Wie weiter mit der Apple Watch?

Ein neues Patent zeigt, dass Apple eine ausgeschlossene Idee doch weiterverfolgt hat.

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Modulare Techgeräte, also Gadgets, die man nach dem Kauf aufrüsten und erweitern kann, klingen auf dem Papier nach einer tollen Idee. Nur scheitern solche Pläne meist an der Machbarkeit (Beispiel: Google Ara) oder am Interesse der Käuferinnen und Käufer (Beispiel: LG G5).

Trotzdem verliert die Idee an sich nicht an Reiz. Aktuell versucht es Lenovo mit dem Moto Z, einem Smartphone, das man mit verschiedenen Rückplatten zu einer Kompaktkamera, einem Lautsprecher, einem Projektor oder zu einem Batteriewunder machen kann.

Die Ingenieure wollten, die Designer nicht

Auch Apple wälzte bei der Planung der Apple Watch ähnliche Ideen. Die Ingenieure wollten zur smarten Uhr auch smarte Armbänder voller Sensoren. Doch Jony Ives Design-Abteilung schoss die Pläne ab.

Die Möglichkeit, die Armbänder leicht und oft zu wechseln, sei wichtiger (Warum es für die Apple Watch keine smarten Armbänder gibt).

Immer wieder Anzeichen

Trotzdem gibt es immer wieder Anzeichen, dass Apple die Idee nicht ganz begraben hat. Da ist zum einen ein versteckter Anschluss an der Apple Watch, der genau solche Armbänder ermöglichen würde. Findige Entwickler planten gar Akku-Armbänder für die Apple Watch. Doch Apple versperrte ihnen per Software-Update den Zugang zur Schnittstelle.

Ein weiterer Puzzlestein stammt von Apple-Chef Tim Cook höchstpersönlich. In einem Interview mit dem Telegraph erklärte er 2015, dass er die Apple Watch nicht von der amerikanischen Gesundheitsbehörde prüfen lassen wolle.

Das wäre nämlich nötig, wenn man mit der Uhr medizinisch präzise Biodaten erfassen wollte. Er könne sich aber vorstellen, Apps oder etwas anderes, was zur Uhr gehört, prüfen zu lassen. Ein Armband vielleicht? Oder gar nur ein Modul eines Armbands?

Modulares Armband

Ein neues Patent, das Apple Insider entdeckt hat, zeigt, dass Apple die Idee mit smarten Armbändern zur Smartwatch mindestens noch einmal überdacht hat.

Das Patent beschreibt ein Uhrenband, bei dem in den einzelnen Gliedern unterschiedliche Technologiemodule stecken. Die Rede ist etwa von Akkus, SIM-Karten, Sensoren, Solarzellen, Stromgeneratoren, Kameras, Geräte für haptisches Feedback oder Lautsprecher.

Sony hatte die Idee auch schon

In einem ähnlichen Patent von 2015, das Apple Insider ebenfalls publiziert hat, war zudem die Rede von GPS. Doch das hat Apple bekanntlich Ende 2016 in die zweite Version der Apple Watch eingebaut.

Die Idee, Technologie in ein Armband einzubauen, ist nicht neu. Sony hat mit dem Wena-Armband schon vor zwei Jahren ein entsprechendes Produkt vorgeführt, und auch die eigene Uhrenbastelei ging in dieselbe Richtung.

Könnte es also in Zukunft ein spezielles Gesundheitsarmband für die Apple Watch geben oder, wie es das Patent andeutet, sogar die Möglichkeit, seine Apple Watch nach Lust und Laune zusammenzubauen?

Die Gegenargumente

Zwei gewichtige Argumente sprechen dagegen. Da ist zum einen das Problem, dass Geräte, die nicht gleich funktionieren, wenn man sie aus der Schachtel nimmt, und die man selbst zusammenbauen muss, bei der grossen Mehrheit kaum eine Chance haben.

Apple hat zwar ein Talent darin, Technologie an die Frau und den Mann zu bringen, aber unterschiedliche Module zu erklären und zu verkaufen, dürfte selbst Apples Marketingabteilung vor eine schier unlösbare Aufgabe stellen.

Und dann ist da noch das viel wichtigere Gegenargument: Jony Ive und Apples Design-Abteilung. Die waren ursprünglich schon gegen Sensoren im Armband und dürften ihre Meinung kaum geändert haben. Eine Smartwatch ist in erster Linie eine Uhr und kein Techgerät, an dem man herumbastelt, so das Verständnis bei Apple.

Wenn überhaupt, dürften höchstens spezialisierte Armbänder etwa für Sportler, Diabetiker oder Spitalpatienten eine Chance haben. Aber ein modulares Armband wäre schon eine ziemlich grosse Überraschung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2017, 16:56 Uhr

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