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Bei Nokia bleibt kein Stein auf dem anderen

Am Freitag informiert Stephen Elop über den neuen Kurs des einstigen Handy-Weltmarktführers: Der Nokia-Chef soll einen Radikal-Umbau an der Führungsspitze ankündigen – und die Allianz mit Microsoft besiegeln.

«Erhebliche Herausforderungen bei der Konkurrenzfähigkeit»: Kundin in einem Nokia-Laden.
«Erhebliche Herausforderungen bei der Konkurrenzfähigkeit»: Kundin in einem Nokia-Laden.
AFP

Wie die «Wirtschaftswoche» in ihrer neusten Ausgabe berichtet, steht Nokia ein radikaler Umbau bevor. Der letztes Jahr zum finnischen Handykonzern gestossene ehemalige Microsoft-Manager Stephen Elop plant offenbar, die Hälfte des Vorstands auf die Strasse zu stellen. Dies, nachdem erst vor kurzem der Abbau von 1800 Stellen bekannt gegeben wurde.

Elop, im September 2010, zum Nokia-Chef ernannt, dürfte demnach ernst machen mit der Sanierung des Konzerns. Die Zeit drängt: In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres brach der Reingewinn um 22,5 Prozent auf 884 Millionen Euro ein, wie das finnische Unternehmen Ende Januar mitteilte. Der Marktanteil im Handymarkt schrumpfte im letzten Quartal 2010 auf 31 Prozent – vor einem Jahr erreichte Nokia noch 40 Prozent. Der Konzern, konstatierte Elop, stehe vor «erheblichen Herausforderungen bei der Konkurrenzfähigkeit».

Nachzügler im Smartphone-Geschäft

Die Hauptaufgabe des 48-jährigen Kanadiers ist es, der Multimedia-Handy-Konkurrenz die Stirn zu bieten. Gegenüber Apples iPhone und den über hundert Android-Modellen des Suchmaschinenkonzerns Google verlor die finnische Handyschmiede in den letzten Monaten stetig an Boden.

Da auch Mitkonkurrent Microsoft im Mobile-Markt unter ähnlichen Problemen leidet, steht eine engere Kooperation zwischen Redmond und Espoo im Raum. Wie Mobile-review.com im Dezember vergangenen Jahres in Erfahrung gebracht hat, sprechen die beiden Konzerne schon seit längerem über eine vertiefte Kooperation. Diese soll, wie verschiedene Quellen berichten, in einem Abschied von Nokias Handybetriebssystem Symbian enden: Künftig soll auf allen Nokia-Modellen Microsofts Software Windows Phone 7 laufen.

«Der grösste Witz in der Tech-Industrie»

Glaubt man der «New York Times», ist die transatlantische Handyallianz bereits beschlossene Sache – trotz des vor einem Jahr in Barcelona angekündigten Smartphone-Betriebssystems Meego von Nokia und Intel. «Meego», spottete unlängst ein deutscher Bankenanalyst in einem offenen Brief an Stephen Elop, «ist zurzeit der grösste Witz in der Tech-Industrie und wird Nokia noch weiter hinter Apple und Google zurückfallen lassen.»

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