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Apple plant den SMS-Ersatz

Der IT-Konzern lanciert im Herbst für iPhone und Co. den kostenlosen Kurznachrichtendienst iMessage. Der SMS-Ersatz könnte die Schweizer Mobilfunkanbieter ärgern.

Apple-Manager Scott Forstall bei der Präsentation von iOS 5 im Juni. Die neuste Version des mobilen Betriebssystems erscheint im Herbst und soll...
Apple-Manager Scott Forstall bei der Präsentation von iOS 5 im Juni. Die neuste Version des mobilen Betriebssystems erscheint im Herbst und soll...
Keystone
Swisscom-Kunden versenden pro Tag rund 8 Mio SMS von Handy zu Handy - im Monat sind das fast eine Viertelmilliarde Nachrichten. «Natürlich wird aber auch die Bedeutung von alternativen Nachrichtendiensten zunehmen», so Swisscom gegenüber . Der Vorteil der SMS sei jedoch, das sie gerateunabhängig sei.
Swisscom-Kunden versenden pro Tag rund 8 Mio SMS von Handy zu Handy - im Monat sind das fast eine Viertelmilliarde Nachrichten. «Natürlich wird aber auch die Bedeutung von alternativen Nachrichtendiensten zunehmen», so Swisscom gegenüber . Der Vorteil der SMS sei jedoch, das sie gerateunabhängig sei.
Keystone
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Apple plant offenbar im Zuge des neuen mobilen Betriebssystems iOS 5 für Herbst den Service iMessage, der die SMS vielleicht schon bald überflüssig werden lässt. Davon geht jedenfalls Techcrunch.com aus: iMessage, auch wenn auf den Apple-Kosmos beschränkt, sei ein Frontalangriff auf die Mobilfunkanbieter, die mit dem Versand der Kurznachrichten gut verdienen würden.

Mit dem Dienst können Nutzer von iPhone, iPod Touch und iPad einander Texte schreiben, die via Wlan oder 3G an alle Empfänger der Geräte gepusht werden. Die Echtzeitkommunikation ermöglicht auch den Versand von Videos, Links, Kontakten, Fotos und anderen Daten.

Deutlich Geld sparen

Whats App zeigt, dass ein Interesse an SMS-Alternativen besteht: Seit der Lancierung hält sich die App (Preis: 1 Franken), mit der iPhone-Nutzer einander kostenlos Kurznachrichten verschicken können, in den Charts des Schweizer App Stores. Zahlen zu den Downloads und den Schweizer Nutzern will der App-Entwickler gegenüber Redaktion Tamedia allerdings keine machen. Bereits im Februar rechnete Comparis.ch vor, wie viel Geld man damit sparen kann. Die App ist beispielsweise auch für Android erhältlich.

«Gutes Recht von Apple»

Die kostenlosen SMS-Alternativen boomen, scheinen aber die Schweizer Telekomfirmen nicht sonderlich zu beeindrucken, wie eine Umfrage von Redaktion Tamedia zeigt. Seit der Lancierung von Whats App habe man keinen Rückgang der SMS auf dem iPhone festgestellt, so Sunrise-Mediensprecher Tobias Kistner. Und im geplanten iMessage-Dienst sieht er das «gute Recht von Apple, einen neuen SMS-Service in ihr Betriebssystem aufnehmen zu wollen.» Andere Smartphones als das iPhone würden ja vom Dienst vorerst ausgeschlossen. Die heutige SMS werde wichtig bleiben, weil man plattformübergreifend kommunizieren wolle. Kistner räumt aber auch ein, dass neue Kommunikationskanäle wie Apps, Facebook etc. noch weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Die Swisscom begrüsst laut Mediensprecher Carsten Roetz sogar Angebote wie iMessage, weil damit die Nachfrage nach mobiler Datenübertragung weiter steige. «Das Datenvolumen im mobilen Internet verdoppelt sich derzeit alle sieben Monate.» Pro Monat verschicken Swisscom-Kunden fast eine Viertelmilliarde SMS. Roetz: «Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Tendenz steigend.» Deshalb glaubt das Unternehmen weiter an die SMS.

Orange sieht die Messaging-Apps als Ergänzung zum bestehenden Angebot: «Wir bieten beispielsweise den Hauptnutzen solcher Dienste, bei der sich primär Mitglieder einer Community kostenlos Nachrichten senden können, als integrierte Dienstleistung in unseren Angeboten an – zum Beispiel in Form von Flatrates», sagt Orange-Mediensprecherin Marie-Claude Debons. 40 Prozent der OrangeMe-Kunden wählten die unlimitierte SMS-Option.

Mit neuen Angeboten reagiert

Ralf Beyeler, Telekomexperte beim Vergleichsdienst Comparis, ist jedoch überzeugt, dass die Anbieter diese Dienste durchaus als Konkurrenz sehen. «Sie wollen es aber nicht zugeben.» Neue Angebote wie SMS-Flatrates könne man als Reaktion auf Whats App sehen. «Allerdings hat zum Beispiel die Swisscom nicht wie von vielen Kunden gewünscht reagiert. Der Kunde profitiert zwar von ein paar Gratis-SMS, aber im Gegenzug wurden einfach die monatlichen Grundgebühren erhöht.»

Viele Kunden, die wenige oder keine SMS verschicken, müssen daher mehr bezahlen als bisher, so Beyeler. «Besonders störend ist, dass das Abo mit 1 Gigabyte Datenvolumen für Smartphone-Vielnutzer um 20 Franken teurer geworden ist. «Viele Kunden, die vor allem Daten übertragen möchten, müssen damit auch für 250 SMS bezahlen, die sie höchstwahrscheinlich nicht nutzen werden.»

Nutzen Sie Whats App oder ähnliche Angebote? Oder steht bei Ihnen nach wie vor die SMS an erster Stelle? Schreiben Sie einen Kommentar! zeig

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