Das modulare Smartphone von LG im Test

Dank einem speziellen Schacht wird das neue Telefon zur Fotokamera oder zur Stereoanlage. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat es ausprobiert.

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Google arbeitet daran (Das Handy wie ein Legobausatz), das neue Fairphone hat es schon, und nun hat auch LG ein modulares Smartphone. Also ein Gerät, das sich erweitern und umbauen lässt.

Die am lautesten beworbene Neuerung des LG G5 ist denn auch sein modularer Schacht. Damit lässt sich nicht nur der Akku tauschen, etwas, was bei immer weniger Handys möglich ist, sondern auch die Funktion des Geräts erweitern.

Griff und Akku

Ein spezielles Modul von Bang & Olufsen verspricht Topsound. Wer lieber fotografiert, bekommt mit dem Kameramodul einen Griff, einen Zusatzakku und einen Auslöserknopf. So soll man auch einhändig fotografieren können.

Ein erster Versuch mit dem Kameramodul verlief durchaus vielversprechend. Ganz so handlich wie eine Kompaktkamera wird das Handy aber auch mit dem Zusatzgriff nicht.

Doppelte Kamera

Apropos Kamera. Das G5 hat eine Doppelkamera auf der Rückseite. Die eine Kamera schiesst Fotos, wie man das seit Jahren kennt. Die zweite Kamera kommt zum Einsatz, wenn man weitwinklig fotografieren will. In der Theorie kann man so zoomen, ohne an Qualität zu verlieren.

In der Messehalle klappte das problemlos und ohne technische Vorkenntnisse. Wer nicht weiss, dass es zwei Kameras sind, merkt es wohl gar nicht. Wie gut die Bildqualität tatsächlich ist, muss aber ein Test unter realen Bedingungen zu einem späteren Zeitpunkt zeigen.

Bildschirm ist immer an

Die im Alltag wohl praktischste Neuerung des G5 ist der Bildschirm, der immer an ist. So sieht man die Zeit, ohne dass man eine Taste drücken muss. Ob das der Akkuleistung tatsächlich keinen Abbruch tut, wie LG verspricht, muss allerdings ebenfalls ein ausführlicher Test zeigen.

Nebst dem Handy hat LG auch eine eigene Virtual-Reality-Brille vorgestellt. Sie sei leichter und schöner als Produkte der Konkurrenz. Ob sie schöner ist, sei dahingestellt. Leichter und kleiner ist sie auf jeden Fall.

Die Brille mit Kabel

Möglich wird dies, da die LG-Brille ohne Handy auskommt. Anders als bei Samsung oder Google muss man kein Handy in die Brille stecken, da sie einen eigenen Bildschirm hat. Dafür muss man sie per USB-C-Kabel mit dem Handy verbinden.

Beim ersten Versuch bewegte sich die Bildqualität etwa im Rahmen der Gear VR von Samsung. Gut, aber nicht umwerfend. Man konnte einzelne Pixel sehen.

Rundumfotos schiessen

Wie Samsung hat LG auch noch eine spezielle Rundumkamera vorgestellt, die Fotos und Videos für die neue Brille schiesst. Anders als professionelle VR-Kameras braucht diejenige von LG nur zwei Objektive: eins auf der Vorder- und eins auf der Rückseite. Per Software wird aus den Bildern der zwei Kameras ein Rundumfoto oder -video.

Fazit: Der modulare Schacht des LG ist eine interessante Idee. Wirklich funktionieren wird das aber nur, wenn LG genug Ausdauer beweist, weitere Module auf den Markt bringt und im nächsten Jahr nicht schon wieder einen neuen Schacht präsentiert oder die Idee ganz begräbt.

Erstellt: 23.02.2016, 06:38 Uhr

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