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Das Kalkül hinter dem Google-Deal

Zwölf Milliarden bezahlt, für einige Milliarden weniger wieder verkauft: Googles Verkauf der Handy-Sparte Motorola nach nur zwei Jahren leuchtet auf den ersten Blick nicht ein. Aber eben nur auf den ersten.

Rafael Zeier
Solche Bilder werden nichts mehr mit Google zu tun haben: Launch-Party für das Moto X im August 2013 – als Hersteller Motorola noch zum Google-Konzern gehörte.
Solche Bilder werden nichts mehr mit Google zu tun haben: Launch-Party für das Moto X im August 2013 – als Hersteller Motorola noch zum Google-Konzern gehörte.
Reuters
Doch Google behält die Filetstücke von Motorola. Haufenweise Patente zum rechtlichen Schutz von Android und Motorolas futuristische Forschungsabteilung «Advanced Technology and Projects»...
Doch Google behält die Filetstücke von Motorola. Haufenweise Patente zum rechtlichen Schutz von Android und Motorolas futuristische Forschungsabteilung «Advanced Technology and Projects»...
Reuters
...diese Abteilung hat das Ara-Bausatzhandy entworfen: So lassen sich Prozessoren, Bildschirme, Kameras, Batterien und andere Bauteile individuell kombinieren.
...diese Abteilung hat das Ara-Bausatzhandy entworfen: So lassen sich Prozessoren, Bildschirme, Kameras, Batterien und andere Bauteile individuell kombinieren.
Motorola
Gleichzeitig verkünden Google und Samsung einen Patentaustausch über die nächsten 10 Jahre.
Gleichzeitig verkünden Google und Samsung einen Patentaustausch über die nächsten 10 Jahre.
Keystone
Ähnliche Idee: Das Phonebloks-Konzept von Dave Hakkens.
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Screenshot: phonebloks.com
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Das Timing ist auffällig. Google und Samsung verkündeneinen Patentaustausch über die nächsten 10 Jahre. Samsung sollbei der Software seiner Handys und Tablets künftig vermehrt auf Googles Vorgaben setzen. Und jetzt trennt sich Google von seinem eigenen Handyhersteller Motorola (Google verkauft Handy-Geschäft).

Eine Vermutung drängt sich auf: Bei dem Verkauf ging es erst in zweiter Linie darum, das wenig ertragreiche Handygeschäft von Motorola loszuwerden. In erster Linie ging es darum, das Android-Ökosystem auf stabilere Füsse zu stellen und die Hardwarepartner an Bord zu halten.

Gefährliche Abhängigkeit

Seit dem Kauf von Motorola musste jeder Android-Hersteller entgegen allen Beschwichtigungen fürchten, dass Google Motorola zu seinem bevorzugten oder gar alleinigen Hardwarepartner machen würde.

Kleine Hersteller waren dem Goodwill von Google ausgeliefert. Grössere Hersteller ebenfalls. Selbst dem grössten unter ihnen, Samsung, wurde es so mulmig, dass er eine Android-Alternative entwickelte (Samsung geht mit seinem Android-Konkurrenten hausieren).

Nun da Motorola mit Lenovo im Rücken wieder auf sich allein gestellt ist, dürften sich diese Befürchtungen legen. Google konzentriert sich auf die Weiterentwicklung von Android, und die Handyhersteller bauen die Geräte dazu. Also alles wieder wie vor dem Kauf von Motorola? Nicht ganz.

Patente und Forscher

Google verkauft nämlich nicht alles. Der Suchgigant behält die Filetstücke: haufenweise Patente zum rechtlichen Schutz von Android und Motorolas futuristische Forschungsabteilung mit dem hochtrabenden Namen Advanced Technology and Projects.

Dieses Team entwickelt unter anderem das Bausatzhandy Ara (Das Handy wie ein Lego-Bausatz). Diese Forschungsabteilung soll, wie «The Verge» berichtet, ins Android-Team integriert werden.

Auf jeden Fall steht das Android-Ökosystem nach dem rund zweijährigen Gastspiel von Motorola bei Google auf stabileren Füssen als zuvor – und alles ist bereit für den nächsten grossen Schritt.

Richtig spannend wird es nämlich, sollte Google dereinst Android mit seinem Windows-Konkurrenten Chrome zusammenlegen. Der digitale Dreisprung von Android wäre komplett: vom Handy zu Tablets und schliesslich zum PC.

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