Zehn Apps, die beim Gärtnern helfen

Ein grüner Daumen dank Smartphone? Ein Best-of der nützlichsten Anwendungen aus den App-Stores.

Was ist das? Was will es in meinem Garten? Wie werde ich es los? – Apps wie «Nützlinge im Garten» sollen dem ahnungslosen Gärtner helfen.

Was ist das? Was will es in meinem Garten? Wie werde ich es los? – Apps wie «Nützlinge im Garten» sollen dem ahnungslosen Gärtner helfen. Bild: Lino Mirgeler/Keystone

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Wer in diesen Tagen an einer beliebigen Schrebergartenkolonie der Schweiz vorbeispaziert, bemerkt: Die Gärtner erwachen aus ihrem Winterschlaf. Die meisten von ihnen haben zu Hause diverse Nachschlagewerke, sei es, um Pflanzen zu identifizieren, Pflegetipps zu erhalten oder Anbautechniken zu erlernen. Meist geschieht das noch auf Papier. Aber grade im Garten wäre es doch manchmal praktisch, wenn man das geballte Wissen bei sich hätte. Und eine Bibliothek möchte man in der Gartenlaube ja auch nicht anlegen.

Was läge also näher, als sich ein paar smarte Apps aufs Telefon zu laden, die einem beim Gärtnern helfen? Doch das ist gar nicht so einfach, wie unsere Stöberei in den App-Stores zeigt. Hier ein paar Tipps und Erfahrungswerte vom Gärtner-Greenhorn.

Leafsnap (gratis, iPhone) Identifiziert Bäume anhand ihrer Blätter, Blüten oder Früchte. Man kann die vorhandenen Datensätze durchstöbern oder selbst ein Blatt abfotografieren. Das Design ist etwas altbacken, aber funktional. Die App gibt es nur auf Englisch, als Location ist nur Nordamerika einstellbar, was den Nutzen unter Umständen einschränkt; schliesslich ist die dortige Flora nicht unbedingt identisch mit der hiesigen.

Naturegate (gratis, In-App-Käufe, iPhone): Ermöglicht die Identifikation von Pflanzen anhand ihrer Merkmale: Man wählt Farbe, Anzahl und Form der Blütenblätter sowie die Umgebung, in der die Pflanze wächst, aus und bekommt dann das Ergebnis präsentiert. Auch diese App ist nur auf Englisch erhältlich, als Location ist nur Finnland wählbar. Man kann mit dieser App auch Vögel, Schmetterlinge und Fische identifizieren, für fünf beziehungsweise drei Franken pro Paket als In-App-Kauf. – Eine ähnliche Lösung gibt es mit iPflanzen auch aus der Schweiz, allerdings werden die Informationen zu den bestimmten Pflanzen in der weiterführenden App iGarten angezeigt, die 22 Franken kostet.

Stauden-Ratgeber (gratis, iPhone und Android): Eine solide Wahl, wenn man noch Stauden für den Garten sucht. Man kann nach verschiedenen Kriterien sortieren: Wuchs, Blütezeit, Standort oder Blütenfarbe. Das Design auch hier: altbacken, aber funktional.

Mein Garten (4 Franken, iPhone): Eine Art Ratgeber mit Hinweisen zu aktuell zu erledigenden und grundsätzlichen Arbeiten – mit dem schlauen Feature, dass man sich die Arbeiten gleich aus der App in den Kalender eintragen kann. Ausserdem gibt es eine Reihe Erklärvideos und Tipps zum Pflanzenschutz.

Nützlinge im Garten (gratis, iPhone und Android): Mit dieser App können Sie nicht nur Nützlinge und Schädlinge identifizieren, sondern für jeden Schädling auch gleich das natürliche Gegenmittel finden.

Der Gemüse-Gärtner (gratis, iPhone und Android): Eine recht umfassende App mit allem rund um die gängigen Gemüse- und Kräutersorten. Es gibt eine Kalenderfunktion, die auf Anzucht und Aussaat respektive Verpflanzen ins Freie hinweist und gleich in den eigenen Kalender übernommen werden kann. Zu allen verzeichneten Gemüsen und Kräutern hat es zahlreiche zusätzliche Infos wie Wasserbedarf und Pflegehinweise. Einziger Haken: Nur ein kleiner Teil der Informationen ist gratis verfügbar, den Rest kann man für 3 Franken für die Gemüse und für 1 Franken für die Kräuter freischalten.

Flora Helvetica (gratis, iPhone und Android): Eines der umfassenderen Nachschlagewerke für einheimische Pflanzen – enzyklopädisch und ohne Identifikationsfunktion. Die Gratisversion ist allerdings nur ein wenig nützlicher Vorgeschmack auf das Gesamtnachschlagewerk, das immerhin 100 Franken kostet.

Essbare Pflanzen (4 Franken, iPhone und Android): Ein Überlebenstrainer hat ein Kompendium essbarer Pflanzen zusammengetragen, zusammen mit Tipps, wie und wo man am besten in der Natur auf die Suche nach Essbarem geht. Neben einem Verzeichnis von Pflanzen, Beeren und Früchten finden sich auch Hinweise zum Konservieren und Rezepte sowie eine Anleitung, was bei Vergiftungen zu tun ist.

Garden Plan Pro (8 Franken, iPhone): Eine App, mit der man seinen eigenen Garten planen kann. Etwas für den theoretischen Teil und vielleicht auf dem iPad sinnvoller zu nutzen als auf dem iPhone. Schwierig wird es zum Beispiel bei Gärten, die sich in ihrer Form nicht an die rechteckigen Vorgaben der App halten wollen. Leider mit unzulänglichen Sharing-Funktionen, falls man sich den Garten mit jemandem teilt und gemeinsam an den Plänen arbeiten möchte.

Andy Green (gratis, iPhone und Android): Eine Art Forum für alle Fragen rund um Pflanzen. Der Umgangston scheint anständig zu sein und die Antworten wirken kompetent. Allerdings gibt es keinerlei Möglichkeit, die Antworten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Die Userprofile sind nicht einsehbar, und man kann die Erfahrung der User in puncto Gärtnern nicht wirklich einschätzen.

Leider überzeugt keine der Apps voll und ganz, sodass der hier schreibende Hobbygärtner wohl auch in Zukunft noch Harke und Gartenschere in die Hand nimmt. – Wenn Sie nützliche Apps kennen, die Ihren grünen Daumen unterstützen, lassen Sie es uns bitte wissen: gleich hier in den Kommentaren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.03.2017, 15:18 Uhr

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