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Blackberry erwägt eigenen Verkauf

Der strauchelnde Smartphone-Pionier Blackberry prüft Optionen für die Zukunft des Unternehmens – nach Millionenverlust und tausenden entlassenen Mitarbeitern.

Verschiedene Möglichkeiten werden ausgelotet: Die kanadische Flagge vor dem Blackberry-Firmensitz in Ontario, Kanada.
Verschiedene Möglichkeiten werden ausgelotet: Die kanadische Flagge vor dem Blackberry-Firmensitz in Ontario, Kanada.
Keystone

Die erfolgreichen Tage des Handy-Herstellers Blackberry scheinen gezählt. Ein spezielles Gremium des Verwaltungsrats der Firma wird verschiedene Möglichkeiten ausloten, wie es mit dem angeschlagenen Konzern weitergehen soll. Dies teilte der kanadische Konzern am Montag mit. Zur Diskussion stehen neben dem Verkauf des Unternehmens auch Allianzen und die Gründung von Gemeinschaftsfirmen.

Blackberry war einst neben Nokia Handy-Platzhirsch und bei der Email-Abfrage via Handys sogar führend. Der Siegeszug von Apples iPhone und dem Betriebssystem Android von Google, das auf Samsungs Galaxy-Geräten läuft, hat den Konzern aber dramatisch zurückgeworfen. Der Börsenwert ist binnen fünf Jahren von 84 auf fünf Milliarden Dollar eingebrochen.

Expertenlob und harte Konkurrenz

Die Anfang Jahr auf den Markt gebrachten ersten Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 wurden zwar von Experten gelobt, leiden aber unter der starken Konkurrenz von Apples iPhone und der Android-Geräte.

«Wir sind der Überzeugung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um strategische Alternativen zu prüfen», erklärte Timothy Dattels am Firmensitz im kanadischen Waterloo. Dattels sitzt dem Gremium vor, das die Zukunftsszenarien durchspielen soll.

Geduld der Anleger am Ende

Konzernchef Thorsten Heins hatte an der Generalversammlung im Juli ausgeführt, dass er sich den Einsatz der Blackberry-Technologie auch in anderen Bereichen vorstellen könne, beispielsweise in Autos oder Maschinen. Gleichzeitig hatte er die Anleger um Geduld gebeten: «Es braucht mehr als ein paar Quartale, bis wir dorthin gelangen, wo wir hin wollen.»

Spätestens seit der Vorlage der letzten Geschäftszahlen scheint der Geduldsfaden bei vielen Investoren aber gerissen: Enttäuschende Verkaufszahlen führten abermals zu einem Millionenverlust. Auch ein harter Sparkurs mit Tausenden Stellenstreichungen konnte daran nichts ändern. Die ohnehin schon gebeutelte Aktie verlor seitdem mehr als ein Viertel ihres Wertes. Die Marktforschungsfirma IDC errechnete für Blackberry im zweiten Kalenderquartal einen Anteil von 2,9 Prozent an den Auslieferungen neuer Smartphones. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 4,9 Prozent gewesen.

Gerüchte in der Vergangenheit

Das Microsoft-Betriebssystem Windows Phone hat Blackberry in der Gunst der Käufer überholt und auf den vierten Rang verdrängt. Marktführer sind mit Abstand die Android-Smartphones (79,3 Prozent) vor Apples iPhone (13,2 Prozent).

Um Blackberry hatte es in der Vergangenheit immer wieder Übernahmegerüchte gegeben. Unter anderem hatte der chinesische PC-Hersteller Lenovo das Unternehmen umgarnt. Das kanadische Patent- und Wettbewerbsrecht setzt einem Kauf durch ausländische Unternehmen aber hohe Hürden. Heins hatte stets betont, Blackberry könne es alleine schaffen und benötige einfach nur mehr Zeit.

(SDA)

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