Unsere Digital-Tipps für die Ferien

Apps, Internet, Fotos und Geräte: Wie die Technik das Reisen angenehmer, sicherer und interessanter macht.

Im Gegenlicht zu fotografieren, kann überraschende Resultate bringen.

Im Gegenlicht zu fotografieren, kann überraschende Resultate bringen. Bild: Getty Images

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Apps
Vor, während und nach der Reise

Die App Packpoint (Android und iPhone) hilft gegen das ungute Gefühl, beim Packen etwas Wichtiges vergessen zu haben. Man gibt an, wohin und für wie lange man verreist und welche Aktivitäten man geplant hat, und erhält eine Checkliste, die man während des Kofferpackens abhakt. Natürlich kann man die Liste auch selbst anpassen und verändern.

Eine nützliche Reisevorbereitung ist auch, Reisedokumente und Dinge wie Pass, ID, Visum und Impfausweis abzufotografieren und in digitaler Form auf dem Smartphone dabei zu haben. Diese Sicherheitskopie ersetzt das eigentliche Dokument zwar nicht, macht es unter Umständen aber deutlich einfacher, es nach einem Verlust zu ersetzen. Damit diese Daten am Smartphone extra geschützt sind, verwenden Sie eine App wie Secure Safe (iPhone/Android) oder Simpleum Safe (iPhone).

Trip It (iPhone/Android) hält einen Reiseplan bereit. Die App wertet die Buchungsbestätigungen aus, die man von Hotels, Fluglinien, Transportunternehmen und Reisevermittlern per Mail erhält. Sie erinnert per Benachrichtigung am Smartphone, wenn die Zeit für den Check-in naht, und informiert auch über Flugzeitänderungen.

Google Maps (iPhone/Android) und Google Translate (iPhone/Android) sind seit jeher beliebte Reisebegleiter. Sie können inzwischen auch ohne Internetverbindung benutzt werden. Bei Maps laden Sie am besten noch zu Hause über das Menü und «Offlinekarten» die Karten herunter, die am Ferienort auch ohne Mobilfunkdatenzugang zur Verfügung stehen sollen. Bei der Übersetzungs-App laden Sie über die Einstellungen und «Offline-Übersetzungen» Sprachpakete auf das Smartphone herunter.

Google Lens ist eine nützliche App, die allerdings auf einen Onlinezugang angewiesen ist. Sie verwendet die Kamera, um Sehenswürdigkeiten zu identifizieren und Texte zu übersetzen. Neuerdings macht die App auf Speisekarten auch die beliebtesten Gerichte ausfindig. Sie findet sogar Fotos von den Menüs, die frühere Besucher gemacht und bei Besprechungsplattformen hochgeladen haben. Lens ist für Android-Telefone als separate App erhältlich. Am iPhone steht Lens in der Google-Suche-App zur Verfügung.

Google Lens erkennt Sehenswürdigkeiten auf dem Foto. Bild: Google

Moovit (iPhone/Android) macht den Personennahverkehr einfacher. Die App kennt die Fahrpläne für S-Bahn, U-Bahn, Trams, Busse und Boote in vielen Städten und Regionen der Welt: Man sucht sich am Ferienort seine Verbindungen heraus, selbst wenn man vergessen haben sollte, vorab die App des lokalen Verkehrsbetriebs zu laden. Die App ermittelt Verbindungen anhand von Start- und Endpunkt, berücksichtigt Kombinationen unterschiedlicher Verkehrsmittel und leitet einen zur nächsten Haltestelle.

CO2mpensio (iPhone/Android) macht es einfach, nach einer Flugreise oder Ferienfahrt per Auto das verursachte CO2 zu kompensieren: Sie geben die Flugzeit in Stunden bzw. die Strecke in Kilometern an und spenden den entsprechenden Betrag direkt aus der App via Paypal. Matthias Schüssler

Internet
Datensparend unterwegs

Das leidige Thema des Roamings bleibt uns auch 2019 erhalten: Noch immer ist der Internetzugang übers Mobilfunknetz selbst in den Nachbarländern für Schweizer eine teure Angelegenheit – anders als in der EU, wo die Zusatzgebühren bei der Nutzung ausserhalb des Heimatlandes 2016 abgeschafft wurden.

Wenigstens haben die Telecomanbieter die Preise für die Datenpakete deutlich gesenkt: Selbst grosse Volumen von 1 GB oder mehr sind bei Swisscom, Sunrise und Salt für 15 bis 20 Franken erhältlich. Viele Mobilfunk-Abos enthalten eine gewisse Datenmenge für die Nutzung im Ausland. Für Ferien von ein, zwei Wochen reicht das allemal – vor allem, wenn man sparsam mit seinen Daten umgeht.

