Apple entschuldigt sich für Akku-Ärger

Nach der Aufregung um die gedrosselte Leistung von iPhones mit alten Batterien gibt der Konzern nun klein bei.

Fehler eingeräumt: Apple entschuldigt sich. Video: Tamedia/AFP

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Im Dezember war bei Tests entdeckt worden, dass Apple die Geschwindigkeit der iPhones mit älteren Batterien absichtlich drosselte. Der Konzern schwächte die Leistung der Batterien ab, um ein Ausgehen der Geräte zu verhindern. Kritiker sahen darin eine Taktik, um mehr neue Geräte zu verkaufen. Apple wies das zurück.

Nun entschuldigt sich der Konzern dafür, wie die Kunden darüber informiert wurden. Und versicherte, dass er «niemals» das Erlebnis der Nutzer absichtlich verschlechtern würde, um neue Geräte zu verkaufen. «Wir haben nie irgendetwas unternommen, was künstlich die Lebensdauer von irgendeinem Apple-Produkt verkürzt oder das Nutzererlebnis verschlechtert, um Upgrades anzukurbeln – und würden dies auch niemals tun.» Batterien alterten grundsätzlich, und bestimmte Umstände wie eine heisse Umgebung könnten diesen Prozess noch beschleunigen.

In den USA werde ein nötiger Batteriewechsel ausserhalb der Garantiezeit beim iPhone 6 und späteren Modellen bis Ende kommenden Jahres 29 statt 79 Dollar kosten, kündigte Apple am Donnerstag an. Preise für Europa gab es zunächst nicht.

Für stabilen Betrieb

Apple bestritt die Messergebnisse nicht und verwies auf Massnahmen zur Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Batterien. Die Spitzen-Strombelastung werde bei Bedarf «geglättet», um eine plötzliche Abschaltung zu verhindern, teilte der Konzern vergangene Woche mit. Dies passiere nur bei Kälte, niedriger Batterieladung oder abgenutzten Batterien. Ziel sei, dass die Geräte stabil laufen.

Die Massnahme wurde im Februar mit einem Software-Update für die iPhone-Modelle 6, 6s und SE eingeführt und im Herbst auch auf das iPhone 7 ausgeweitet. Eine sichtbare Folge für die Nutzer könne sein, dass Apps langsamer starteten, erklärte Apple.

In den vergangenen Tagen wurden mehrere Verbraucherklagen gegen den Konzern vor allem in den USA eingereicht. Die Kläger argumentieren, dass ein Batteriewechsel viel günstiger sei als der Kauf eines neuen Geräts. Apple habe jedoch die Kunden nicht auf diesen Weg hingewiesen, ihr iPhone schneller zu machen.

Zunahme der Beschwerden

Apple kündigte nun an, als weitere Massnahme solle es Anfang kommenden Jahres ein Update des Mobil-Betriebssystems iOS geben, das Nutzern mehr Informationen über den Zustand ihrer iPhone-Batterie geben werde.

In diesem Herbst hätten Beschwerden über langsamer werdende iPhones zugenommen, erklärte Apple. Der Konzern habe dies zunächst aus Erfahrung auf die Installation einer neuen Version des iOS-Systems sowie darin zunächst enthaltene Fehler zurückgeführt. Jetzt glaube Apple, dass dazu auch die chemische Alterung der Batterien in älteren Geräten der Modelle 6 und 6s beigetragen habe. (roy/sda/ap)

Erstellt: 29.12.2017, 03:02 Uhr

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