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Das Galaxy S7 im Test

Samsungs neustes Smartphone wetzt Scharten aus und kommt runder daher. Zwei Neuheiten ragen heraus.

Jahrelang hat Samsung versucht, dass sich seine Telefone mit allerlei technischem Schnickschnack vom iPhone, dem ewigen Konkurrenten, abheben. Die meisten blieben eine Spielerei, und kaum jemand dürfte sich erinnern, was jetzt genau die grosse Neuheit eines Galaxy S4 oder S5 war.

Das neue Galaxy S7 (719 Franken) und das S7 Edge (819 Franken) sind die rundesten Geräte, die Samsung bis heute veröffentlicht hat. Und das nicht nur optisch und haptisch. Nimmt man die neuen Geräte, liegen sie dank abgerundeter Glaskanten sehr bequem in der Hand. Selbst die Kamera ragt nicht mehr so weit aus der Geräterückseite. Aber auch die technischen Innereien machen einen runden Eindruck.

Mit schicker Krümmung

Der Prozessor ist, wie man es von neuen Geräten erwartet, schnell, der Speicher ist mit 32 GB zwar knapp bemessen, lässt sich aber mit SD-Karten erweitern. Und praktisch: Das Handy ist wasserdicht. Während das kleinere S7 einen flachen 5,1-Zoll-Bildschirm hat, hat das grössere S7 Edge einen nach links und rechts gebogenen 5,5-Zoll-Bildschirm. Die Krümmung hat im Alltag – obwohl sich Samsung mit App-Abkürzungen, einer Lineal- und Kompass-App alle Mühe gibt – zwar keinen praktischen Nutzen, sieht aber sehr schick aus.

Trotz der speziellen «Optimierungen» für die gebogene Bildschirmkante hat sich Samsung insgesamt mit Änderungen am Standard-Android zurückgenommen. Zwar läuft mit Touch Wiz immer noch eine eigene Benutzeroberfläche über der neusten Android-Version Marshmallow, aber so zurückhaltend waren die Änderungen bis jetzt noch nie. Trotzdem muss man sich umgewöhnen, wenn man zuvor ein anderes Android-Handy hatte.

Der Bildschirm ist immer an

Besonders herausragend sind zwei Neuerungen: Da ist zum einen der Bildschirm, der nun ständig an ist. So zeigt er auf einen Blick, wie spät es ist. Dabei kann man zwischen verschiedenen Designs wählen und bestimmen, wie viele Infos angezeigt werden sollen. Zudem verspricht Samsung, weitere Designs nachzureichen und Entwicklern Zugang zu gewähren.

Hat man sich einmal daran gewöhnt, nervt es, wenn man bei anderen Smartphones immer erst einen Knopf drücken muss, um die Zeit zu sehen. Gut möglich, dass man sich schon in ein, zwei Jahren wundert, wenn ein Handybildschirm ganz schwarz ist. Schon lange nicht mehr war eine so kleine Handyneuheit im Alltag so praktisch.

Es dürfte nicht lange dauern, bis andere Hersteller nachziehen. Mit LG hat bereits ein zweiter Hersteller ein Handy mit einem solchen Bildschirm angekündigt. Preise und Verfügbarkeit des LG G5 sind aber noch nicht bekannt.

Samsung verspricht, dass die Funktion nur wenig Akku verbrauche. Beim Oled-Bildschirm können Pixel einzeln angesteuert werden. So brauchen nur diejenigen Pixel Strom, die auch verwendet werden. Tatsächlich ist uns im Alltag kein übertriebener Verbrauch aufgefallen. Das Handy hielt mit dem Immer-an-Bildschirm einen Tag durch – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Lichtstarke Kamera

Nebst dem Immer-an-Bildschirm fällt beim Ausprobieren des S7 noch etwas anderes auf: Die Kamera hat in diesem Jahr nur noch 12 statt 16 Megapixel. Das mag auf dem Papier nach einem Rückschritt aussehen. Tatsächlich ist es ein grosser Fortschritt. Die neue Kamera ist ausgesprochen lichtstark und schiesst auch bei schlechtem Licht sehr gute Fotos.

Hilfreich ist dabei der sehr schnelle Autofokus. Dass die Fotos ein bisschen weniger Auflösung haben, fällt einem im Alltag dagegen nicht auf. Als Schnappschusskamera macht das S7 richtig Spass. Selbst aus schwierigen Situationen werden so noch gute Fotos.

Ohne Blickkontakt

Leider ist die eingebaute Editierfunktion eher mühsam. Änderungen muss man erst «anwenden» und kann sie erst anschliessend speichern. Zu allem Überfluss legt das Handy dann standardmässig ein zweites Foto an und behält das Original, sodass man dann beide in der Galerie hat. Das haben andere Hersteller besser gelöst.

Praktisch ist dafür bei Samsung-Handys immer wieder die Kameraschnellstartfunktion. Man muss nur doppelt auf den Home-Knopf drücken, und schon geht die Kamera auf. So ist die Kamera meist schon parat, wenn man das Telefon auf Augenhöhe hat. Beim iPhone etwa muss man das Gerät erst entsperren und dann die Kamera-App suchen oder auf dem Sperrbildschirm das Kamerasymbol nach oben wischen. Beides geht nicht ohne Blickkontakt.

Fazit:Das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge sind sehr gute Sorglos-Smartphones. Wer heute ein neues Telefon braucht und ein gutes Angebot bekommt oder keine finanziellen Restriktionen hat, kann damit nichts falsch machen. Wer mit seinem aktuellen Gerät immer noch halbwegs zufrieden ist, keine hohen Ansprüche hat oder nicht so viel Geld ausgeben will, wird sich aber kaum für diese Hochpreisgeräte begeistern können.

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