Beim iPhone schalten Sie in den Einstellungen bei «Mobiles Netz» das Roaming ein und aus. Sie sehen hier den gesamthaften Datenverbrauch. Die Ausland-Nutzung wird separat ausgewiesen. Setzen Sie die Zähler über den Punkt «Statistiken zurücksetzen» (am Ende der Liste) vor der Reise auf null, damit Sie die Reserven leicht abschätzen können. Sie verbieten an dieser Stelle auch datenhungrigen Apps den Netzzugang.

Bei Android findet sich die vergleichbare Einstellung bei «Netzwerk & Internet > Datennutzung» (die Bezeichnung kann je nach Handymodell variieren). Sie aktivieren hier den «Datensparmodus». Sowohl bei Android als auch beim iPhone hilft der Stromsparmodus: Er reduziert die Hintergrundaktivitäten der Apps und damit die Datentransfers. Bei Windows 10 legen Sie in den Einstellungen unter «Netzwerk und Internet > Datennutzung» ein Limit fest.

Um Daten beim Surfen zu sparen, aktivieren Sie beim Chrome-Browser unter Android über das Menü und «Erweitert» den Lite-Modus. iPhone-Benutzer verwenden den Opera-Browser (iPhone/Android). Er stellt über den Opera-Knopf rechts unten zwei Sparmodi zur Verfügung: «Turbo» ist moderat und funktioniert mit den meisten Websites. «Mini» reduziert den Verbrauch stark, kann aber zu Funktionseinbussen führen.

Nicht zu empfehlen ist, während des Roamings Streamingdienste zu nutzen. Die meisten Dienste, namentlich Spotify und Netflix, speichern Inhalte offline – auch praktisch, um eine Serie tagsüber zu laden, wenn abends das Hotel-WLAN komplett überlastet ist.

Für Leute, die mit Sparen nicht über die Runden kommen, bleibt unser Ratschlag bestehen: Kaufen Sie vor Ort eine Prepaid-SIM-Karte, die Sie in einem mobilen WLAN-Router verwenden. Matthias Schüssler

Fotos
Erst planen, dann knipsen

Was wären Ferien ohne Fotos? Eben. Und darum hier ein paar Tipps, die beim Machen von Ferienfotos helfen und vor allem dafür sorgen, dass die bildgewordenen Erinnerungen nicht verloren gehen. Ganz wichtig ist, dass man sich schon vor der Abreise mit dem Thema auseinandersetzt.

Da ist zum ersten Mal die Entscheidung: Smartphone, Fotokamera oder beides? Für jede Variante gibt es gute Gründe. Daher nur so viel: Was nützt die beste Kamera, wenn sie dann doch immer im Rucksack oder im Hotelzimmer bleibt. Und es kann überraschend befreiend sein, wenn man nicht die ganze Objektiv-Sammlung mitnimmt und sich mit einem Objektiv oder gar nur dem Smartphone durchschlagen muss.

Mit etwas Erfindergeist kommt man übrigens auch gut ohne Stativ aus. Ein Buch oder ein Geländer sind häufig genauso gut und füllen nicht den halben Koffer. Ganz wichtig: Machen Sie sich schon vor der Abreise mit der Kamera ihrer Wahl vertraut. Sie wollen nicht in den Ferien Handbücher lesen oder viel Zeit in den Einstellungen verbringen. Je besser Sie wissen, was Ihre Kamera kann oder nicht, desto weniger missratene Fotos bekommen Sie.

Einmal in den Ferien angekommen, gelten die üblichen Tipps, wie sonst auch. Suchen Sie sich überraschende Perspektiven, gegen die Sonne zu fotografieren ist riskant, kann aber überraschende Resultate bringen. Und schliesslich: Überlegen Sie, ob Sie wirklich noch ein Foto eines Sonnenuntergangs brauchen. Hin und wieder lohnt es sich auch, einfach die schöne Aussicht zu geniessen.

Ich und die Welt: Das Selfie gehört wohl zu den beliebtesten Ferienmotiven. Foto: Getty

Aller Genuss nimmt ein jähes Ende, wenn nach den Ferien die Fotos verschwunden sind. Musste man früher zittern, ob die Fotos gut vom Entwickeln zurückkommen, macht man sich heute Sorgen, dass die Fotos verloren gehen. Speicherkarten gehen kaputt, Handys werden gestohlen, und Fotos werden durch eine Unachtsamkeit gelöscht. Das alles passiert sehr, sehr selten. Aber es kann vorkommen.

