Die grössten Überraschungen am Apple-Event

Von wegen man wusste alles schon vorher. An der iPhone-Präsentation gab es Erstaunliches. Im Guten wie im Schlechten.

Digitalredaktor Rafael Zeier über die Innovationen von Apple. (Video: Tamedia)

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Immer-an-Bildschirm für die Apple Watch

Die grösste Überraschung und das Highlight der Präsentation war die neue Apple Watch. Dass es schon heuer einen Immer-an-Bildschirm (ein inzwischen fünfjähriger Wunsch) gibt, hat wohl kaum jemand erwartet. Frühestens nächstes Jahr wurde mit der neuen Bildschirmtechnologie gerechnet. Die neue Technologie nennt sich übrigens LTPO, was für «Low Temperature Poly-silicon and Oxide» steht. Damit kann der Bildschirm effizient von einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hz auf eine von 1 Hz reduzieren. Kombiniert mit einem Umgebungslichtsensor, soll der Bildschirm so genug Akku sparen, dass die Immer-an-Funktion nicht negativ auffällt. Man kann den Immer-an-Bildschirm aber freilich auch deaktivieren.

Series 3 für 220 Franken

Vor lauter Series 5 und den neuen Titan- und Keramikoptionen ist diese Meldung fast vergessen gegangen. Apple verkauft die inzwischen zweijährige Series 3 der Apple Watch weiter. Die günstigste Variante kostet 220 Franken. Mit diesem Tiefpreis dürfte Marktführer Apple die verzettelte Konkurrenz weiter unter Druck setzen. Diese Einschätzung teilt übrigens auch der britische Analyst Ben Wood von CSS. Im Gespräch nannte er diesen tiefen Einstiegspreis gar seine grösste Überraschung der ganzen Präsentation. Gerade für Firmen wie Fitbit dürfte es damit noch schwieriger werden, mit Apple mitzuhalten.

Tiefe Preise für Abos

Es gab zwar immer wieder Gerüchte, dass Apple Arcade nur 5 Dollar kosten würde und dass das TV-Abo vielleicht sogar mit Apple-Geräten verschenkt würde. Doch wenn man Apple kennt, durfte man skeptisch sein. Verramschen ist nun wahrlich nicht im Apple-Repertoire. Doch tatsächlich sind die Preise für beide Dienste mit 6 Franken pro Monat angenehm tief. Dass es zudem mit dem Kauf eines Apple-Geräts ein Jahr Apple TV+ gratis dazu gibt, macht das Angebot noch attraktiver.

Kein Mega-Abo

Seit Apple angefangen hat, Services als neue Einnahmequelle zu forcieren, fragen sich Beobachter, wann das Mega-Abo kommt. Am grossen Services-Event im März kam es nicht. Und nun kam es wieder nicht. Dabei läge es doch auf der Hand, dass man einen monatlichen Betrag zahlt und dafür TV, Spiele, Musik und Cloud-Speicher bekommt.

Drei Schweizer

Beim Spiele-Abo Apple Arcade sind gleich drei Schweizer Entwickler dabei. Die Blindflug Studios, Sunnyside Games und Rosie Reality.

Pro

Die über 1000-fränkigen iPhones heissen neu Pro und nicht mehr XS oder XS Max. Das ist einerseits wohltuend. Die alten Namen waren wirklich Zungenbrecher. Andererseits wirkt es auch etwas zufällig, dass ausgerechnet diese zwei iPhones nun das Prädikat Pro bekommen. So viel professioneller als die Vorjahresmodelle sind sie nun auch wieder nicht. Und analog zum iPad Pro haben sie auch keinen USB-C-Anschluss. Damals beim iPhone X oder nächstes Jahr, wenn wieder ein rundum neues Design kommen soll, wäre das Prädikat Pro sicher angebrachter gewesen. Ein ausführlicher Test muss nun zeigen, ob es sich beim Prädikat Pro hier um Marketing-Augenwischerei oder eine tatsächlich berechtigte Umbenennung handelt.

Neues iPad

Ein Raunen ging durch die Menge, als das iPad als Programmpunkt genannt wurde. Damit hatte kaum jemand gerechnet. Umso willkommener ist das neue Einsteiger-iPad. Es hat nun wie die teureren Modelle einen Anschluss für die Tastatur. Übrigens exakt dieselbe wie beim teureren iPad Air oder beim iPad Pro mit 10,5-Zoll-Bildschirm.

Prozessor im iPad

Eine unliebsame Überraschung gabs dann aber doch noch beim neuen iPad. Wie das Vorgängermodell hat es nur den A10-Prozessor. Der wurde schon 2016 zusammen mit dem iPhone 7 vorgestellt. Schlecht ist er freilich nicht, und im Alltag reicht er völlig. Aber längerfristig läuft man Gefahr, damit früher von neuen iOS-Versionen abgeschnitten zu werden. Schade, hat Apple da geknausert. Aber irgendwo mussten sie ja, um den Preis unter 400 Franken zu drücken.

Keine Finde-Ankleber und nix mit Stift

Seit Monaten geisterten irgendwelche Ankleber oder Anhänger durch die Gerüchteküche. Mit denen sollte es möglich werden, verlorene Gegenstände per Handy zu orten. Die Gerüchte waren so konkret, dass es nun schon als Überraschung verbucht werden kann, dass diese Finde-Anhänger nicht vorgestellt wurden. So konkret wie die Gerüchte waren, dürfte es nicht überraschen, wenn diese Anhänger dann bei einem der nächsten Events wieder auftauchen. Übrigens: Auch Gerüchte um einen Stift fürs iPhone haben sich dieses Jahr erneut als falsch erwiesen.

Auch nicht

Auf der Liste der Abwesenden waren auch eine neue Apple-TV-Box und neue Kopfhörer. Auch hier dürfte es aber nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es Updates gibt. Gar nichts hat Apple übrigens zu den Sicherheits-/Privatsphäre-Patzern der letzten Monate gesagt. Eine verpasste Chance.

Tempo

Wow, war dieser Apple-Event schnell. Tim Cook meinte noch zu Beginn, er würde auf die üblichen Updates rund um Verkaufszahlen und das App-Ökosystem verzichten. Dass es dann aber so schnell ging, überraschte. Ja, Apple war nach ziemlich genau 100 Minuten durch. Für gewöhnlich füllen sie locker zwei Stunden. Wurde da vielleicht etwas weggelassen, oder war das von Anfang an so kurz geplant?

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Erstellt: 11.09.2019, 11:02 Uhr

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