Der PC zum Preis eines Kaffees

Der Pi Zero ist ein Computer, der bloss fünf Franken kostet und in eine Zigarettenschachtel passt.

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Es ist der erste Computer, der einer Zeitschrift beiliegt: In der aktuellen Ausgabe der britischen Computer-Zeitschrift «Magpi» findet sich der Minicomputer Pi Zero. Möglich machen das die geringe Grösse (6,5 Zentimeter) und der Preis von nur fünf Franken für den Kleinstrechner.

Damit läuft der Pi Zero faktisch ausser Konkurrenz, was Kosten angeht. Günstiger kommt man derzeit nicht an einen Computer. Zwar bringt der Mini-Rechner nur das bare Minimum an Hardware mit: einen Prozessor mit einem Gigahertz Taktfrequenz, 512 Megabyte Arbeitsspeicher, zwei USB-, einen HDMI-Anschluss und einen Speicherkarten-Slot für Micro-SD-Karten – verwendbar als Festplattenersatz. Bildschirm, Maus und Tastatur muss der Nutzer beisteuern. Die spartanische Ausstattung reicht aber, um zahlreiche Softwareanwendungen laufen zu lassen oder eine Partie des beliebten Onlinegames «Minecraft» zu spielen.

Der Preis soll egal werden

Verantwortet wird der Mini-Rechner von einer Non-Profit-Gesellschaft, die schon bei vorherigen Modellen auf möglichst geringe Kosten zielte. «Der Preis soll nie wieder ein Hindernis sein für Leute, die Programmieren lernen wollen», sagt Eben Upton, der Chef von Raspberry Pi. Die britische Organisation produziert bereits seit 2012 Billigst-Computer. Die Modelle der vorherige Generationen hatten sich bereits fünf Millionen Mal verkauft. Das macht den Raspberry Pi nebenbei zum erfolgreichsten Computermodell des Landes.

Passend zu dieser Mission zielt der Billigst-Rechner zuerst auf Tüftler und Bastler, und nicht auf Durchschnittsnutzer. So muss man als Nutzer mit einem Linux-basierten Betriebssystem vorlieb nehmen, das auf den Pi Zero zugeschnitten ist. Zwar existiert auch eine angepasste Windows-Version, diese richtet sich allerdings an Entwickler und kommt beim Bedienkomfort nicht in die Nähe der Standardversion von Microsofts Betriebssystem.

Nächster Halt: Desktop-Rechner

Während Tüfteln und Basteln im Vordergrund stehen, bauen bereits andere Unternehmungen auf die Billig-Hardware auf und wollen den Nutzern den Zugang zum Mini-Computing erleichtern. Ein Beispiel: Zurzeit sammelt das Projekt Pi-top CEED in einer Schwarmfinanzierung Geld, um einen Desktop-Rechner mit Pi-Innenleben herzustellen. Dieser ergänzt den spartanischen Minirechner um ein Gehäuse und einen 13,3-Zoll-Bildschirm, um einen vollständigen Desktop-Computer anbieten zu können. Der Preis dafür beläuft sich auf rund 100 Franken. Die erforderliche Grundfinanzierung von 50'000 Franken hat das Projekt bereits deutlich überschritten.

Erstellt: 27.11.2015, 13:48 Uhr

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