All dieser Ärger lässt sich vermeiden, wenn man seine Fotos regelmässig sichert. Die bequemste Variante sind Cloud-Speicher. Ob man seine Fotos lieber bei Google Fotos, Apples iCloud, Microsofts Onedrive, Dropbox oder gar auf einem eigenen Heimserver sichert, ist Geschmackssache und eine Kostenfrage. Da die meisten Dienste Apps anbieten, die Fotos automatisch per Roaming (Achtung Kostenfalle) oder per Hotel-WLAN sichern, braucht man nichts weiter zu tun, als gelegentlich mit dem Handy online zu gehen.

Etwas aufwendiger wird es, wenn man mit einer klassischen Kamera fotografiert. Viele moderne Kameras bieten heute per WLAN die Möglichkeit, Fotos aufs Smartphone zu übertragen und so zu sichern. Alternativ gibt es auch Speicherkarten-Adapter für Smartphones, spezielle Festplatten mit Speicherkarteneinschub und zur Not kann man immer noch den Laptop mitnehmen. Hier sei dringend empfohlen, die ganze Back-up-Strategie vor den Ferien schon einmal zu testen, ob auch wirklich alles automatisch gesichert wird. Rafael Zeier

Geräte
Die richtigen Kabel und Adapter

Weniger ist gerade in den Ferien mehr. Das gilt ganz besonders, wenn es um technische Geräte geht. Überlegen Sie sich daher gut, was auch wirklich alles mitmuss. Ist der Laptop wirklich nötig, oder reicht auch schon ein Tablet oder gar nur das Smartphone? Haben Sie die Entscheidung getroffen, kommt der schwierige Teil: Adapter, Kabel und Zubehör. Gehen Sie im Kopf alle Situationen durch, in denen Sie Ihr Gerät brauchen könnten, und legen Sie alle Kabel, Adapter und Netzteile parat.

Falls Sie doch etwas vergessen haben, ist das inzwischen halb so wild. Da die meisten Hersteller auf die gleichen Kabel setzen, ist die Chance gut, dass Mitreisende oder das Hotel weiterhelfen können. Zur Not findet man häufig auch am Kiosk, im Supermarkt oder am Flughafen Ladekabel oder Speicherkarten. Freilich sind sie dann dort meist etwas teurer.

Eine zentrale Rolle kommt dem Smartphone zu. Abgesehen von den richtigen Apps lohnt es sich, sich vor den Ferien mit den technischen Möglichkeiten vertraut zu machen. Kann das Telefon eine zweite SIM-Karte aufnehmen, oder bietet es gar per E-SIM die Möglichkeit, vor Ort ein kostengünstiges Prepaid-Abo abzuschliessen? Je nach Reiseland erweisen sich Bezahldienste wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay als nützlich. Neulich in Holland gab es am Flughafen das Busticket nur per Kreditkarte oder eben Apple Pay. Bargeld wurde nicht mehr akzeptiert. Achtung: Die Schweizer Bezahllösung Twint funktioniert im Ausland nicht.

Das grösste Ärgernis rund um technische Geräte in den Ferien ist die Stromversorgung. Im Hotelzimmer mag es per Reiseadapter ja noch klappen, aber was, wenn man mal länger unterwegs ist als geplant, weil zum Beispiel der Flieger Verspätung hat. Dann schlägt die Stunde der Zusatzakkus und Ladehüllen. Erstere gibt es in allen Preiskategorien, Grössen, Formen und Ladekapazitäten. Um das Smartphone nach einem langen Tag noch mal für ein paar Stunden am Leben zu erhalten, reicht schon ein kleines Exemplar.

Für verschiedene Handy-Modelle gibt es zudem passende Akku-Hüllen. Die kosten in der Regel mehr als einfache Akkus und haben den Nachteil, dass sie nur auf ein bestimmtes Modell passen. Dafür haben sie den Vorteil, dass man sich nicht mit Kabeln herumärgern muss und das Smartphone wie gewohnt verwenden kann.

Ein Wort noch zum Diebstahl: Dass man gut auf seine Geräte aufpassen muss, ist selbstverständlich. Gerade bei Smartphones lohnt es sich, vor der Reise zu überprüfen, ob die Tracking-Funktion (Google: Mein Gerät finden / Finde mein iPhone) aktiviert ist und funktioniert. So kann man das verlorene Smartphone zur Not sperren. Auf Hotel-PC oder Internetcafés statt auf eigene Geräte zu vertrauen, ist übrigens keine gute Idee. Auch wenn man nachträglich die Liste der angesurften Seiten und alle privaten Daten löscht, weiss man nie so recht, was sonst noch alles auf dem PC gespeichert wurde. Rafael Zeier

Erstellt: 03.07.2019, 18:37 Uhr

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