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Wie ein rohes i

Die Produktion von Smartphone-Zubehör ist ein Milliardengeschäft – erst recht seit der Lancierung des iPhone 5. Schweizerinnen und Schweizer stehen vor allem auf Schutzhüllen. Aus gutem Grund.

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Anders als das iPhone 4 und das iPhone 4S ist das Nachfolgemodell aus Aluminium gefertigt. Dieses Metall auf der Rückseite macht das iPhone 5 erstaunlich leicht (112 Gramm) und schützt es besser vor Schäden, wenn das Gerät zu Boden fällt.

Das Apple-Smartphone der sechsten Generation ist allerdings anfälliger für Kratzer. Macrumors zufolge hat jeder dritte Teilnehmer einer Umfrage Kratzer auf seinem neuen iPhone festgestellt. Im Apple-Supportforum ist «Scuffgate» (Scuff: Schramme) derzeit Thema Nummer 1. Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Redaktoren jedoch, die diverse neue iPhones in den Fingern hatten, konnten an den Geräten keine Schäden feststellen.

Bloomberg: Apple nicht zufrieden mit Foxconn

Doch Fakt ist, dass bereits bei der iPhone-5-Fertigung Schäden auftreten können, diese also nicht vom Nutzer verursacht werden. Apple hat deshalb Bloomberg zufolge die Qualitätsstandards beim iPhone-Fertiger Foxconn verschärft (siehe auch Bildstrecke). Hierfür habe Foxconn die Produktion herunterfahren müssen, was wiederum zu längeren Wartezeiten führt.

Was den Kunden vielleicht ärgert, lässt die Zubehörindustrie frohlocken. Denn Schutzschalen und Etuis sind gefragt wie noch nie, wie eine Umfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt.

«Bei unseren Kunden sind vor allem Schutzhüllen gefragt – Backcovers, Silicon- und Flip-Cases», heisst es bei Interdiscount. Dieses Zubehör verkaufe sich derzeit besser als Ersatzdatenkabel, so Mediensprecherin Andrea Bergmann. iPhone-5-Käufer würden im Schnitt 30 Franken für Zubehör ausgeben. Derzeit entspreche dieses Volumen demjenigen des iPhone-4S-Launch vor einem Jahr. Interdiscount rechnet mit einer «Zunahme, sobald das Sortiment zum iPhone 5 grösser wird».

«Zwei bis drei Zubehörteile gleichzeitig»

Auch bei Manor klingeln die Kassen: «Im Schnitt gibt ein iPhone-Kunde 25 bis 35 Franken für iPhone-Schutzhüllen aus», sagt Pressesprecherin Elle Steinbrecher. Dabei belässt es der Käufer in der Regel aber nicht: «Meistens kauft der Kunde zwei bis drei Zubehörteile gleichzeitig», etwa Bumper (Rahmen), Stromadapter oder Schutzfolien für das Display.

Etwas knausriger geben sich Orange-Kunden: Zum meistgefragten Zubehör in den Orange-Centers zählen gemäss Mediensprecherin Therese Wenger Hartschalen, Flip-Schutzhüllen sowie Displayschoner zu je 20 Franken.

Kein nacktes iPhone

Keine Zahlen nennen die Konkurrenten Sunrise und Swisscom. Letztere aber bestätigt, dass die Kunden nicht auf «nackte iPhones» stehen: «Unsere Kunden beziehen sehr häufig Handytaschen, um das iPhone vor Stürzen und Kratzern zu schützen», so Swisscomsprecher Olaf Schulze. Flipcases stehen auch bei Sunrise-Kunden hoch im Kurs, sie kaufen zudem Schutzfolien für den Bildschirm und Hardcases.

Sieben Milliarden Dollar – nur für iPhone-Zubehör

Schweizerinnen und Schweizer stehen mit ihrem Wunsch nach Schutzhüllen nicht alleine da: Weltweit geben iPhone-Besitzer Berechnungen von ABI Research zufolge sieben Milliarden nur für iPhone-Zubehör aus, den Grossteil davon für Schutzhüllen. Total – alle Smartphone-Marken eingerechnet – kommt ABI Research auf einen Internethandy-Zubehör-Umsatz von 36 Milliarden Dollar. Pro Smartphone gebe der Konsument für Schutzhüllen, Folien et cetera 56 Dollar aus.

Geht man von einer (konservativen) Schätzung von 1,2 Million verkauften Apple-Smartphones in der Schweiz aus, lassen Kunden des Apfel-Konzerns hierzulande also etwa 60 Millionen Franken nur für das entsprechende Zubehör liegen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2012, 11:52 Uhr

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