Wer Blackberry kaufen könnte

Der Smartphone-Hersteller steckt tief in der Krise und sucht einen Käufer. Besonders in China könnte man sich für Blackberry interessieren.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Wetten, ob Nokia oder Blackberry zuerst die weisse Fahne schwenken wird, werden spannender. Die einstigen Pioniere sind in den letzten Jahren arg in Bedrängnis geraten. Nokia griff 2011 nach dem Rettungsring von Microsoft und versucht seither, mit dem Windows-Phone-Betriebssystem die alte Marktmacht zurückzugewinnen. Blackberry arbeitet seit diesem Jahr mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 am selben Ziel. Beide mit bescheidenem Erfolg.

Wie wenig erfolgversprechend die Strategie von Blackberry aussieht, zeigt die Meldung vom Montag, wonach das Unternehmen einen Verkauf erwägt. Doch wer könnte den gestrauchelten Technologiekonzern übernehmen wollen? Hier eine Liste mit möglichen Kandidaten:

Lenovo: Der chinesische Technologiekonzern hat bereits Übung in der Übernahme von anderen Unternehmen. 2005 hat Lenovo die Computersparte von IBM übernommen und vertreibt seither die Thinkpad-Laptops unter seinem eigenen Namen. Das Smartphone-Angebot der Chinesen ist in Europa noch wenig bekannt. Lenovo soll zudem zu einem früheren Zeitpunkt bereits Interesse an Blackberry signalisiert haben. Allerdings hat die kanadische Regierung schon in der Vergangenheit signalisiert, dass ein Verkauf nach China nicht ohne weiteres möglich wäre.

Huawei: Der chinesische Konzern hat bereits zahlreiche Smartphones für westliche Märkte lanciert. In den Medien ist Huawei mit Negativ-Meldungen über Datenschutzbedenken aufgefallen. Der Zukauf einer starken Marke wäre eine Option.

ZTE: Der hierzulande noch wenig bekannte chinesische Technologiekonzern könnte auf den amerikanischen und europäischen Märkten ebenfalls von einer starken Marke profitieren.

Microsoft: Ein Kauf von Blackberry dürfte wohl einzig dazu dienen, einen Konkurrenten aus dem Rennen um Platz 3 hinter Android und iOS zu nehmen. Mit Nokia hat Microsoft bereits einen Partner im Smartphone-Bereich. Trotzdem gibt es immer wieder Gerüchte, dass Microsoft – ungeachtet vergangener Flops und der Verluste, die das eigene Tablet-Geschäft schreibt – selber Smartphones herstellen möchte. Ob Microsoft dazu die Hilfe von Blackberry braucht, ist fraglich. Zumal eine Nokia-Übernahme ebenfalls eine Option wäre.

Samsung: Die Koreaner reihen eine Erfolgsmeldung an die nächste. Der weltweite Erfolg von Android ist massgeblich auf das Engagement von Samsung zurückzuführen. Trotzdem experimentiert der Konzern mit neuen Betriebssystemen (Tizen), um vom Android-Entwickler Google unabhängig zu werden.

HP: Nachdem sich Hewlett Packard 2010 mit dem Kauf des Smartphone-Herstellers Palm gehörig die Finger verbrannt hat, wäre ein Kaufangebot aus diesem Lager eine grosse Überraschung.

Ein Angebot aus dem Hause Apple oder Google dürfte noch unrealistischer sein. Google hat sich erst vor einem Jahr mit Motorola einen eigenen Telefonhersteller gekauft, und Apple dürfte in dem Bereich sowieso kein Interesse haben.

Bleibt schliesslich noch die Option, dass Blackberry aus eigener Kraft wieder auf die Beine kommt. Mit den aktuellen Angeboten und bei der starken Konkurrenz dürfte das jedoch ein schwieriges und kostspieliges Unterfangen werden. Ähnlich unsicher, wie die Zukunft des Unternehmens selbst, ist auch die Lage für Blackberry-Nutzer.

Je nachdem, für welchen Weg sich Blackberry entscheidet, könnten aktuelle Geräte ebenso schnell auf dem Abstellgleis der Technologiegeschichte landen wie damals die Symbian-Smartphones von Nokia. Auf jeden Fall scheint, wer darauf gewettet hat, dass Blackberry vor Nokia untergeht, zurzeit die besseren Karten zu haben.

Erstellt: 13.08.2013, 13:00 Uhr

Bildstrecke

Die neuen Blackberrys

Die neuen Blackberrys Wie Thorsten Heins den Traditionskonzern auf Vordermann bringen will.

Artikel zum Thema

Blackberry erwägt eigenen Verkauf

Der strauchelnde Smartphone-Pionier Blackberry prüft Optionen für die Zukunft des Unternehmens – nach Millionenverlust und tausenden entlassenen Mitarbeitern. Mehr...

Blackberry-Aktie stürzt wegen Defizit ab

Rückschlag für den Smartphone-Hersteller: Blackberry hat nach einem Quartal im Aufwind einen Verlust von 84 Millionen Dollar eingefahren. Die Analysten hatten mit einem Drittel der Summe gerechnet. Mehr...

Windows Phone und Blackberry chancenlos

Tablets überholen bis in drei Jahren den Schreibtisch-Computer und Laptops. Android und iOS werden den Ton angeben, so das Fazit einer neuen Studie. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Kunst-Blumen: Zum Valentinstag schenkt Banksy der Stadt Bristol eine neues Werk. Das Blumen werfende Mädchen schmückt eine Wand im Stadtteil Barton Hill. (14. Februar 2020)
(Bild: Finnbarr Webster) Mehr...