist es, dafür zu sorgen, dass sich zwei Punkte berühren. Damit das über Hindernisse hinweg klappt, muss man zeichnen. Rampen, Brücken oder auch abenteuerliche Konstruktionen führen zum Ziel. Besonders gelungen: Es gibt nicht nur eine Lösung. So bleiben auch längst durchgespielte Levels spannend.

Gratis: Android, iOS

«Alto's Adventure»Snowboard-Zen gegen die Sommerhitze


Dass ein Snowboard-Spiel entspannend sein kann, hätte vor «Alto’s Adventure» wohl kaum jemand gedacht. Mit einer Mischung aus einfacher Bedienung, spannendem Spielprinzip und schöner Grafik gelingt den Entwicklern dieses Kunststück. Mit dem Snowboard muss man den Berg herunterfahren und entlaufene Lamas einfangen. Je mehr Kunststücke man dazwischen aufführt, desto mehr Punkte gibt es. Die schönste Spiele-App seit «Monument Valley».

iOS: 2 Fr.

«Two Dots»Verbinde die Punkte


Punkte sind ein beliebtes Motiv für Spiele. Wie bei «Brain Dots» muss man bei «Two Dots» dafür sorgen, dass sie sich berühren: Nun gibt es allerdings viel mehr Punkte und Farben. Man muss gleichfarbige Punkte verbinden und in einer vorgegebenen Anzahl Zügen eine bestimmte Anzahl Punkte jeder Farbe einsammeln. Die einfachste und offensichtlichste Kombination ist dabei nicht immer die beste. Nur wer vorausschauend spielt, kommt ans Ziel.

Gratis: Android, iOS, Windows 10

«Eufloria»Wenn auf Kometen Bäume wachsen


Als letzte Empfehlung eine fast vergessene Spiele-Perle: Dass «Eufloria» über fünf Jahre nach der Veröffentlichung nicht an Reiz verloren hat, spricht für sich. Ursprünglich für Windows ent­wickelt, fand das Spiel auf Tablets und Smartphones ein neues Zuhause.

Die Idee hinter «Eufloria» stammt vom amerikanischen Physiker und Mathematiker Freeman Dyson. Er wollte Kometen mit speziellen Bäumen für die Menschheit bewohnbar machen. Ziel des Spiels ist es denn auch, auf Asteroiden und kleinen Planeten Bäume zu pflanzen. Mithilfe von Sämlingen können sich die Bäume vermehren und ­sogar neue Himmelskörper bewohnbar machen. Um dieses Konzept herum haben die Entwickler von «Eufloria» ein schon fast meditatives Strategiespiel gebaut. In verschiedenen Missionen muss man seine Baumkolonie gegen Angreifer verteidigen oder auf Expansionskurs gehen. Über einen Regler kann man wählen, ob man eher gemütlich oder etwas schneller spielen möchte. Bei jedem Tempo ist das Spiel auch heute noch ein Hingucker.

Android (4.40 Fr.), iOS (5 Fr.), Windows/Mac (ca. 15.50 Fr. bei Steam.com)

Erstellt: 21.07.2015, 17:59 Uhr

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